Kein Bruderduell am Heimrennen

Martin Hubmann wird am 61. Weinfelder Orientierungslauf starten, sein älterer Bruder Daniel pausiert derzeit wegen einer Schienbeinentzündung und reist auch nicht ins Trainingslager nach Norwegen.

Urs Huwyler
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Daniel Hubmann (links) wird ab Oktober dieses Jahres als Jungvater gegen seinen Bruder Martin laufen. (Bild: Urs Huwyler)

Daniel Hubmann (links) wird ab Oktober dieses Jahres als Jungvater gegen seinen Bruder Martin laufen. (Bild: Urs Huwyler)

ORIENTIERUNGSLAUF. «Ein Podestplatz muss mein Ziel sein», weiss Team-Weltmeister Martin Hubmann. Der EM-Dritte von 2014 über die Kurzdistanz zählt am Sonntag am Weinfelder Orientierungslauf zum Favoritenkreis. Zwischen 11.30 und 12.30 Uhr tragen die Elite-Läuferinnen und Läufer auf dem Weinfelder Marktplatz den für das World Ranking zählenden Citysprint aus. «Einfach wird es nicht», so der bald 26jährige Eschliker. «Weil es sich um den letzten aussagekräftigen Test vor der Sprint-Schweizer-Meisterschaft handelt, wird die nationale Elite am Start sein.»

Konkurrenz hinter sich gelassen

Martin Hubmann bewies zuletzt nach dem Trainingslager nahe des schottischen WM-Geländes mit Bruder Daniel und dem persönlichen Trainer Kilian Imhof (Balterswil), dass er sich in Bestform befindet. Beim nationalen OL in Bulle liess die Nummer sieben der Sprint-Weltrangliste (Nummer 1: Daniel Hubmann) die Konkurrenz deutlich hinter sich. Das Ranking, erklärt der Weltklasse-Athlet, habe im OL zwar nicht die gleiche Bedeutung oder Auswirkung wie bei den Tennisspielern, aber es liefere Anhaltspunkte über das Leistungsvermögen.

An und für sich müsste Hubmann der Jüngere in Weinfelden über einen kantonalen Heimvorteil verfügen. «Ich kenne das Gelände. Doch die andern Kaderleute sind auch schon in Weinfelden gelaufen. Wir hatten hier mal einen Selektions-OL. Sollte mir kein zeitraubender Fehler unterlaufen, müsste der Sieg möglich sein», sagte Martin Hubmann nach einem zehnmal-1000-Meter-Intervall-Bahntraining. Bis Sonntag werde er erholt sein. Obwohl vor dem Weinfelder Auftritt keine Ruhephase eingeschaltet wird.

Daniel Hubmann wird Vater

Neben den Gebrüdern Kyburz wird am letzten Aprilsonntag auch «Mister OL» Daniel Hubmann fehlen. Ursprünglich wollte er am Samstag in ein Trainingslager nach Norwegen fliegen, doch er hat sich Anfang Woche entschieden, wegen einer Beinentzündung zu Hause zu bleiben. «Die Verletzung ist nicht gravierend. Doch in Norwegen würde ich das Bein möglicherweise zu stark belasten», vermutet der fünffache Gesamtweltcupsieger und fügt an, um keine Risiken einzugehen, werde er sich wohl nicht nachträglich in Weinfelden auf die Startliste setzen lassen. Sonst schleppe er die Entzündung möglicherweise noch lange mit sich herum.

Im Leben von Daniel Hubmann wird sich künftig einiges ändern. Seine langjährige Partnerin Annette Kindschi (Ermatingen) und der weltbeste OL-Allrounder erwarten Mitte September, also in einer eher ruhigen Wettkampfphase, ein Kind. Der werdende Vater wird demnach nicht bei einem Posten plötzlich die Richtung wechseln und abbiegen müssen, sondern zu Hause sein. Annette Kindschi, die am Gymnasium Neufeld Sport unterrichtet, ist in der OL-Szene ebenfalls zu Hause. Sie bestritt 2009 in Norwegen ihren ersten Weltcup. Rückenprobleme zwangen sie in der Folge, sportlich kürzerzutreten. Was die Jungeltern konkret erwartet, wird sich zeigen: «Zuerst freuen wir uns auf unser Kind. Alles andere wird sich ergeben», so Daniel Hubmann.