KARATE: Meisterschaft mit Novum

Am 10. Juni findet in Flawil die achte Kantonale Meisterschaft statt. Dabei wird auch ein Wettkampf von Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung durchgeführt.

Urs Nobel
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Lara Hoffstetter (rechts) ist eine Hoffnungsträgerin der Karateschule Flawil, die in der Kategorie U12 siegen könnte. (Bild: PD)

Lara Hoffstetter (rechts) ist eine Hoffnungsträgerin der Karateschule Flawil, die in der Kategorie U12 siegen könnte. (Bild: PD)

Urs Nobel

urs.nobel@wilerzeitung.ch

Mislim Imeroski, der Dojo-Leiter in Flawil und Altstätten zeigt sich unermüdlich, wenn es um die Sportart Karate geht. Bereits zum achten Mal organisiert er die Kantonale Meisterschaft in der Botsberg-Halle. In Flawil deshalb, weil er im Habis-Areal eine Schule führt und weil das Bewilligungsverfahren für die Veranstaltung mit der Gemeinde unkompliziert verläuft und er unterstützt wird. Und er weiss: «Würde ich nicht selber viel machen, um den Karatesport in der Ostschweiz bekannter und akzeptierter machen, würden es wahrscheinlich wenige andere tun.» Aber auch Mislim Imeroski, der sich schon über zwei Jahrzehnte für diese Kampfsport einsetzt, muss feststellen, dass es immer schwieriger wird. «Das Sportangebot ist riesig. Viele Kinder kommen zu mir in die Kurse, zeigen aber wenig Durchhaltevermögen und wechseln zur nächsten Sportart.»

Imeroski wird an der Ostschweizer Meisterschaft aus seinen Schulen in Flawil und Altstätten gegen die Hälfte aller Teilnehmer in sechs Kategorien stellen. Erwartet werden rund 100 Kämpferinnen und Kämpfer in den Sparten Kata Einzel und Team sowie Kumite Einzel und Team. Im Gegensatz zu Kumite bedeutet Kata, gegen fiktive Gegner anzutreten, dass es somit nicht zu direkten Kämpfen zwischen den Sportlern kommt.

Der Veranstalter wartet an dieser Meisterschaft zusätzlich mit einer schweizerischen Novität auf. Er gibt geistig beeinträchtigen Menschen Gelegenheit, am Wettkampf teilzunehmen und im Kata in zwei Kategorien eine eigene Meisterschaft auszutragen. «Ich habe das in Italien erstmals gesehen und war beeindruckt. Seit ein paar Jahren haben diese Sportler die Gelegenheit, Karate zu erlernen und auszuüben. 2015 wurde vom Ostschweizer Alessandro Aquino der Verein Karate für alle gegründet, und seither haben sich sieben Karatelehrer aus fünf Schulen so weit fortgebildet, dass sie diese Kurse anbieten können.

Mislim Imeroski hat sich ebenfalls weitergebildet und bietet im Dojo in Flawil neu Krav-Maga an. Seit ein paar Wochen bietet er jeden Dienstagabend Kurse für Privatpersonen an. «Krav-Maga ist Selbstverteidigung zum Selbstschutz und fördert die persönliche Selbstsicherheit», erklärt Imeroski.

Jetzt gilt für Imeroski aber, sich auf die Kantonale Meisterschaft zu konzentrieren. Dabei setzt er grosse Hoffnungen in seine Schüler, möglichst viele Podestplätze zu gewinnen. «Ein Riesentalent ist Lara Hofstetter aus Flawil. Ihr traue ich sogar einen Kategoriensieg zu.»