«Rund um Uzwil»: Radfahrer im Kampf gegen die Uhr, die Gegner und den Regen

Wegen coronabedingter Eventausfälle nahmen am Radrennen «Rund um Uzwil» weit mehr Sportlerinnen und Sportler teil als in den Jahren zuvor.

Christoph Heer
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Kampf gegen die Nässe: Trocken blieben nur die Rennleitung und die Zuschauer unter den Schirmen.

Kampf gegen die Nässe: Trocken blieben nur die Rennleitung und die Zuschauer unter den Schirmen.

Bilder: Christoph Heer

Kein Mensch verliess gestern sein Heim freiwillig, ausser man ist Radrennsportfan, Uzwiler oder einer der rund 380 Radrennfahrer. Letztere reisten aus der ganzen Schweiz an, um am diesjährigen «Rund um Uzwil» teilzunehmen. Die Veranstaltung war, wegen Corona, eine der wenigen, nationalen Rennanlässe, die in diesem Jahr durchgeführt wurden.

Das Wetter lässt sich nun mal nicht beeinflussen und Radsport findet nun einmal draussen statt. Entsprechend unbeeindruckt zeigten sich die Teilnehmenden. Motiviert stellten sie sich an die Startlinie, wärmten sich mit armschwingenden Bewegungen auf und traten nach dem Startschuss an der Morgentalstrasse in Oberuzwil in die Pedale.

Aufspritzendes Wasser im Windschatten

In unterschiedlichsten Kategorien wurde der Kampf gegen die Uhr, den Gegner und den Regen aufgenommen. Was in der Startzone nicht wahrgenommen wurde, erklärte Nils Graf aus dem zürcherischen Ottenbach kurz nach seiner Zielankunft: «Das war ein unglaublich anstrengendes Rennen. Zwischendurch hagelte es sogar.» Nichtsdestotrotz konnte der junge Sportler zufrieden sein, gewann doch der Zehnjährige in seiner Kategorie hauchdünn vor dem neunjährigen Saybien Zumsteg, aus dem Kanton Aargau. Der Zweitplatzierte schien trotzdem glücklich über den Verlauf des Rennens zu sein. Er erklärte an der Rangverkündigung, dass er ein gutes Rennen gezeigt habe. «Schwierig war es, nicht im Windschatten zu fahren. Die nasse Fahrbahn liess das fast nicht zu, man hätte bloss das aufspritzende Wasser des vorderen Fahrers ins Gesicht bekommen.»

Kein Zuckerschlecken war das gestrige Radrennspektakel «Rund um Uzwil». Pausenlos schüttete es von oben herab.

Kein Zuckerschlecken war das gestrige Radrennspektakel «Rund um Uzwil». Pausenlos schüttete es von oben herab.

Dass die wenigen Zuschauer unter ihren Regenschirmen und entlang der Start-, Ziellinie, stets über den Rennverlauf informiert wurden, war das Verdienst des Speakers Christian Rocha. Er betonte, dass es schön sei, auf nationaler Ebene wieder einmal ein Rennen zu kommentieren. «Und doch herrscht irgendwie eine merkwürdige Stimmung. Normalerweise wären zu diesem Zeitpunkt Ende August schon Dutzende Rennen über die Bühne gegangen. Nun ist das wie eine Premiere für Fahrer, Staff und Organisatoren. Ganze Abläufe müssen sich erst wieder einspielen, bis eine gewisse Routine aufkommt. Und angesichts des Wetters wird es nicht einfacher.»

Nur wenige kurzfristige Absagen

Ein gern gesehener Gesprächspartner war indes der neue OK-Präsident. Peter Lienhard besuchte Jurywagen, Streckenposten und Zuschauer gleichermassen und konnte trotzdem spannenden Radrennsport geniessen. «Dass wir ‹Rund um Uzwil› durchgeführt haben, hat mit sportlichen Gründen zu tun. Wir wollten den Fahrern die Gelegenheit bieten, sich mit nationalen Grössen zu messen.»

Er und sein zwölfköpfiges OK-Team, sowie alle weiteren Helfer haben ganze Arbeit geleistet, die eigentlich mit schönem Wetter hätte belohnt werden müssen. «Nur wenige haben sich kurzfristig entschieden, nicht an den Start zu gehen. Trotzdem haben wir mehr Teilnehmer als in den Vorjahren», sagte Lienhard.