Kanton will Deponie realisieren

OBERBÜREN. Gestern informierten die Verantwortlichen des Kantons über den aktuellen Stand der Deponieplanung. Elf Standorte befinden sich in der Planungsphase, darunter auch der Thurhof in Oberbüren.

Zita Meienhofer
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Gemäss Planung des Kantons soll auf dem Land neben dem Thurhof unverschmutztes Aushubmaterial deponiert werden. (Bild: Zita Meienhofer)

Gemäss Planung des Kantons soll auf dem Land neben dem Thurhof unverschmutztes Aushubmaterial deponiert werden. (Bild: Zita Meienhofer)

Seit 1990 sind die Kantone für die Abfallplanung zuständig. Sie bestimmen demnach die Standorte für neue Deponien. Die Realisierung dieser Anlagen sei anspruchsvoll und komplex, sagt Willi Haag, Vorsteher des Baudepartements. Langwierige Verhandlungen mit verschiedenen Personen gehören ebenso dazu wie Abklärungen bei etlichen Fachstellen. Und: Die Akzeptanz von neuen Aushubdeponien ist bei der Bevölkerung nicht sehr gross – auch wenn die Notwendigkeit unbestritten ist. Denn seit 1996 haben sich die Aushubmengen verzehnfacht. Pro Jahr müssen rund 1,3 Millionen Kubikmeter unverschmutztes Aushubmaterial entsorgt werden.

200 Standorte geprüft

Seit 2010 befasst sich deshalb das Amt für Umwelt und Energie intensiv mit der Deponieplanung, da sich in einzelnen Regionen ein Notstand abzeichnet. In den vergangenen fünf Jahren wurden im Kanton rund 200 allfällige Deponiestandorte für unverschmutzten Aushub geprüft. Darunter befinden sich wenige Standorte mit einem grösseren Volumen von ein bis zwei Millionen Kubikmetern. Die meisten verfügen über eine Kapazität von 100 000 bis 600 000 Kubikmetern. Unter diesen Standorten befinden sich acht Deponien, die bereits vom Kanton vorgeprüft wurden, wie Hummelberg in Waldkirch.

Interesse am Standort Thurhof

Weitere elf Standorte sind in Planung, darunter der Thurhof in Oberbüren. Er ist jedoch noch nicht im Richtplan eingetragen. Gemäss Christoph Heuberger, Deponieplaner im Amt für Umwelt und Energie, hätte dieser Standort im Richtplan 2015 aufgenommen werden sollen. Vom Grundeigentümer des Landes hat der Kanton grünes Licht bekommen, allerdings nicht vom Gemeinderat Oberbüren. Dieser tat den Verantwortlichen des Kantons schon länger kund, dass, bevor im Thurhof ein Deponiestandort realisiert werde, der Radweg von Sonnental nach Oberbüren durchgehend ausgebaut werden müsse. Ob der Kanton auf diese Forderung eingeht? Willi Haag sagt jedenfalls: «Wir machen fast nichts mehr ohne Kompromiss. Wir wollen Lösungen auf partnerschaftlichem Weg und nicht auf dem Rechtsweg.»

Siebenjährige Betriebsdauer

Die Vorarbeiten im Thurhof sind schon weit fortgeschritten. So weit, dass Christoph Heuberger erklärt, dass dieser Standort realisiert werden soll. «Wir haben grosses Interesse daran.» Die geplante Deponie im Thurhof hätte eine Kapazität für 400 000 bis 500 000 Kubikmeter unverschmutztes Aushubmaterial und eine Betriebsdauer von höchstens sieben Jahren.

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