Kampf gegen Diskriminierung geht weiter

Der SP der Stadt Wil steht ein neuer Präsident vor: Rino Scherrer löst Kilian Meyer ab. Während seiner vierjährigen Amtszeit setzte sich Meyer für die Integration von Migrantinnen und Migranten und ein gutes gesellschaftliches Zusammenleben ein. Ausserdem folgte im Vorstand Marianne Mettler auf Mirta Sauer.

Philipp Haag
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«Nimm Anfeindungen nicht persönlich»: Rat des ehemaligen SP-Präsidenten Kilian Meyer (re.) an seinen Nachfolger Rino Scherrer. (Bild: Philipp Haag)

«Nimm Anfeindungen nicht persönlich»: Rat des ehemaligen SP-Präsidenten Kilian Meyer (re.) an seinen Nachfolger Rino Scherrer. (Bild: Philipp Haag)

WIL. «Ich werde mich für eine soziale, offene und fortschrittliche Stadt einsetzen.» Und er werde sich den gegenwärtig auftretenden fremdenfeindlichen Tendenzen widersetzen. Rino Scherrer, am Dienstagabend zum neuen Präsidenten der SP Wil gewählt, setzt die von seinem Vorgänger Kilian Meyer bereits verfolgte Strategie fort: der Einsatz für eine lebenswerte Stadt Wil. Meyer gab das Präsidium nach vier Jahren ab. Grund für seinen Rücktritt aus dem Vorstand sind eine zusätzliche berufliche Aufgabe, eine Anfang Jahr begonnene Weiterbildung sowie seine Tätigkeit im Stadtparlament sowie zurzeit in der Reglementskommission. Alle Beschäftigungen zusammen seien etwas gar anspruchsvoll, sagte Meyer. Er erachtet darum den Zeitpunkt für die Abgabe des SP-Präsidentenamts als geeignet.

Für starke öffentliche Schule

An der SP-Hauptversammlung im «Signal» sprach der scheidende Präsident von vier spannenden Jahren, während dener er von engagierten Vorstandskollegen aktiv unterstützt worden sei. Einen Fokus legte er während seiner Amtszeit auf die Integration von Migrantinnen und Migranten sowie ein gutes Zusammenleben in der Wiler Gesellschaft, wie er auf Nachfrage erklärt. Der Kampf gegen Diskriminierung habe ihn die kompletten vier Jahre hindurch begleitet, sagt Meyer. Das Engagement für eine starke öffentliche Schule bildete einen weiteren Schwerpunkt. Ausserdem wehrte sich die SP während Meyers Präsidialjahren gegen den «Sparwahn», wie er ihn bezeichnet, «damit Wil weiterhin als regionales Zentrum mit einer gut funktionierenden Verwaltung auftreten kann». Als Höhepunkt nennt Meyer die Wahlen im Herbst 2012, als Dario Sulzer den SP-Stadtratssitz der abtretenden Barbara Gysi, die in den Nationalrat gewählt worden war, verteidigen konnte und sich die SP-Fraktion im Stadtparlament von fünf auf acht Mitglieder erhöhte. Auch wenn es schwierig werde angesichts der Reduktion des Parlaments von 45 auf 40 Mitglieder, «ist es unser Bestreben, alle Sitze zu halten», unterstützt Meyer die vom neuen Präsidenten bereits formulierte Zielvorgabe für den Herbst 2016.

Bindeglied zur Fraktion

Meyers Rücktritt war nicht der einzige aus dem Vorstand. Mirta Sauer, seit vergangenem Jahr im Stadtparlament, gab ebenfalls ihren Austritt. Sie wird ersetzt durch Marianne Mettler, ebenfalls Parlamentarierin, die als Bindeglied zur Parlaments-Fraktion fungieren wird. Die restlichen Vorstandsmitglieder, Doris Scheiflinger, Michel Ketterle, Jiluan Salih und Michael Schönenberger wurden bestätigt.