Kebab ist im Bus verboten

In den öffentlichen Verkehrsmitteln der Region gibt es unterschiedliche Regeln, was die Verpflegung in Bahn und Bus anbelangt. Bei WilMobil ist das Essen und Trinken verboten, es gibt aber Ausnahmen.

Ives Bruggmann
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REGION. Auf dem Weg zur Arbeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln einen Kaffee trinken oder ein Brötchen essen: Nicht überall ist das möglich. In den Bussen von WilMobil beispielsweise ist das nicht erlaubt. Dies geschehe aus praktischen Gründen, wie Hans Koller, Leiter Markt bei WilMobil, bestätigt: «Es entsteht ganz einfach weniger Abfall und Schmutz. Gleichzeitig können wir die Reinigungskosten geringhalten.» In städtischen Bussen sei diese Handhabung aufgrund der kurzen Fahrzeiten mittlerweile Usus, meint Hans Koller. Ausnahmen kann es aber geben: Wenn im Sommer das Thermometer in die Höhe schnellt, sei es natürlich zulässig, wenn sich jemand einen Schluck aus seiner PET-Flasche gönnt.

Postauto und SBB grosszügig

Im Postauto ist Essen und Trinken erlaubt. Die PostAuto AG zeigt Verständnis für Passagiere, welche die Fahrt nutzen, um sich zu verpflegen. «Wir appellieren jedoch an die Fahrgäste, sich beim Verpflegen im Postauto rücksichtsvoll zu verhalten und keinen Schmutz zu hinterlassen», betont Valérie Gerl, Mediensprecherin der PostAuto AG. Dass aufgrund dieser Regelung ein Abfallproblem vorherrsche, verneint Gerl. Dennoch entstünden beim Wegräumen der Abfälle Kosten. Auch die SBB gestehen ihren Fahrgästen zu, sich während den Fahrten zu verpflegen. Gemäss SBB-Mediensprecherin Lea Meyer setzt die SBB bei der Menuwahl «auf gesunden Menschenverstand, damit sich andere Reisende nicht belästigt fühlen».

Nicht mit Verboten arbeiten

Bei der Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB) möchte man auch nicht mit Verboten arbeiten. «Wir erlauben das Essen und Trinken in unseren Zügen. Unsere Kunden schätzen das», sagt Sabrina Huber, Leiterin Marketing und Verkauf. Bei der FWB habe man bislang gute Erfahrungen mit dieser Handhabung gemacht. Solange es dabei bleibt, werde es für die Fahrgäste auch möglich sein, sich in den Zügen zu verpflegen.

Sauberes Fahrzeug für Kunden

Bei Regiobus, dessen Busse ab Fahrplanwechsel auch die Region Wil bedienen, sieht dies anders aus. «Wir möchten den Kunden ein sauberes Fahrzeug bieten», sagt Geschäftsführer Bruno Huber. Er fügt an: «Dass jemand im Bus einen Kebab isst, kann ja nicht sein.» Die Hygiene geniesst in seinen Bussen Priorität. Diesbezüglich habe es bisher auch nie Probleme gegeben. Es stosse auf Verständnis bei den Kunden, dass während den kurzen Fahrzeiten das Essen und Trinken verboten ist. Wenn sich jemand nicht an das Verbot hält, dann ist es Aufgabe der Chauffeure, den Fahrgast höflich darauf hinzuweisen. Die Passagiere werden auch auf Bildschirmen in den Bussen auf dieses Verbot hingewiesen.

Es kann auch Bussen geben

Bei WilMobil und Regiobus ist es möglich, Fahrgäste für extreme Verschmutzungen zu büssen. Die angefallen Reinigungskosten können dem Verursacher verrechnet werden. Es kann als schönes Zeichen gewertet werden, dass bei der FWB-Bahn noch nie jemand gebüsst werden musste.