Kanton erneuert Maillartbrücke

Elegant und filigran – so überspannt die Maillartbrücke die Thur zwischen Zuzwil und Henau. Der Kanton will das denkmalgeschützte Bauwerk erneuern. Die beiden Gemeinden müssen sich an den Kosten beteiligen.

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Robert Maillart baute die Brücke über die Thur in den 1930er Jahren. Seine Brückenbauten galten zur damaligen Zeit als technisch gewagt und ästhetisch vollendet. (Bild: Stephan Traber)

Robert Maillart baute die Brücke über die Thur in den 1930er Jahren. Seine Brückenbauten galten zur damaligen Zeit als technisch gewagt und ästhetisch vollendet. (Bild: Stephan Traber)

GEMEINDE UZWIL. Die Fahrbahn der Maillartbrücke zwischen Henau und Zuzwil ist seit einigen Jahren verengt, Lastwagen können nicht kreuzen. Das schützt die Brücke vor zu hohen Belastungen. Sie ist nicht dafür gebaut. Umso mehr, als ihr baulicher Zustand schlecht ist, nach einer Sanierung ruft.

Kosten von sechs Millionen

Der Kanton St. Gallen will nun die Brücke erneuern und dabei die Fahrbahn wieder verbreitern, damit Lastwagen kreuzen können. Voraussetzung dafür: Er muss die Brücke deutlich verstärken. Das kostet viel, fast sechs Millionen Franken. Vom Vorhaben profitieren auch die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Sie erhalten beidseits anderthalb Meter breite Gehwege. Und an die Kosten genau dieser Gehwege müssen die Gemeinden 35 Prozent beitragen. Für die Gemeinden sind die Kosten durch die kantonalen Entscheide gebunden. Der Kanton hat den Verteilschlüssel unter den Gemeinden festgelegt und dazu die Brückenlänge je Gemeindegebiet herangezogen. Folge: Zuzwil trägt 225 000 Franken, Uzwil 373 000 Franken. Ein Verhältnis von 40 zu 60.

Kanton zahlt Hauptteil

Ob Maillartbrücke, Brübacherbrücke oder Fussgängerstege über die Thur: Uzwil und die Nachbargemeinden teilen die Kosten von Brücken seit jeher 50:50. Unabhängig davon, wo die Grenze genau verläuft. Weil beide Seiten ein gleiches Interesse an der Verbindung haben. Nun wirkt der Kanton mit, das ist anders. Der Kanton zahlt nämlich den weitaus grössten Teil.

Gewohnten Teiler verwenden?

Soll man jetzt dafür dankbar sein oder sich ärgern, dass die andere Gemeinde vom angeordneten Kostenteiler mehr profitiert? Lucas Keel: «Wir sind froh, dass der Kanton die Hauptlast trägt. Man hätte den gewohnten Kostenteiler unter Gemeinden verwenden können. Zuzwil hätte ein Teiler von 50:50 rund 75 000 Franken mehr gekostet. Das hätte unsere Nachbargemeinde ebenso wenig umgebracht wie uns. Die Würfel sind gefallen. <Alea iacta est> würde der Lateiner sagen.» ?

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