Kein «Döränand» beim neuen Narrenrat in Flawil: Die Mitglieder ziehen eine positive Bilanz

Der Narrenrat Flawil hat sich im Frühsommer neu zusammengesetzt und nun die Fasnachtsanlässe organisiert. Er wagt bereits einen Blick ins 2020.

Zita Meienhofer
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Flawils Narrenrat hat das Kostüm – oder besser den Overall – ausgezogen, die weisse Haarpracht vom Kopf genommen und das Gesicht abgeschminkt. Sandro Fischer, Barbara Reut Schatzmann und Judith Siegenthaler sind wieder im Alltag angelangt – Mischa Sutter weilt allerdings noch in den Ferien. Gelegenheit nun für einen Rückblick ihrer ersten «Saison». Die zwei Flawilerinnen und die zwei Flawiler hatten als neuen Narrenrat zusammengefunden, sich ein neues närrisches Outfit verpasst, das Motto «ändöränand» gewählt, als Neulinge alles zusammengetragen und auf die vier Schultern verteilt. «Jeder hatte seine Aufgabe und wir ergänzten uns sehr gut. Auf alle war Verlass», sagt Barbara Reut Schatzmann.

Als erstes hätten sie sich überlegen müssen, welche Fasnachtsanlässe der vergangenen Jahre beibehalten werden sollten, erklärt Judith Siegenthaler. Sie kamen zu Schluss, das umzusetzen, was ihnen wichtig erschien: Die Realisation der «Chratzbörschte», die Verleihung der «Chratzbörschte» – Fasnachtszeitung und Fasnachtspreis haben den gleichen Namen – sowie die Beizenfasnacht und den Umzug.

Guter Zusammenhalt, freiwillig Helfende

Harzig sei die Suche nach Guggen verlaufen, erklärt Sandro Fischer, umso erfreulicher sei die Tatsache gewesen, dass sich schnell Sponsoren finden liessen. «Da haben wir die Unterstützung des Flawiler Gewerbes gemerkt». Judith Siegenthaler und Barbara Reut Schatzmann bezeichnen den guten Zusammenhalt untereinander, das grosse Wohlwollen der Bevölkerung sowie die vielen freiwilligen Helfenden als besonders motivierend. Diese Tatsache hat auch Sandro Fischer sehr angespornt: «Die Unterstützung war zu spüren. Wir hatten viele Helferinnen und Helfer – und diese brauchen wir auch». Er unterstreicht zudem, dass vor allem das Funktionieren des Narrenrats wichtig gewesen sei. «Wir sind ein sehr gutes Team, ergänzen uns perfekt. Alles lief deshalb wie geplant». Die grösste Freude bereiteten Judith Siegenthaler die vielen Teilnehmenden, die das Motto «ändoränand» aufwendig umgesetzt hatten. Für Barbara Reut Schatzmann waren es die vielen lachenden Gesichter und die gute Stimmung.

Angespannt war der neue Narrenrat bei der Verleihung der «Chratzbörschte», seinem ersten und zugleich wichtigsten Auftritt. «Haben wir an alles gedacht? Wie kommen wir an?», so Fischer. Es sei dann einfach nur schön gewesen, sagt er. Dieser Aussage stimmen seine «Mit-Närrinnen» zu. «Wir haben uns darauf solide vorbereitet, unser Auftritt war durchdacht», bilanziert Barbara Reut Schatzmann.

Kritik annehmen, Änderungen prüfen

Nach dem Höhepunkt gefragt, kommt die Antwort unisono: «Die 600 Anmeldungen für den Umzug.» Generell ziehen sie eine äusserst positive Bilanz, blenden jedoch die «andere Seite» nicht aus. Die neue «Chratzbörschte» – die Fasnachtszeitung – kam gut an, brachte viele erfreuliche Rückmeldungen – aber auch eine negative. Sandro Fischer erklärt, dass der Narrenrat besser darauf achten werden, dass die Texte der weiterhin anonym-bleibenden Redaktion niemanden persönlich angreife. An der Beizenfasnacht empfand Fischer die Stimmung als gut, jedoch seien nicht alle Lokale gleich gut besetzt gewesen. «Wir werden das prüfen und schauen, was verbessert werden kann».

Zum Rückblick gehört ein Ausblick: Die Homepage der Flawiler Narren ist schon wieder bereit für das nächste Jahr. Was soll sich im 2020 ändern? Sandro Fischer hofft auf mehr Guggen am Umzug, Judith Siegenthaler denkt an ein Fest für die Guggen nach dem Umzug und Barbara Reut Schatzmann könnte sich nach all den ermunternden Reaktionen vorstellen, das Angebot zu erweitern mit einer Veranstaltung für Jugendliche oder einem Maskenball. «Ja, im Hinterkopf ist er immer noch, der Maskenball», bekennt auch Sandro Fischer.

Hinweis: Fotos von den Anlässen der Fasnacht Flawil zum Motto «ändöränand» sind zu sehen auf: www.narrenrat.ch

Von Bürsten und dem was die Flawiler «chratzt»

Die neuste Ausgabe der Flawiler Fasnachtszeitung «Chratzbörschte» liegt auf dem Tisch. Auf 16 Seiten ist von peinlichen und lustigen Begebenheiten zu lesen. Der neue Narrenrat hat das Layout minim aufgefrischt.
Zita Meienhofer