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Karin Keller-Sutter an Vernetzungsanlass Womanost in Wil: «Frauen sind ein wichtiges Potenzial im Arbeitsmarkt»

Ein Mix aus Referaten und Workshops hat an der zweiten Auflage von «Womanost» eingeladen, sich aktiv auszutauschen und zu vernetzen. Selbst Bundesrätin Karin Keller-Sutter gab sich die Ehre. Ihr starkes Grusswort überzeugte.
Christine Gregorin
Hoher Besuch: Bundesrätin Karin Keller-Sutter punktet mit ihrem Grusswort. (Bild: Christine Gregorin)

Hoher Besuch: Bundesrätin Karin Keller-Sutter punktet mit ihrem Grusswort. (Bild: Christine Gregorin)

«Ich habe als Ständerätin zugesagt und stehe jetzt als Bundesrätin hier», sagte Karin Keller-Sutter im Verlauf ihrer Ausführungen. Ihr Werdegang vermag in der Tat zu beeindrucken, machte den rund 150 in der Aula der Kanti Wil anwesenden Frauen auch Mut und motivierte dazu, den eigenen Weg zu gehen und Ideen konsequent umzusetzen.

Angelehnt an das Tagungsprogramm ging die Bundesrätin in der Folge auf brisante Frauenthemen ein, zum Beispiel die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Innovative Teilzeitmodelle seien notwendig, da der internationale Wettbewerb um Fachkräfte anhalte, was sich in Zukunft noch verstärken werde. «Frauen sind ein wichtiges Potenzial», betonte Karin Keller-Sutter.

Neben einem kurzen Werben für die Anpassung des Waffenrechts, bei der laut Umfrage aktuell vier von fünf Frauen für eine Verschärfung sind und somit eine wichtige Rolle bei der im Mai anstehenden, eidgenössischen Abstimmung spielen könnten, griff die Bundesrätin auch das geschlechterspezifische Thema schlechthin auf: Gegen Sexismus und für Chancengleichheit seien nur nachhaltige Lösungsvarianten zu finden, wenn diese Probleme gemeinsam mit den Männern angepackt werden.

Starke Inputs von Frauen für Frauen

In ihrem Kurzreferat zum Thema Alltagssexismus gewährte Franziska Schutzbach, Geschlechterforscherin und Soziologin, Buchautorin und Bloggerin, feministische Aktivistin und Mutter von zwei Kindern, einen informativen Überblick: Zusammenhänge zwischen vermeintlich geschlechtertypischen Charaktereigenschaften, dem fatalen Einfluss des Machtgefälles sowie über Generationen gesellschaftlich verankerten Stereotypen wurden aufgezeigt. Gemäss ihrem Credo stellen insbesondere die Stereotypen massive Karrierebremsklötze dar, was sich für Frauen in sämtlichen Ebenen negativ auswirke. Mit einem verschmitzten Augenzwinkernbrachte Franziska Schutzbach das Ganze auf den Punkt:

«Sogar Kühe haben im Parlament die grössere Lobby als Frauen.»

Soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit

«Macht ist überall», sagte Politologin Manuela Honegger anschliessend. Politik soll das Gemeinsame ins Zentrum rücken, trägt kollektiv Verantwortung, soll verändern und etwas bewegen. Die feministische Politik, wie sie selbst sie praktiziert, steht für soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit sowie Chancengleichheit.

Diesen Ansätzen diametral gegenüber befanden sich die von ihr genannten Fakten: Schweizer Frauen verdienen pro Jahr nach wie vor total 108 Milliarden Franken weniger als Männer. Und im Bereich der Arbeit ohne Bezahlung leisten sie jährlich 250 von insgesamt 400 Milliarden Stunden. Eine berufstätige Mutter mit zwei Kindern kommt so auf eine 70-Stunden-Woche.

Seit 29 Jahren organisiert Sonja Müller Lang Reisen von Frauen für Frauen. In ihren Ausführungen überwog der motivierende Teil. Immer wieder hob sie die Wichtigkeit der Vernetzung hervor. Oder, dass sich Frauen sichtbar machen und unterstützen müssen und im Miteinander einfach stärker sind. «Habt Mut, verfolgt Eure Ideen und schafft etwas Einzigartiges», forderte Sonja Müller Lang, bevor es nach der Mittagspause mit den Workshops weiterging.

Das ist «Womanost»

Die Organisatorinnen: Yaël Zürcher, Sonja Wiesmann Schätzle, Yvonne Ziegler, Brigitta Mettler.

Die Organisatorinnen: Yaël Zürcher, Sonja Wiesmann Schätzle, Yvonne Ziegler, Brigitta Mettler.

Lohnunterschiede, schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, Untervertretung in Chefetagen, wenig politische Teilhabe: Frauen haben noch immer nicht die gleichen Möglichkeiten wie Männer. Dagegen etwas zu unternehmen, ist das Ziel von «Womanost». Der Anlass soll Frauen sichtbar machen, vernetzen, unterstützen und bereichern, die Vielfalt an Frauen zusammenbringen und ihr Bewusstsein durch Weiterbildung und Erfahrungsaustausch zu Themen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik fördern. «Selbstverständlich möchten wir auch jungen Referentinnen eine Plattform bieten», erklärte Sonja Wiesmann Schätzle stellvertretend für die vier Organisatorinnen. (cg)

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