Kaschmirschals machen Schule

FLAWIL. Sie haben eine Vision, ein Konzept und Schals aus Kaschmir. Elias Broder und der in Zürich wohnhafte Oberuzwiler Michael Kunz wollen mit ihrem Projekt nepalesischen Kindern eine Schulbildung ermöglichen.

Andrea Häusler
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Der Niederglatter Elias Broder (links), der heute in St. Gallen lebt, freut sich über das Interesse der Besucher. (Bild: Andrea Häusler)

Der Niederglatter Elias Broder (links), der heute in St. Gallen lebt, freut sich über das Interesse der Besucher. (Bild: Andrea Häusler)

Nemira ist eine kroatische Küstenstadt, aber auch ein Modelabel und nicht zuletzt ein Charity-Projekt zweier Ostschweizer Jungunternehmer. Michael Kunz und Elias Broder haben sich zum Ziel gesetzt, nepalesische Kaschmirprodukte von höchster Material- und Verarbeitungsqualität in der Schweiz zu vertreiben. Ihre Philosophie besteht darin, dass der Kauf eines Kleidungsstücks oder Accessoires noch erfüllender ist, wenn man damit nicht nur sich, sondern auch anderen etwas Gutes tut. Vom Verkaufspreis jedes Schals fliessen 50 Franken in ein gemeinnütziges Projekt am Herstellungsort des Artikels.

Entstanden sei die Idee vor einer Trekkingtour in Nepal im Herbst 2013, sagt Michael Kunz. In einer Bar in Kathmandu habe er den Mitbegründer der lokalen Nonprofitorganisation «Committed» und dessen Engagement für die Befreiung der nepalesischen Landbevölkerung von Schulgebühren kennengelernt. Denn ab der sechsten Klasse werde der Unterricht kostenpflichtig, und die wenigsten Familien können sich diesen leisten.

Wieder in der Schweiz startete Michael Kurz zusammen mit seinem Partner Elias Broder mit 64 Schals und einem Businessplan ins Weihnachtsgeschäft 2013. «Die Schals waren im Nu verkauft», erinnert sich Kunz. Seither hat Nemira das Sortiment auf 200 Stück und weitere Modelle erweitert. Diese präsentierten die beiden am Sonntag in einer Vernissage im Hotel Rössli, Flawil. Doch nicht nur das Sortiment hat geändert. «Die Finanzierung des Schulunterrichts war stark personifiziert, auf bestimmte Kinder fokussiert», sagt Michael Kunz. Das habe sich aufgrund des Bildungsverständnisses und des fehlenden Supports am Ort nicht bewährt. Heute würden, gemeinsam mit «Committed», Infrastrukturprojekte unterstützt: «Ein Mehrzwecksportplatz und Wasserreinigungsanlagen.»

www.nemira.org

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