«Karussell» gibt die Leitung ab

Der Verein Kinderbetreuung kümmert sich ab Sommer 2014 nicht mehr um die Tagesstrukturen der Schule Flawil. Diese werden aber sicher weitergeführt. Schulrat und «Karussell» sind um einen reibungslosen Übergang bemüht.

Samantha Zaugg Mario Fuchs
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Die schulergänzenden Tagesstrukturen umfassen einen Mittagstisch, betreute Hausaufgabenzeit und sinnvolle Freizeitbeschäftigungen. (Bild: pd)

Die schulergänzenden Tagesstrukturen umfassen einen Mittagstisch, betreute Hausaufgabenzeit und sinnvolle Freizeitbeschäftigungen. (Bild: pd)

FLAWIL. Ab Ende des laufenden Schuljahres wird der Verein Kinderbetreuung Karussell die Leitung der Tagesstrukturen in Flawil abgeben. Grund für den Rückzug aus der Führung der Tagesstrukturen ist der grosse Aufwand. «Das Projekt führte zu hoher Arbeitsbelastung für die Leitung und Administrationsstelle des Karussells. Die Führung beider Betriebe – Tagesstätte und Tagesstrukturen – ist für den Verein auf längere Sicht nicht mehr zu leisten», schreibt das «Karussell» in einer Medienmitteilung.

Damit sei die «personelle Schiene» gemeint, wie «Karussell»-Präsidentin Barbara Brunner auf Anfrage erklärt. Kürzlich hatte man den Kernbereich, die Tagesstätte im Haus Akazie, um einen Stock vergrössert. «Bei der Verwaltung hätten wir die Pensen vielleicht erhöhen können, aber bei unseren Betreuenden stiessen wir an Grenzen», sagt Barbara Brunner. Bis zu elf Mitarbeitende wurden und werden allein für die Tagesstrukturen in mehreren Pensen beschäftigt.

Auf Kernauftrag konzentrieren

Im Auftrag der Schule Flawil führt das «Karussell» seit dem Schuljahr 2007/08 die flächendeckenden Tagesstrukturen der Schule. Im Projektauftrag von 2007 war keine Kündigungsfrist festgelegt worden. Eine Bestimmung lautete gemäss Barbara Brunner jedoch, er sei frühestens per Juli 2013 kündbar. «Wir mussten uns also ohnehin Gedanken über unsere Zukunft machen. Der Entscheid hat nun ein Jahr lang gereift.»

Per 2014 hätte man mit der Schule Flawil einen neuen Projektauftrag erarbeiten müssen – deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt für den Wechsel gekommen. «Wir wollen uns wieder auf unseren Kernauftrag konzentrieren: Die Betreuung und Erziehung von Vorschulkindern und die Beratung von deren Eltern.» Der Entscheid tue zwar weh, sagt Barbara Brunner, doch sei der Aufwand «schlicht zu gross geworden».

«Nur der Schirmherr wechselt»

Schulratspräsident Elmar Metzger sagt, das Angebot der Tagesstrukturen werde auf jeden Fall erhalten bleiben – und dabei soll sich nur wenig verändern: «Die Kinder und Eltern sollen im besten Fall gar nicht merken, dass ein Wechsel in der Leitung stattfindet.» So soll das Angebot voraussichtlich wie bisher bestehen bleiben und auch an den Kosten soll sich nichts ändern. Auch das Betreuerteam soll nach Möglichkeit das gleiche bleiben. Laut Elmar Metzger soll das Personal statt wie bisher beim Verein Karussell künftig direkt bei der Schule angestellt sein. «Das operative Geschäft bleibt dasselbe, lediglich der Schirmherr wird gewechselt», sagt Metzger.

Arbeitsgruppe gebildet

Um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen, wird der Führungswechsel mit einer Arbeitsgruppe geplant. Diese Gruppe besteht aus Mitgliedern des «Karussells» und der Schule. Diese Kooperation sei unumgänglich, sagt Metzger: «Wir wollen den Betrieb der Tagesstrukturen aufrechterhalten, und sind deshalb auf die Erfahrungen der jetzigen Leitung angewiesen.»

Auch für «Karussell»-Präsidentin ist klar, dass man sich nicht Knall auf Fall zurückzieht: «Der Übergang muss fliessend stattfinden.» Die Schule könne von den Erfahrungen der «Karussell»-Mitarbeiterinnen profitieren und gleichzeitig ihre eigenen Erfahrungen aus sechs Jahren Tagesstrukturen einfliessen lassen. «Im Idealfall resultiert sogar ein optimiertes Angebot.»