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KANTONSPARLAMENT: Führung liegt in Toggenburger Hand

Der Kantonsrat wählte gestern Nachmittag den Nesslauer Ivan Louis (SVP) zu seinem Präsidenten und damit zum höchsten St. Galler. Neue Vizepräsidentin ist Imelda Stadler (FDP) aus Lütisburg.
Martin Knoepfel
Imelda Stadler, Vizepräsidentin, und Ivan Louis, Präsident des St. Galler Kantonsrates. (Bild: Regina Kühne)

Imelda Stadler, Vizepräsidentin, und Ivan Louis, Präsident des St. Galler Kantonsrates. (Bild: Regina Kühne)

Martin Knoepfel

martin.knoepfel

@toggenburgmedien.ch

Vor einem Jahr hatte der Kantonsrat Ivan Louis bei der Wahl zum Vizepräsidenten des Kantonsparlaments noch in eine Ehrenrunde geschickt. Diesmal lief alles glatt. Gestern um 14.53 Uhr konnte Peter Göldi das Ergebnis der Wahl verkünden. Der Nesslauer SVP-Vertreter Ivan Louis, der jüngste Kantonsratspräsident der neueren Geschichte, erzielte mit 108 Stimmen ein sehr gutes Ergebnis. Zum Vergleich: Peter Göldi hatte vor einem Jahr 107 Stimmen erhalten.

«Der Kanton gibt sich ein ausserordentliches junges Gesicht», sagte Peter Göldi. Ivan Louis versprach, dass das Wahlergebnis für ihn ein Ansporn sein werde. Er kündigte zudem an, eintägige Arbeitseinsätze in fremden Berufen zu leisten. Das entspricht der Präferenz der grossen Mehrheit der Kantonsräte, die diese mit der Einladung zur Präsidentenfeier äussern konnten.

Ivan Louis betonte die Bedeutung des Kantonsrats als Sprachrohr der Bevölkerung und freut sich auf Begegnungen mit Menschen im ganzen Kanton.

Der Präsident der SVP Toggenburg, Kantonsrat Mirco Gerig (Wildhaus), zeigte sich sehr zufrieden, dass ein junger Toggenburger aus der SVP ein «höchst glanzvolles Resultat» erzielt habe. «Ivan Louis hat sich als Vizepräsident bewährt und gezeigt, dass der das Amt des Kantonsratspräsidenten ausüben kann. Er hat ja schon Geschäfte im Rat behandeln können und er hat im letzten Jahr auch schon den Präsidenten bei offiziellen Anlässen vertreten», betonte Mirco Gerig. Der Vizepräsident kommt bei der Behandlung persönlicher Vorstösse zum Zug.

102 Stimmen für Imelda Stadler

Unbestritten war auch die Vizepräsidentin, die Lütisburgerin Imelda Stadler (FDP). Wie bei Ivan Louis gab es weder Debatten noch Gegenkandidaten. Sie kam auf 102 Stimmen bei ebenfalls 117 ausgeteilten Stimmzetteln. Damit wird die Führung des Kantonsparlaments zwei Jahre hintereinander in Toggenburger Händen liegen. Das war in diesem und im 20. Jahrhundert noch nie der Fall. Der Vizepräsident rückt nach einem Jahr ins Präsidium nach. Eine Zusammenstellung der Staatskanzlei nennt bisher keinen Kantonsratspräsidenten aus Lütisburg. Die Liste ist aber, was die Wohnorte der Präsidenten im 19. Jahrhunderts betrifft, unvollständig.

Dass der Kantonsratspräsident zweimal in Folge aus der gleichen Region stammt, ist gelegentlich der Fall, in jüngster Zeit etwa 2010 und 2011 mit Walter Locher und Karl Güntzel, 1994 und 1995 mit Erika Forster und Verena Koller (alle aus der Stadt St. Gallen), 1987 und 1988 mit August Holenstein und Bruno Isenring (beide aus Flawil) sowie 1977 und 1978 mit Hans Huber und Josef Dahinden (beide aus Goldach; die Liste ist nicht vollständig).

Wer sich nicht an den vor Ivan Louis letzten Nesslauer Kantonsratspräsidenten erinnert, muss sich nicht genieren. Das ist schon 100 Jahre her. Bezirksammann Albert Kuhn bekleidete das Amt des «höchsten St. Gallers» 1917. Ivan Louis’ Toggenburger Vorgänger auf dem Präsidentenstuhl sind im 20. Jahrhundert der Kirchberger Donat Ledergerber (2013), die Bazenheiderin Margrit Stadler-Egli (2004), der Ebnat-Kappler Thomas Zimmermann (1976), der Wattwiler Hermann Willy (1964) und der Lichtensteiger August Schmuki (1961). Dazu kommen der Kirchberger Josef Strässle (1959), der Wattwiler Jean Pozzi (1944) und der Kappler Jakob Bräker (1930; Ebnat und Kappel waren damals noch eigene Gemeinden). 1886 stellte Krummenau mit August Suter ein halbes Jahr den Kantonsratspräsidenten. Als Toggenburger gilt hier, wer im heutigen Wahlkreis Toggenburg lebt. Vor Inkrafttreten der heute gültigen Kantonsverfassung von 2001 waren die Wahlkreise teilweise anders definiert. Im 19. Jahrhundert wurden die Präsidenten lange Zeit nur für eine Session gewählt.

Landammann war zugleich Präsident

Im frühen 19. Jahrhundert ist Lichtensteig dank Karl Müller Friedberg, einem der «Väter» des Kantons St. Gallen, immer wieder auf dem Präsidentenstuhl vertreten. Von 1816 bis 1828 wechselten Karl Müller Friedberg und Julius Hieronymus Zol­likofer einander im Kantonsratspräsidium ab, wobei Letzterer sogar drei Jahre in Folge Präsident war. Damals war der Landammann (Regierungspräsident) zugleich Präsident des Grossen Rats (Kantonsrat), was heute ausgeschlossen ist, und im Amt des Landammanns wechselten ein Reformierter (Zollikofer) und ein Katholik (Müller-Friedberg) einander im Turnus ab.

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