Kantonsrat
Breite Unterstützung für den Sanierungskredit für den Hof zu Wil

Am zweiten Tag der April-Session befasste sich der Kantonsrat in erster Lesung mit dem Kantonsbeitrag an die dritte Etappe der Renovation des Hofs zu Wil. Opposition gegen die Vorlage gab es keine.

Martin Knoepfel
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Der Kantonsbeitrag von 5,4 Millionen Franken zur Sanierung des Hofs zu Wil war im Kantonsrat unbestritten.

Der Kantonsbeitrag von 5,4 Millionen Franken zur Sanierung des Hofs zu Wil war im Kantonsrat unbestritten.

Bild: Urs Jaudas

Die Kosten für die dritte Etappe belaufen sich auf 25,5 Millionen Franken. Der Kantonsbeitrag beträgt 5,4 Millionen Franken. Nur um diesen Beitrag ging es im Kantonsrat. Die Stadt Wil und die Stiftung Hof zu Wil sollen je 9,6 Millionen Franken beisteuern. Der Rest soll vom Bund kommen.

Die Mehrheit der Fraktionssprecher kam aus dem Wahlkreis Wil. Für die SP-Fraktion plädierte Daniel Baumgartner für ein Ja zum Kredit. Zugleich wies er darauf hin, dass das Stadtparlament von Wil noch Ja sagen und in der Stadt Wil noch eine Volksabstimmung stattfinden wird. Beides soll aber noch im laufenden Jahr geschehen.

Erwin Böhi (Wil) konnte die Zustimmung der SVP-Fraktion mitteilen. Er wies darauf hin, dass der Hof zu Wil ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung ist und dass mit der dritten Bauetappe die Renovation abgeschlossen sein wird.

Unterstützung auch von den Mitteparteien

Cornel Egger (CVP, Oberuzwi) sprach für die CVP-EVP-Fraktion. Er wies unter anderem darauf hin, dass der Komplex ursprünglich die Residenz der Äbte von St.Gallen war und früher den verschiedensten Nutzungen diente. Die geplante durchmischte öffentliche Nutzung passe deshalb gut zur Geschichte des Hofs, sagte er.

Walter Locher (FDP, St.Gallen) betonte die herausragende Bedeutung des Hofs für die Geschichte des Kantons St.Gallen und der Schweiz. Er mahnte eine attraktive Präsentation und ein cleveres Ausstellungskonzept an. Dann werde der Hof zu Wil über die Region hinaus ein Anziehungspunkt. Als Beispiel für die historische Bedeutung erwähnte er unter anderem das Defensionale von Wil, das den Beginn eines schweizerischen Wehrwesens darstellte.

Sonja Lüthi (Grünliberale, St.Gallen) wünscht sich, dass der neue Hof zu Wil ein offenes Haus für die verschiedensten Gruppen der Bevölkerung sein wird. Ursula Egli (SVP, Wil) freut sich, dass sich der Kantonsrat für Kulturgüter einsetzt. Sie plädierte dafür, das Generationenprojekt abzuschliessen.

Guido Wick (Grüne, Wil) war schon Mitglied der vorberatenden Kommissionen für die Kredite für die ersten beiden Bauetappen. Er sprach sich ebenfalls für eine Öffnung des Raumes aus. Zugleich wünscht er sich eine Erweiterung der Ausstellung auf Frauen und Unterschichten. Viel Sympathie hat Guido Wick auch für Wohnungen im Gebäudekomplex, die für Ferien im Baudenkmal gemietet werden können.

Gute Zusammenarbeit von Privaten und der öffentlichen Hand

Regierungsrätin Laura Bucher (SP) betonte, dass die öffentliche Hand und Private bei diesem Projekt gut zusammenarbeiteten. Die Arbeiten für ein Konzept für die museale Inszenierung hätten begonnen und würden noch zwei oder drei Jahre dauern, sagte sie.

Zudem versicherte die Regierungsrätin, dass es keine regelmässigen Beiträge des Kantons an den laufenden Betrieb geben werde. Denkbar sei, einzelne Projekte aus dem Lotteriefonds zu unterstützen.

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