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«Kein Freipass für Wiler Kantischüler zum Streiken»: Kompensation von Absenzen soll der Umwelt zu Gute kommen

Die Rektorin der Kantonsschule begrüsst die neue Absenzenregelung für Klimademos. Kritik weist sie entschieden zurück. Schüler müssen die verpassten Lektionen kompensieren.
Dinah Hauser
Im März gingen Hunderte Menschen in St.Gallen auf die Strasse. (Bild: Urs Bucher)

Im März gingen Hunderte Menschen in St.Gallen auf die Strasse. (Bild: Urs Bucher)

Bisher erhielten St. Galler Mittelschüler, welche an Klimastreiks teilnahmen, in jedem Fall eine unentschuldigte Absenz. Neu können Schüler bei der Schulleitung einen Urlaubsantrag stellen. Die Schulleitung entscheidet, ob der Antrag gewährt wird. Die verpassten Schulstunden müssen kompensiert werden.

Verständnis für politisches Engagement

Die Kantonsschule Wil begrüsst die neue Regelung: «Es geht den Schülern nicht darum, zu schwänzen, sondern sich für etwas einzusetzen. Dafür sollen sie nicht mit unentschuldigten Absenzen bestraft werden», sagt Rektorin Doris Dietler Schuppli. Dafür müssten die Schüler jedoch eine Kompensationsleistung bieten. Ein Vortrag oder eine Hausarbeit sei dafür nicht vorgesehen. «Die Schüler sollen etwas vorschlagen, was der Umwelt und ihren Mitmenschen zugutekommt», sagt Dietler Schuppli. Sie kann sich vorstellen, dass ein Schüler dem Förster beim Aufräumen des Waldes hilft, oder dass er eine Podiumsdiskussion zum Thema organisiert.

«Die Kompensation soll ökologisch oder sozial-ökologisch sinnvoll sein.»

Was ein Schüler als Kompensation vorschlägt, läge in seiner Hand.

Kritiker könnten in der neuen Regelung eine Animation zum häufigen Fernbleiben sehen. Für diese Kritik hat Dietler Schuppli kein Verständnis: «Die Schüler werden nicht zum Schwänzen animiert. Im Gegenteil, sie müssen eine grosse Leistung erbringen.» Zusätzlich zur Kompensation, die in der Freizeit stattfindet, müssen Schüler den verpassten Stoff selbstständig nachholen. Auch beim St. Galler Amt für Mittelschulen heisst es:

«Die Regelung ist kein Freipass zum Streiken.»

Das Kollektiv Klimastreik Ostschweiz bezeichnet in einer Medienmitteilung die neue Regelung als eine pädagogischere Lösung. Das Kollektiv hält aber eine Kompensation für politisches Engagement für ungerechtfertigt. Denn musisch und sportlich bedingte Absenzen würden ohne Kompensationsleistung toleriert. Dem hält Tina Cassidy, Leiterin St. Galler Amt für Mittelschulen, entgegen: «In diesem Bereich bestehen normalerweise Vereinbarungen zwischen Schule und Schüler.» Die Absenzen seien absehbar und würden teils zu Förderprogrammen dazugehören. Zudem müssten Schüler auch hier den verpassten Schulstoff selbstständig aufarbeiten.

Urlaubsgesuche wie jedes andere behandelt

Das Kollektiv kritisiert weiter, dass das Urlaubsgesuch von der Beurteilung der Schulleitung abhängt und eine Teilnahme an einer Demonstration nicht garantiert. Rektorin Dietler Schuppli konkretisiert das Vorgehen: «Bei der Urlaubserteilung werden wie bei allen anderen Urlaubserteilungen gemäss Absenzen- und Urlaubsordnung der Kanti Wil die Leistung und das Verhalten der Schüler mit in die Erwägungen einbezogen.»

Derweil seien an der Kantonsschule Wil noch keine direkten Reaktionen oder Gesuche von Schülern eingegangen.

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