Kapitänin einer elfköpfigen Crew: Edith Hug Burtscher ist neue Präsidentin des Verkehrsvereins Degersheim

Der Verkehrsverein Degersheim hat eine neue Präsidentin gewählt und den Vorstand auf elf Mitglieder vergrössert. Nach dem Rücktritt von Thomas Scherrer wird das Vereinsschiff nun von Edith Hug Burtscher aus Wolfertswil geführt.

Andrea Häusler
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Der Scheidende und die Neue: Thomas Scherrer nimmt von Edith Hug Burtscher einen Gutschein für das Live-Konzert von Lionel Richi am Moon & Stars 2021 in Locarno entgegen.

Der Scheidende und die Neue: Thomas Scherrer nimmt von Edith Hug Burtscher einen Gutschein für das Live-Konzert von Lionel Richi am Moon & Stars 2021 in Locarno entgegen.

Bilder: Andrea Häusler

Eigentlich wollte Thomas Scherrer den Führungswechsel schon im Frühling. Doch dann kam das Covid-19-Virus; Hauptversammlung und Wahlen mussten verschoben werden. Nach der unfreiwilligen Ehrenrunde beendete er nun am Donnerstag seine neunjährige Präsidialzeit mit der Amtsübergabe an seine Vizepräsidentin.

Die Fussstapfen, die Thomas Scherrer hinterlässt und in seine Nachfolgerin, Edith Hug Butscher, zu treten hat, sind gross. Durch seine Initiative fand im Mai 2014 auf dem neu gestalteten Dorfplatz der erste Wochenmarkt statt. Die markanten Ortseingangstafeln, die Aktion «Degersheim zum Anbeissen», der Pflückgarten beim Kindergarten Bergstrasse, der Kräuterlehrpfad und nicht zuletzt auch das Label «Grünstadt Schweiz», welches die Gemeinde erlangt hat, sind Projekte, die vom Verkehrsverein angestossen worden waren. Mit der (von der Hauptversammlung genehmigten) Änderung der Statuten und dem Abschluss einer Leistungsvereinbarung mit der Gemeinde, welche die Zuständigkeiten zwischen Verein und öffentlicher Hand regelt, wurden zum Abschluss von Scherrers Amtszeit die Weichen in Richtung Zukunft gestellt.

Nahtlosen Übergang sicherstellen

Edith Hug Burtscher, die das Präsidium eigentlich nie angestrebt hatte und nun das Vereinsruder doch in die Hand nimmt, schreckt der eindrückliche Leistungsausweis ihres Vorgängers nicht. Es ist ein Neubeginn, macht sie klar und ergänzt:

«Ich werde es natürlich anders machen, aber das darf ich auch.»

Edith Hug Burtscher ist gut vernetzt, hat Vorstandserfahrung und es ist ihr wichtig, dass der Fortbestand des Vereins, der vor dem Amtsantritt Scherrers kurz vor der Auflösung gestanden hatte, langfristig gesichert bleibt. Sie sieht sich denn auch eher als Übergangspräsidentin: «Ich kann mir nicht vorstellen, das Amt zehn Jahre auszuüben», lacht sie. Mehrere langjährige Vorstandsmitglieder werden jedoch in den nächsten Jahren infolge Rücktritts zu ersetzen sein. Ihre Aufgabe sieht sie deshalb auch darin, die Wechsel vorzubereiten, damit ein nahtloser Übergang möglich ist.

Führungscrew auf elf Personen vergrössert

Über ein mangelndes Interesse an Freiwilligenarbeit braucht sich die neue Präsidentin nicht zu beklagen. Als Ersatz für den zurückgetretenen Bruno Forrer und den verstorbenen Fredy Gantenbein stellten sich gleich fünf Personen zur Verfügung: David Walser, Patricia Hauser, Balz Jäggi, Estherina De Stefano und Roman Rutz. Linda Preisig hatte das Aktuariat schon vorgängig von Bettina Signer übernommen. Und die Bisherigen, Markus Hagmann, Patrick Gemperle, Viktor Schönenberger sowie Josef Senn, stellten sich erneut zur Verfügung. Die 25 Stimmberechtigten wählten alle Kandidierenden, wonach sich der Vorstand – inklusive der neuen Präsidentin – auf elf Mitglieder vergrössert.

Kreativ gestaltet ist auch der Gutschein, den Bruno Forrer für sein langjähriges Engagement erhielt: Für den scheidenden Funkenchef geht es ins Dunkelrestaurant Blindekuh.

Kreativ gestaltet ist auch der Gutschein, den Bruno Forrer für sein langjähriges Engagement erhielt: Für den scheidenden Funkenchef geht es ins Dunkelrestaurant Blindekuh.

Lässt sich das Vereinsschiff so überhaupt noch effizient führen? Edith Hug Burtschers Sorgen sind gering. Erneut spricht sie die sich abzeichnenden Rochaden im Vorstand an. Ausserdem hat sie mit dem Verein einiges vor. «Ich habe eine ganze Ideenliste zusammengestellt», sagt sie. Priorität habe jedoch die Zukunft des Projekts «Degersheim zum Anbeissen», nachdem die 100000 Franken Preisgeld aus dem Jubiläumswettbewerb der St.Galler Kantonalbank nahezu aufgebraucht sind. Hierfür werde nun eine Projektgruppe eingesetzt. Ausserdem will sie, insbesondere über das Gemeindemitteilungsblatt, die Tätigkeiten des Vereins publiker machen.