Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kein Baurecht, keine GAW: Genossenschaft steigt aus dem Thurvita-Projekt in Bronschhofen aus

Eigentlich sollte sich die Genossenschaft für Alterswohnungen Wil beim Thurvita-Projekt «Älter werden im Quartier» an zwei Bauten beteiligen. Doch nun erhält sie das Baurecht der Stadt nicht und zieht sich zurück.
Nicola Ryser
Zwei der fünf Bauten im Zentrum von Bronschhofen hätten der GAW gehören sollen. Diese hat nun kein Interesse mehr am Projekt. Bild: PD

Zwei der fünf Bauten im Zentrum von Bronschhofen hätten der GAW gehören sollen. Diese hat nun kein Interesse mehr am Projekt. Bild: PD

Bruno Gähwiler versteht es nicht. Eigentlich war der Verwaltungsratspräsident der Genossenschaft für Alterswohnungen in Wil (GAW) der festen Überzeugung, dass sie für das Projekt «Älter werden im Quartier» das Baurecht der Stadt für die betroffene Parzelle erhalten werden. Schliesslich sollen im Ortszentrum Bronschhofen 34 Alterswohnungen, 44 Familienwohnungen, ein Restaurant und ein Einkaufsladen entstehen. Zwei Bauten sollten im Eigentum der GAW sein, zwei andere der katholischen Kirchgemeinde gehören und eines der Gebäude der Thurvita AG, die beim Projekt federführend ist.

Doch nun hat die GAW das beantragte Baurecht der Stadt «überraschend» nicht bekommen – und steigt darum aus dem Projekt aus. Die GAW habe von Beginn weg unterstrichen, dass die Voraussetzung für ihr Engagement der Kauf des Grundstückes oder die Einräumung eines Baurechts sei, sagt Gähwiler. «Wir wollen nicht auf fremdem Boden für 20 Millionen bauen, wenn die Bauten nicht als separates Grundstück im Grundbuch aufgeführt sind.» Nur ein Partner für die Baurechte

Warum erhielt die Genossenschaft kein Baurecht?

Gähwiler kann sich den Entscheid des Stadtrates nicht erklären und blickt auf eine schleppende Verhandlungsphase zurück: «Thurvita und GAW haben bereits am 28. April 2017 ein Gesuch gestellt, dass wir auf zwei Parzellen Baurechte wollen, eines für die Thurvita und eines für die Genossenschaft.» Dann hat die Stadt per Schreiben geantwortet, sie sei im Grundsatz bereit, die beiden Parzellen im Baurecht abzugeben. «Als wir aber mehr als ein Jahr später zu einer Sitzung eingeladen wurden, hat uns die Stadt mitgeteilt, dass wir das Baurecht nicht bekommen würden», erklärt Gähwiler. Die Begründung: Die Stadt will nur einen einzigen Partner für die Baurechte, in diesem Fall die Thurvita AG.

Aus mehreren Gründen empfindet Gähwiler diese Argumentation als nicht logisch: «Wir sind seit 50 Jahren Partnerin der Stadt, die auch selber bei uns Genossenschafterin ist. Beispielsweise ist die GAW seit vielen Jahren Baurechtsnehmerin für Alterswohnungen an der Flurhofstrasse, der Bergholzstrasse und an der Haldenstrasse.» Darum sei es nun erstaunlich, dass der GAW kein Baurecht eingeräumt wird, habe man doch beim eingereichten Gesuch für die Parzellen in Bronschhofen auf vergleichbare Bestimmungen der früheren Baurechte eingehen wollen. «Und würde die Stadt wirklich nur eine einzige Partnerin für die Alterswohnungen bevorzugen, wäre die Genossenschaft passender als die Thurvita.»

Auf Anfrage lautet die Stellungnahme der Stadt: «Der Stadtrat möchte die Sicherstellung der Altersstrategie – so wie sie auch in der Eigentümerstrategie zwischen der Stadt und der Thurvita AG vereinbart ist – nur mit einem gesamtverantwortlichen Partner und somit einem Bauberechtigten sicherstellen. Eine Zusammenarbeit zwischen der Thurvita AG und der Genossenschaft für Alterswohnungen ist weiterhin möglich. Die Thurvita kann zu gleichen Bedingungen mit der GAW einen Unterbaurechtsvertrag eingehen.»

20 Millionen Franken fallen weg

Die vom Stadtrat vorgeschlagene Alternative eines einzigen Baurechtes an die Thurvita mit anschliessendem Unterbaurecht komme für die GAW nicht in Frage, da eine Bank darauf keine Hypothek gibt. Gähwiler erklärt dies mit einer Analogie: «Es ist ähnlich wie bei einem Untermieter. Wenn beim Mieter etwas passiert, was geschieht dann mit dem Untermieter?» Und da die Thurvita AG zu fast 90 Prozent der Stadt gehört, ist die Lösung mit dem Unterbaurecht laut Gähwiler keine Lösung. «Es geht ja nicht nur um den Bau. Die Gebäude müssen auch finanziert und versichert werden.»

Fakt ist: Wenn die Stadt keine Kehrtwende macht, ist die GAW nicht mehr am Projekt «Älter werden im Quartier» interessiert. Somit fielen bei den Investitionsgeldern 20 Millionen der geschätzten 50 Millionen Franken aus der Planung. Diese müssen neu gedeckt werden. Thurvita-CEO Alard du Bois-Reymond sagte letzte Woche gegenüber der Wiler Zeitung, dass für den Ausstieg der GAW andere Varianten vorbereitet sind. «Eine Möglichkeit wäre eine Bankenfinanzierung, eine andere ein Investorenwettbewerb. Zuerst müssen wir aber abwarten, in welcher Form wir das Baurecht von der Stadt bekommen.» Bruno Gähwiler sieht dem Projekt nun eher skeptisch entgegen: «Aus neutraler Perspektive gesehen, stehen die Chancen 50 zu 50, dass das Projekt in dieser Form zustande kommt.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.