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Kampf gegen Flammen
und Schutz vor Hochvoltstrom

Elektroautos, Gasfahrzeuge, Hybridmodelle: Neue Technologien fordern die Feuerwehren. Rund 100 Offiziere des Feuerwehrverbandes Untertoggenburg, Wil und Gossau lassen sich derzeit in Jonschwil weiterbilden.
Andrea Häusler
Am Anfang steht weiterhin stets die Rettung von Personen. (Bild: Andrea Häusler)

Am Anfang steht weiterhin stets die Rettung von Personen. (Bild: Andrea Häusler)

Unmittelbar neben dem Oberstufenzentrum Degenau steht ein Personenwagen in Flammen. Rotbrauner Rauch drängt aus dem Motorraum. Ein Mann sitzt reglos hinter dem Lenkrad. Kurze Zeit später trifft die Feuerwehr ein. Jetzt geht alles schnell. Fast gleichzeitig werden der Fahrer und das Kind im Kindersitz aus dem Auto befreit. Dann spritzt Löschwasser aus den entrollten Schläuchen. Es dauert, bis einer der Feuerwehrmänner feststellt: «Es ist ein Hybrid.»

«Elektro- und Hybridfahrzeuge, die zunehmend auf den Strassen unterwegs sind, aber auch Autos mit Gasantrieb, stellen die Feuerwehren im Brandfall vor ganz neue Herausforderungen», sagt Kurskommandant Martin Bühler, der mit der zweitägigen Offiziersweiterbildung zum zweiten Mal in Folge in Jonschwil Gastrecht geniesst. Denn eine Batteriezelle lasse sich nicht innert Minuten löschen; und erst recht nicht mit Wasser. Es könne Stunden dauern, bis die Spannung abgebaut, die gesamte Energie weg sei, erklärt er. «Gelöscht» würden solche «Brände» - unter Beobachtung - mit Sand.

Explosionsgefahr bei Autos mit Gasantrieb

Die Elektrizität in den Leitungen und Batterizellen, die bis zu 600 Volt betragen kann, stellt für die Feuerwehrangehörigen gleichzeitig ein Sicherheitsrisiko dar. Genauso wie die Explosionsgefahr bei gasangetriebenen Fahrzeugen. «Es ist wichtig, sich solchen Modellen von vorne zu nähern», macht Rolf Kreis, Technischer Leiter des Kurses, klar. Zumal der Tank im hinteren Fahrzeugbereich verbaut sei. «Autos mit Verbrennungsmotoren zu löschen, war und ist einfacher», resümiert Martin Bühler und gibt zu bedenken: «Wir hinken dem technologischen Fortschritt halt stets ein Stückweit hinterher.»

Der Rauch hat sich inzwischen verzogen. Der Übungsbrand ist gelöscht. Zurückgeblieben ist literweise Löschwasser, das in der Wiese versickert. Es ist sauber, die Erde vermag die Flüssigkeit aufzunehmen. Die Bedingungen sind allerdings nicht bei jedem Einsatz so. Löschwasser kann mit Schadstoffen belastet sein und/oder im Umfeld des Brandobjekts vermeidbare Wasserschäden anrichten. «In einem zweiten Teil des Kurses werden die Offiziere für derlei Folgeschäden sensibilisiert», sagt Major Rolf Kreis und ergänzt, dass stets das Ziel bestehe, die Kursinhalte aktualitätsbezogen zu gestalten.

Wobei es Themenbereiche gibt, die nie an Aktualität einbüssen. Beispielsweise die Vorarbeiten, welche die Feuerwehren bei einem Chemieunfall zu leisten haben, bevor schliesslich die Chemiewehr eintrifft. Für Rolf Kreis deshalb ein wichtiges Kurselement, weil diese Aufgaben selten beübt würden. Der Grund ist ein einfacher: «Chemieunfälle kommen bei uns selten vor.»

Theoretische Ausbildung zum Abschluss

Theoretische Ausbildung zum Abschluss Primär um die Sicherheit der Feuerwehrangehörigen geht es in der Ausbildung an Messgeräten, welche die Qualität der Raumluft in einem Objekt anzeigen. Sind Giftstoffe in der Luft oder herrscht Sauerstoffmangel? Die Geräte liefern Werte, die es zu interpretieren gilt, bevor ein kritischer Raum betreten wird. Abgerundet wird die gestern und heute von 100 Feuerwehroffizieren besuchte Ausbildung mit einen theoretischen Teil, bei dem Einsatzabläufe repetiert werden.

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