«Karin, alles richtig gemacht»

Einen warmen und herzlichen Empfang durfte Karin Keller-Sutter gestern abend auf dem Hofplatz geniessen. Nicht nur die Bürgerinnen und Bürger von Wil, auch Politiker der Region begrüssten «ihre Karin».

Monique Stäger
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Bild: Monique Stäger

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Wil. Blumenschmuck, farbige Vereinsfahnen, dazu Kaiserwetter, besser hätte sich der Hofplatz in Wil gestern abend nicht präsentieren können. Wilerinnen und Wiler, Regierungsräte, Kantonsräte, Politiker und Gemeindepräsidenten aus der Umgebung waren gekommen, um Karin Keller-Sutter zu begrüssen. «Wir freuen uns, dass sie wieder nach Hause kommt», so der Grundtenor der versammelten Menge. In die allgemeine Freude, die St.

Galler Regierungsrätin nach dem Wahlprozedere in Bern wieder hier in der Ostschweiz zu haben, mischte sich vereinzelt eine leichte Wehmut über die verpasste Chance.

Durch das Schnetztor schritt Karin Keller-Sutter unter dem Applaus der Menge und den Fanfaren- und Tambourenklängen der Stadttambouren auf den Hofplatz. Und die Wilerin strahlte. Sie genoss ganz offensichtlich den warmen und herzlichen Empfang.

National bekannt geworden

«Heute mittag sind um 12 Uhr die Würfel gefallen», resümierte Willy Haag, Regierungspräsident des Kantons St. Gallen, den Wahltag. «Karin Keller-Sutter hat den Final knapp verpasst.» Als Schweizer und als Demokraten habe man diesen Entscheid zu akzeptieren. In den vergangenen drei Wochen habe sich die Wilerin auf nationaler Ebene durch ihr Auftreten, ihre Politik und ihre Aussagen profiliert. «Aufgrund der Fakten hätte sie gewählt werden müssen», folgerte Haag.

Einmal mehr habe man gesehen, dass Bundesratswahlen ihre eigenen Gesetze hätten. «Karin, Du hast alles richtig gemacht.» Willy Haag betonte, wie sehr er sich freue, sie weiter in der St. Galler Regierung begrüssen zu dürfen.

Stadtpräsident Bruno Gähwiler zitierte aus der Rede des zurückgetretenen Bundesrats Moritz Leuenberger: «Wer in einer Demokratie nicht gewählt wird, ist kein Verlierer.» Man habe mit Karin Keller-Sutter eine hervorragende Kandidatin, auf die man stolz sein könne, ins Rennen um den Bundesratssitz geschickt.

Sie habe als ehemalige Wiler Parlamentarierin und Parlamentspräsidentin ihre politischen Wurzeln mehrere Jahre in Wil gehabt. Gähwiler zeigte sich überzeugt davon, dass sie den Schritt von der kantonalen Exekutive in die nationale über kurz oder lang machen werde. «Die Voraussetzungen für einen Sitz im Ständerat sind bestens, und Zeit für eine zweite Chance ist noch lange vorhanden.»

Ein Glücksfall

FDP-Kantonalparteipräsident Marc Mächler lobte den Einsatz, den die Wilerin geleistet hat. Er dankte ihr für ihren Mut und ihr Engagement. «Dass Karin in den Wahlkampf gestiegen ist, war für die FDP St. Gallen ein Glücksfall.» Er zitierte den FDP-Nationalrat Wasserfallen, der der St. Galler Regierungsrätin auf einer Skala von eins bis zehn eine glatte Elf geben würde. «Karin, Du bist wahrscheinlich fast zu gut gewesen.»

«Es ist überwältigend, wenn man so zu Hause empfangen wird», so die Begrüssungsworte einer deutlich gerührten Karin Keller-Sutter. Sie habe viel gelernt in den vergangenen Wochen. «Die Bundesratskampagne hat mich bereichert.» Sie habe den Tag mit einer gewissen inneren Ruhe begehen können. «Ich wusste, dass ich heute so oder so noch feiern werde, heute haben mein Mann und ich Hochzeitstag.»