Kata Csikos vom Tischtennisclub Wil ist auf dem Weg an die Spitze

Die 17-jährige Serbin Kata Csikos ist das grösste Nachwuchstalent des TTC Wil. An den U13-Europameisterschaften gewann sie Gold im Einzel und Doppel, an Schweizer Nachwuchsmeisterschaften holte sie mehrmals den Titel. 

Tim Frei
Hören
Drucken
Teilen
Kata Csikos ist vor fünf Jahren mit ihrer Familie aus Serbien nach Rickenbach gezogen.

Kata Csikos ist vor fünf Jahren mit ihrer Familie aus Serbien nach Rickenbach gezogen.

Bild: Urs Bucher

Ihre Stärke ist die grosse Sicherheit in Ballwechseln. Das kommt überraschend, ist die 17-jährige Kata Csikos doch eine begnadete Offensivspielerin. Wie also schafft sie das, kaum Fehler zu machen trotz mutiger Spielweise? Eine Erklärung hat die Serbin mit ungarischen Wurzeln nicht. «Ich fühle mich im Freispiel einfach sehr wohl.»

Die vielen Bälle, die sie in ihrem Leben bisher gespielt hat, sind zweifellos kein Nachteil. Doch auch sie spürt es, wenn sie eine Woche nicht trainiert hat. «Ich brauche dann Zeit, um wieder in den Rhythmus zu kommen», sagt Csikos.

Beeindruckender Leistungsausweis

Ihr Palmarès lässt sich sehen: U13-Europameisterin im Einzel und Doppel, Schweizer U18-Meisterin im Doppel und im Mixed im vergangenen Jahr, U15-Meisterin im Einzel und weitere Podestplätze an diversen Nachwuchsmeisterschaften. Csikos vom TTC Wil ist auf bestem Wege, sich im Schweizer Tischtennis einen Namen zu machen.

Kata Csikos variiert viel beim Aufschlag.

Kata Csikos variiert viel beim Aufschlag.

Bild: Urs Bucher

Daniel Peter, Präsident der Wiler Nachwuchsabteilung, sagt über die Nummer eins der Schweizer U18: «Sie ist das grösste Talent in unserem Juniorenbereich. Ich traue ihr den Meistertitel bei den Frauen zu – bei ihren Fähigkeiten muss man das schon fast erwarten.»

Faszination am Tischtennis liegt in der Familie

Csikos begann als Siebenjährige mit Tischtennis. Die Faszination für den Sport scheint ihr vererbt worden zu sein. Der Vater spielte über 30 Jahre und hörte erst nach der Geburt seiner Tochter auf. «Als ich ihm sagte, ich würde die Sportart gerne ausprobieren, freute er sich sehr», sagt Csikos. Seither hämmert er zusammen mit seiner Tochter wieder Bälle über den Tisch.

Csikos debütierte mit 14 Jahren in der NLB.

Csikos debütierte mit 14 Jahren in der NLB.

Bild: Urs Bucher

2015 zog Csikos mit ihren Eltern aus dem serbischen Horgos in die Schweiz nach Rickenbach. Der Vater, der schon zuvor in der Schweiz gearbeitet hatte, war überzeugt, dass seine Tochter hierzulande bessere Ausbildungsmöglichkeiten hätte. Dies hat sich schon einmal ausbezahlt. Aktuell macht Csikos ein Praktikum auf einer Wiler Kindertagesstätte, im Sommer beginnt sie mit der Lehre als Fachkraft Betreuung.

Mit Uster in die NLA aufgestiegen

Seit 2015 spielt Csikos für den TTC Wil. Aktuell ist sie Ersatzspielerin in der zweiten Mannschaft und Stammkraft in der dritten Equipe. Da den Wilern ein schlagkräftiges Frauenteam fehlt, spielt sie zudem für die NLA-Frauen des TTC Uster. Für die Zürcher Oberländer debütierte sie im Oktober 2016 als 14-Jährige in der NLB, in der Saison 2017/18 stieg sie mit ihnen in die NLA auf.

Die Leistungen von Csikos sind in der Region registriert worden. Beim Wiler Sportpreis 2018 wurde sie Zweite in der Nachwuchskategorie. Sie ist im Vergleich mit Gleichaltrigen sehr weit. Wenn sie ein Spiel verloren hat, merkt man es ihr an, doch negativ wirkt sie nie. Peter sagt:

«Man spürt einfach, dass sie die Niederlage beschäftigt – genauso wie sie sich innerlich freut bei Siegen.»

Peter fügt an: «Die mentale Stärke in diesem Alter ist bemerkenswert.» Csikos sagt: «Ich kann doch nicht aufgeben, wenn ich verloren habe.»


Erste Wiler Mannschaft will Schritt zum Halbfinaleinzug machen

Als Tabellenzweiter steht die erste Mannschaft des TTC Wil vor der Herausforderung, Rang zwei hinter dem NLA-Leader Rio-Star Muttenz zu sichern. Gelingt ihnen dies, würden sie sich direkt für den Halbfinal qualifizieren und müssten nicht wie im Vorjahr den Viertelfinal bestreiten. Am Wochenende kann Wil in den beiden Auswärtsspielen gegen Bulle und Lugano einen weiteren Schritt dazu machen. Morgen Samstag misst sich das Team von Captain Elia Schmid mit dem Tabellenletzten und Aufsteiger Bulle. Auch wenn die Westschweizer dieses Mal wieder auf den 14-fachen Schweizer Meister Thierry Miller zählen können, wäre alles andere als ein Wiler Sieg eine Überraschung. Am Sonntag gegen das fünftplatzierte Lugano dürfte es eine ausgeglichene Partie werden, haben die Wiler doch im Tessin immer Mühe. (mfm)

Kata Csikos trifft am Samstag mit Uster auf Neuhausen.