Kandidaten-Karussell dreht sich: Jörg Caluori will Gemeindepräsident werden

Im Wahlkampf um das Gemeindepräsidium von Niederbüren hat sich ein dritter Kandidat in Position gebracht. Heute Nachmittag gab der frühere Filialleiter der Buchhandlung Rösslitor in St. Gallen, Jörg Caluori, seine Kandidatur bekannt.

Andrea Häusler
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Jörg Caluori ist im Sommer vergangenen Jahres nach fast 30 Jahren im St. Galler Gewerbe als Filialleiter der Buchhandlung «Rösslitor» in Pension gegangen. Jetzt zieht er nach Niederbüren und kandidiert als Gemeindepräsident. (Archivbild: Ralph Ribi)

Jörg Caluori ist im Sommer vergangenen Jahres nach fast 30 Jahren im St. Galler Gewerbe als Filialleiter der Buchhandlung «Rösslitor» in Pension gegangen. Jetzt zieht er nach Niederbüren und kandidiert als Gemeindepräsident. (Archivbild: Ralph Ribi)


Kurz vor Ablauf der Eingabefrist für Bewerbungen hat das Kandidatenkarussell um die Nachfolge des Niederbürer Gemeindepräsidenten Niklaus Hollenstein nochmals Schwung aufgenommen. Nebst den aus dem Selektionsverfahren der Findungskommission hervorgegangenen Kandidaturen von Gemeinderätin Carloline Bartholet aus Oberuzwil und Gemeindeschreiber Christoph Koenig aus Staffelbach bewirbt sich auch der pensionierte Geschäftsführer der Rösslitor-Buchhandlung in St.Gallen, Jörg Caluori, um das Amt des Gemeindepräsidenten.

Caluori wohnt in Gaiserwald, ist aber in diesen Tagen dabei seinen Wohnsitz nach Niederbüren zu verlegen. Nicht der Wahl wegen, oder weil seine Schwester hier vor Jahren unterrichtet habe, wie er lachend sagt. Reizvoll sei die Lage in unmittelbarer Nähe eines herrlichen Naherholungsgebietes. Damit ist Jörg Caluori der einzige Kandidierende, der am Tag des Wahlgangs in Niederbüren wohnt.

«Unkonventionelle Lösung»

Der 66-Jährige sieht sich selbst als «unkonventionelle Lösung» für Niederbüren. Er habe bisher ein priviligiertes Leben führen dürfen, sagt er. Als Gemeindepräsident wolle er nun der Gemeinschaft etwas zurückgeben.

Jörg Caluroi war politisch stets interessiert, ist auf dem Parkett der Mandatsträger jedoch ein Neuling. Er gehört keiner Partei an («Die für mich passende existiert noch nicht») und ist auch in keiner anderen Organisation aktiv. «Ich bin unabhängig und liberal denkend.» Wenn sich engagiert, dann tut er das aus persönlichem Antrieb. Und dass er sich engagiert und zuweilen auch exponiert, hat er in der Vergangeheit öfter bewiesen: etwa als Vertreter des St. Galler Gewerbes, der kein Blatt vor den Mund nahm und zuweilen lospolterte, wenn es der Sache diente.

Führungserfahrung in verschiedenen Branchen

So leicht bepackt sein politischer Rucksack scheint, so umfassend ist der Umfang seiner Führungserfahrung. In St.Gallen aufgewachsen hat der heute 66-Jährige in Basel eine Lehre als Chemielaborant absolviert. Später arbeitete er für längere Zeit in der Informatikbranche, bevor er, vor rund 30 Jahren, mit seiner Familie nach St.Gallen zurückkehrte – zunächst als Leiter von Musik Hug, dann als Geschäftsführer des FC St.Gallen und schliesslich als Filialleiter im «Rösslitor».

Ob Musik, Fussball oder Bücher – er sei flexibel, hatte Caluori am Ende seiner beruflichen Laufbahn als Geschäftsführer der Filiale St.Gallen der Orell Füssli Thalia AG im Juli 2018 gesagt. Die Aussage bekräftigte er gestern im Hinblick auf das politische Amt. Nach 40 Jahren im Business könne er nicht ruhig sitzen: «Ich will und muss etwas bewegen.»

Rückhalt findet Jörg Caluori in seiner Familie, vor allem bei seiner nach wie vor berufstätigen Frau Pia, die er vor über 40 Jahren kennengelernt hat. Die beiden haben zwei erwachsene Söhne und einen inzwischen zweijährigen Enkel.

Zweiter Wahlgang wahrscheinlich

Mit der Kandidatur, die sich Jörg Caluori lange überlegt, aber am Donnerstag in letzter Minute eingereicht hat, präsentiert sich die Ausgangslage gut zwei Monate vor dem Wahltermin nochmals neu. Die Verteilung der Wählerstimmen auf drei Kandidierende macht einen zweiten Wahlgang wahrscheinlich.