Kantonsrat spricht eine Viertelmillion Franken für Kulturgüter der Region Wil

Einstimmig genehmigte der Kantonsrat Beiträge aus dem Lotteriefonds. Auch die Region Wil profitiert. Zudem wurde über die Verzögerungen eines Strassenprojekts in Flawil und die Spitalfrage debattiert.

Martin Knoepfel
Drucken
Teilen
Die Kirche Maria Dreibrunnen ist im Inneren renoviert worden. Der Kanton beteiligt sich mit 85100 Franken aus dem Lotteriefonds an den Kosten. (Bild: PD)

Die Kirche Maria Dreibrunnen ist im Inneren renoviert worden. Der Kanton beteiligt sich mit 85100 Franken aus dem Lotteriefonds an den Kosten. (Bild: PD)

Rund eine Viertelmillion – exakt sind es 267400 Franken – aus dem Lotteriefonds fliessen in Kulturgüter der Region Wil. Dies hat der Kantonsrat an seiner  Sitzung am Mittwoch einstimmig beschlossen. Der grösste Betrag geht an das Textilmuseum Niederbüren. Mit 88000 Franken unterstützt der Kanton den Kauf der Liegenschaft und den Ausbau des Museums. Weitere 85100 Franken fliessen in die Renovation der Kirche Maria Dreibrunnen in Bronschhofen, 31200 Franken in die Dachsanierung der Thurbrücke in Lütisburg, 33500 Franken aus dem Lotteriefonds werden für die Villa Naef-Kraut in Uzwil aufgewendet und 29600 Franken für die Klosterkirche St. Katharina in Wil.

Flawiler Kantonsräte sind zufrieden

Gestern behandelte der Kantonsrat auch eine Interpellation der drei Flawiler Kantonsräte Erich Baumann (FDP), Peter Hartmann und Daniel Baumgartner (beide SP). Die Interpellanten stossen sich an den Verzögerungen bei der Realisierung des Strassenprojekts Wiler-/St. Gallerstrasse im Abschnitt Isnyplatz bis Landbergstrasse. Die Einsicht des Regierungsrats, dass die Abwicklung schleppend sei, sei ein gutes Zeichen, sagte Baumann. Die Interpellanten freuen sich über die Zusage, die Ressourcen im Rechtsdienst und im Grundstückserwerb rasch zu erhöhen.

Spitalfrage kommt erst später

Der Kantonsrat befasste sich zudem mit einer Interpellation zur Spitalfrage. Es ging allerdings nur um die Frage, ob die Vorstösse als dringlich erklärt werden sollen. Alle Toggenburger Kantonsräte hatten am Dienstag mit einer Interpellation zahlreiche Fragen an den Verwaltungsrat der Spitalverbunde gestellt und ihm Wortbruch vorgeworfen.

Es gehe klar um die Frage, wie sich die Schliessung der Operationssäle in Wattwil auf die stationäre Versorgung und auf die Notfallversorgung im Toggenburg auswirke. Die Bevölkerung wolle jetzt Antworten auf diese Fragen, sagte Linus Thalmann (SVP, Kirchberg). Imelda Stadler (FDP, Lütisburg) kritisierte, dass klare Fragen nicht beantwortet würden. Stadler sprach von einer «Salamitaktik».

Der Kantonsrat lehnte es schliesslich ab, die Interpellation für dringlich zu erklären. Er folgte damit dem Aufruf von Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann (SP). Sie beteuerte, sie wolle schnell Lösungen finden, aber gute Lösungen bräuchten Zeit. Antworten auf heute Donnerstag wären möglich, aber die Antworten wären unbefriedigend, sagte die Gesundheitschefin.