Kein Glatteis im Hochsommer

An einer Podiumsveranstaltung empfahlen sich die verschiedenen Parteien für die Wahlen am 23. September ins Stadtparlament. In der Diskussion galt es in erster Linie, Stellung zu personalpolitischen Fragen zu beziehen.

Silvan Meile
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Der städtische Personalverband lud am Donnerstagabend in die Aula des Mattschulhauses. An einem Podium boten sich den Vertretern der verschiedenen Parteien hinsichtlich der Stadtparlamentswahlen die Möglichkeit, zu personalpolitischen Themen Stellung zu beziehen. Die Diskussion streifte hauptsächlich die Themen flexible Arbeitsmodelle und die Gemeindevereinigung mit Bronschhofen.

Flexible Arbeitsmodelle

Rund 40 Personen, vor allem städtische Mitarbeiter und Politiker oder solche, die es noch werden wollen, waren im Publikum auszumachen. Um die Moderation war Michael Hasler besorgt. Der Schulleiter der Oberstufe Sonnenhof stand Podiumsteilnehmern gegenüber, die sich an diesem heissen Sommertag nicht aus Glatteis führen liessen, sondern sich stark an Parteiparolen festhielten.

Zum Thema flexible Arbeitsmodelle waren sich alle Podiumsteilnehmer einig, dass die Stadt Wil als attraktive Arbeitgeberin auch genügend Teilzeitstellen ermöglichen müsse. Klaus Rüdiger (SVP) wies aber auf die Gefahren hin, dass mit Teilzeitarbeitenden die Verantwortlichkeit, Effizienz und Qualität sinken könne und flexible Arbeitsmodelle «nur bis zu einem gewissen Grad» umsetzbar seien. Silvia Ammann (SP) sieht bei der Stadt Wil trotzdem noch Nachholbedarf. Beispielsweise gehören für sie auch ausgebaute Tagesstrukturen zu einem flexiblen Arbeitsmodell. Als Arbeitgeberin müsse die Stadt diesbezüglich Unterstützung bieten. Auch für Daniel Gerber (GLP), Maugwiler und Kandidat für das Stadtparlament, sind Teilzeitpensen bis in die Chefetage eine Chance.

Besser vernetzen im Kanton

Um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, gehören für Erwin Schweizer (CVP) nebst den Arbeitsmodellen auch Kriterien wie Wertschätzung und «Lohnniveau dazu. Das Stichwort «Wertschätzung» nutzte sogleich Daniel Gerber, um die aktuelle Führungskultur und den Kommunikationsstil im Rathaus zu bemängeln, bevor man auf die Lohnniveaus zu sprechen kam. Dazu plädierte Guido Wick (Grüne Prowil) für faire Saläre. Die obersten Gehälter der städtischen Mitarbeiter müssten weniger rasch ansteigen, was die unteren Lohnschichten profitieren liesse. Später setzte Wick zu einem Rundumschlag gegen SVP und FDP bezüglich kantonalem Sparpaket an, bei dem Grossverdiener «nicht angefasst» worden seien. Wick liess seine Aussage mit einer Wahlempfehlung für seine Partei ausklingen. Klaus Rüdiger (SVP) wies das von Wick gezeichnete Bild des Kapitalisten zurück. Einig waren sich die beiden in der Tatsache, dass sich die Stadt Wil im Kanton besser vernetzen müsse. «Nicht nur die Wiler Vertreter im Kantonsrat, sondern auch der Stadtrat muss vermehrt beim Kanton intervenieren», so der SVP-Ortsparteipräsident.

Aufs Herz hören

Auch die Meinungen zur Gemeindevereinigung fanden Platz in der Podiumsdiskussion. In einem Schlussvotum hatten die sechs Politiker eine Minute Zeit, ihre Partei für die bevorstehenden Wahlen zu empfehlen. Sehr uneigennützig formulierte Jigme Shitsetsang (FDP) sein Schlusswort: «Hören Sie auf Ihr Herz». Damit endete das wohl einzige Podium zu den bevorstehenden Kommunalwahlen in der bald vereinigten Stadt Wil.

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