Karin Keller-Sutter in Wil gefeiert: «Dieser Empfang gibt mir Kraft»

Es wurde zu einem Abend für die Geschichtsbücher: Bundesrätin Karin Keller-Sutter wurde gestern von der Wiler Bevölkerung mit ausgelassener Freude und Ehrfurcht zugleich in ihrer Heimatstadt empfangen.

Hans Suter
Drucken
Teilen
Weit mehr als 2000 Personen bereiteten Bundesrätin Karin Keller-Sutter einen ebenso begeisterten wie herzlichen Empfang in Wil. (Bilder: Urs Bucher)

Weit mehr als 2000 Personen bereiteten Bundesrätin Karin Keller-Sutter einen ebenso begeisterten wie herzlichen Empfang in Wil. (Bilder: Urs Bucher)

Es dürften weit mehr als 2000 Personen gewesen sein, die sich gestern Abend zum Empfang von Bundesrätin Karin Keller-Sutter einfanden. Kinder und Erwachsene, Vereine, Institutionen und Privatpersonen säumten die Strasse in die Altstadt und applaudierten «ihrer Karin» und den Gästen, die pünktlich um 17.23 Uhr mit einem Sonderzug in Wil eingetroffen waren. Auch Ehemann Morten Keller wurde von der Bevölkerung mit viel Herzlichkeit bedacht. Aufmerksamkeit erhielt auch Picasso; der Jack Russel Terrier machte sich aber nicht viel aus dem Rummel, weder beim Umzug noch beim Festakt auf dem Hofplatz.

«Ein Vorbild, gerade auch für junge Menschen»

Olympiasieger Hausi Leutenegger ist Fan von Karin Keller-Sutter. In der Bildmitte im Hintergrund Hofnarr und Wil-Tourismus-Präsident Walter Dönni.

Olympiasieger Hausi Leutenegger ist Fan von Karin Keller-Sutter. In der Bildmitte im Hintergrund Hofnarr und Wil-Tourismus-Präsident Walter Dönni.

Stadtpräsidentin Susanne Hartmann würdigte die erste Wiler Bundesrätin als «Vorzeigefrau», die sich ihren Erfolg durch hohe Leistungsbereitschaft und Zielstrebigkeit hart und redlich erarbeitet habe: von der Stadtparlamentarierin zur Regierungsrätin und Ständerätin bis hin zur Bundesrätin. «Starke Frauen dürfen nicht länger Ausnahmen im Bundesrat sein», sagte Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti und pries KKS als Vorzeigebeispiel gebildeter, starker und selbstbewusster Frauen. Ebenso beeindruckt äusserte sich der Chef der FDP-Bundeshausfraktion, Nationalrat Beat Walti: «Dein Palmares liest sich wie eine Lektion aus dem Staatskundeunterricht. Du bist ein Vorbild, gerade auch für junge Menschen.» Es sei gar ein historischer Moment: Sie, die als erst vierte Frau Ständeratspräsidentin geworden sei, gehe nun als zweite FDP-Bundesrätin und als neunte Bundesrätin überhaupt in die Geschichte ein. «Gerne hätten wir dir dazu für das Büro in Bern einen Picasso geschenkt», sagte Walti in Anlehnung an KKS’ gleichnamiges Hündchen. Leider würden dies die Finanzen der FDP nicht erlauben. Stattdessen erhält sie zum Amtsantritt ein grossformatiges Bild des Ostschweizer Hausbergs. «Der Säntis soll dich in Bern stets an deine Wurzeln und Heimat erinnern.» Zugleich soll das Bild symbolisch zeigen, wo KKS stehe: «Auf dem Gipfel der Schweizer Politik.»

«Auch ich besuchte das Kathi»

Karin Keller-Sutter war gerührt. Und das Publikum auf dem Hofplatz mit ihr. Kaum sagte sie die Worte, «liebe Wilerinnen und Wiler», gab es tosenden Applaus. «Ich bin überwältigt, dass so viele Menschen hier auf dem Hofplatz versammelt sind», sagte sie. Auf die Arbeit als Bundesrätin freue sie sich sehr, aber sie habe grossen Respekt vor der Aufgabe. «Ich mache meine Arbeit für die Menschen. Die Erinnerung an diesen schönen Empfang wird mir Kraft dazu geben.»
Zum Kathi-Chor, der zuvor das Wiler Lied gesungen hatte, sagte die Bundesrätin mit einem vielsagenden Lächeln: «Auch ich habe einst die Mädchensekundarschule St. Katharina besucht.»

Ob Gross oder Klein: Die Freude beim Empfang «ihrer Karin» war riesig.

Ob Gross oder Klein: Die Freude beim Empfang «ihrer Karin» war riesig.