Kein Bock auf politische Diskussion

Der Jonschwiler Gemeindepräsident Stefan Frei hat die Jungbürgerinnen und Jungbürger von drei Jahrgängen zu einer Polit-Arena eingeladen. Bisher ohne Erfolg, denn Anmeldungen hat er noch keine einzige erhalten.

Urs Bänziger
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Wie am Jugendparlament im Kantonsratssaal in St. Gallen sollen auch die Jungbürgerinnen und Jungbürger der Gemeinde Jonschwil über politische Themen diskutieren. (Bild: Ralph Ribi)

Wie am Jugendparlament im Kantonsratssaal in St. Gallen sollen auch die Jungbürgerinnen und Jungbürger der Gemeinde Jonschwil über politische Themen diskutieren. (Bild: Ralph Ribi)

JONSCHWIL. Gemeindepräsident Stefan Frei ist noch immer guter Dinge, obwohl das Resultat ernüchternd ist. 150 Einladungen hat er Mitte Dezember an die Jungbürgerinnen und Jungbürger der Jahrgänge 1996, 1997 und 1998 verschickt. Anmeldungen hat er bis jetzt keine erhalten, dafür 15 Absagen.

Auch politische Verantwortung

«Bis Mitte Januar haben sie noch Zeit, sich anzumelden. Heutzutage entscheiden sich die jungen Leute spontan. Darum bin ich zuversichtlich, dass noch einige Anmeldungen eintreffen werden», sagt Frei. Dennoch hat er sich die Reaktion der Jungbürgerinnen und Jungbürger in der Gemeinde Jonschwil anders vorgestellt. Jetzt, so kurz vor den Kantonsratswahlen, sei ein guter Zeitpunkt, um über Politik zu diskutieren, sagte sich der Gemeindepräsident. Seine Idee: eine Politarena, die sich speziell an die Jungen richtet. «Jungbürgerfeiern mit Go Kart oder Kegeln sind zwar schön, aber als volljährig gewordener Bürger oder Bürgerin hat man auch Pflichten zu erfüllen. Und diese sollten über das Steuernzahlen hinausgehen, denn es gibt auch eine politische Verantwortung, welche die junge Generation mittragen muss», sagt Frei.

Dass die Jungen keinen Bock und kein Interesse an der Politik haben, glaubt er nicht. «Sicher nicht alle, aber es gibt durchaus junge Leute, die vor allem untereinander über Politik diskutieren. An der Jungbürger-Arena haben sie die Möglichkeit, ihre Meinung öffentlich kundzutun, statt die Faust im Sack zu machen und zu schweigen.»

Absagen kommt nicht in Frage

Und was geschieht, wenn bis Mitte Januar immer noch keine Anmeldungen der Jungbürgerinnen und Jungbürgern eintreffen? Absagen werde er die Veranstaltung deswegen nicht, zumal sie öffentlich sei, sagt Stefan Frei. «Ich habe noch eine Idee auf Lager.» Er werde den Kreis der Eingeladenen erweitern, aber mehr wolle er noch nicht verraten. Fest steht für ihn: An der Arena vom 28. Januar soll vor allem die junge Generation Fragen an die Politiker richten und mit ihnen diskutieren.

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