Kantonalmusikfest Top of 19 in Lenggenwil: Eduard Mader
wird Fähnrich des
Kantonalmusikverbands

Eduard Mader ist seit 54 Jahren Mitglied der Musig Lenggenwil. Nächsten Samstag wird ihm eine besondere Aufgabe übergeben. Er wird während fünf Jahren die Fahne des St.Galler Blasmusikverbands (SGBV) tragen.

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Eduard Mader kommt als Mitglied der Musig Lenggenwil eine besondere Ehre zuteil. Er wird während fünf Jahren zum Fähnrich des Kantonalverbands. (Bild: PD)

Eduard Mader kommt als Mitglied der Musig Lenggenwil eine besondere Ehre zuteil. Er wird während fünf Jahren zum Fähnrich des Kantonalverbands. (Bild: PD)

(pd) «Ich habe sofort zugesagt, auch wenn ich nicht genau wusste, worauf ich mich einlassen werde», sagt Eduard Mader. Für ihn ist es selbstverständlich, dass er eine Aufgabe, die im Verein anfällt, übernimmt, sofern es ihm möglich ist. Der 67-Jährige ist eines der ältesten Mitglieder der Musig Lenggenwil und ab nächsten Samstag Fähnrich des Kantonalmusikverbandes. Diese Aufgabe übernimmt stets ein Mitglied jenes Vereins, der das Kantonalmusikfest organisiert. So wird ihm Ernst Eugster aus Diepoldsau – dort fand das Fest vor fünf Jahren statt – am kommenden Samstag die Fahne des SGBV überreichen. Er wird diese bis zum nächsten Kantonalmusikfest im 2024 tragen.

Seit seiner Zusage sind doch einige Monate vergangen und Eduard Mader ist nun besser informiert über die Tätigkeiten seines neuen Amtes. In der Hand hält er das Reglement des SGBV, welches die Pflichten und Rechte des Fähnrichs umschreibt. Aus dem zweiseitigen Formular ist zu erfahren, dass seine Haupttätigkeit die Teilnahme an Anlässen des Kantonalverbandes, an regionalen oder eidgenössischen Musikfesten auf Einladung, an der kantonalen Veteranen-Tagung oder bei der letzten Ehrbezeugung von Mitgliedern des SGBV ist. Zudem ist er verantwortlich, dass die Fahne sachgemäss aufbewahrt wird und er, falls er nicht abkömmlich ist, einen Ersatz zu organisieren hat. Kürzlich hat er einen Workshop, der vom SGBV für Fähnriche angeboten wurde, besucht. Er sei bereit, am kommenden Samstag, die Fahne übernehmen zu können, sagt er.

Durch Verein Einblick in Erwachsenenwelt

Eduard Mader ist seit jeher begeistert von der Blasmusik. Sein Vater war Gründungsmitglied der Musig Lenggenwil. Für den einst 12-Jährigen war es klar, dass er ebenfalls ein Instrument erlernen wollte. Sein Bruder tat es ihm später gleich. Beim damaligen Dirigenten, Josef Meienhofer, – dem Vater des aktuellen Dirigenten – absolvierte er die Ausbildung und trat nach einem Jahr in den Verein ein. «Das ging damals schnell. Der Verein war 1961 gegründet worden und brauchte Mitglieder. Sobald man einigermassen spielen konnte, wurde man als Mitglied aufgenommen», erklärt er. Mit diesem Schritt bekam er einen Einblick in die Erwachsenenwelt, durfte an Anlässen teilnehmen, was ihm sonst seine Eltern nicht erlaubt hätten. Das sei schon etwas ganz Besonderes gewesen.

Als Älterer die Jungen unterstützen

Fähnrich ist Eduard Mader allerdings nicht zum ersten Mal. Bereits im 2011 übte er diese Tätigkeit für die Veteranen-Vereinigung des SGBV aus. Da hatte er den verstorbenen Veteranen mit der Fahne die letzte Ehre zu erweisen. 15 Mal stand er im Einsatz. Es sei zwar etwas happig gewesen, sagt Eduard Mader, der damals noch als Landwirt tätig war, aber es habe ihm gefallen. Dies war ein Grund weshalb Mader nun wieder eine ähnliche Tätigkeit übernimmt. Ausschlaggebend für seine Zusage war jedoch die Tatsache, dass er zu jenem Teil der Musig Lenggenwil gehörte, welcher die Übernahme der Organisation des Kantonalmusikfestes, das in das 6-Tage-Fest «TOP of 19» eingebettet ist, befürwortete. «Vor allem die Jungen in unserem Verein waren dafür», erklärt er und schiebt nach, «wenn diese das wollen, sollen wir Älteren sie doch unterstützen». Motiviert hat ihn zudem der Elan des OK-Präsidenten Franz Meienhofer. «Einer, der mit so viel Begeisterung arbeitet, das gibt es fast nicht, da möchte ich auch meinen Beitrag leisten.»

Nach 54 Jahren noch begeisterter Es-Hornist

Seine Freude an der Blasmusik hat Eduard Mader an zwei seiner vier Söhne weitergegeben, die auch Aktivmitglieder der Musig Lenggenwil sind. Was den stolzen Vater besonders freut: Sie sind Militärtrompeter. Er selber wagte sich damals nicht an die Prüfung zur Aufnahme ins Militärspiel. Er lernte vorerst das Spiel auf der Trompete, wechselte beim Eintritt in den Verein zum Es-Horn, welches er heute noch spielt. Für einen weiteren Wechsel auf den Es-Bass – Jahre später – war er nicht mehr zu haben, zu sehr gefiel ihm dieses Instrument und das Spiel auf dem Es-Horn wurde je länger je interessanter. Dies, weil die Komponisten diesem Instrument in ihren Werken zu immer mehr Virtuosität und Klangfarbe verhalfen. Das Musizieren macht ihm heute immer noch Freude – noch fast mehr als in den Anfängen. «Es ist für mich eine Herausforderung geworden, verlangt etwas von mir, weil die Literatur anspruchsvoller geworden ist», erklärt er. Geübt wird deshalb auch viel mehr als auch schon, weil er mehr Zeit hat, weil ihn seine Register-Kollegin und sein Register-Kollege fordern, aber auch motivieren und weil die Musig Lenggenwil bei Wettbewerben immer wieder ganz vorne rangiert ist.

Hinweis:
Am kommenden Samstag, 16. März, wird die Kantonalfahne übergeben. Der Anlass «TOPofWarm-up» startet um 17 Uhr und findet im Mehrzweckgebäude Lenggenwil statt. Infos: www.topof19.ch