Kamin bleibt bestehen?!

«Dank Bautätigkeit mehr Steuerzahler» (Wiler Zeitung vom 10. Januar 2011)

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«Dank Bautätigkeit mehr Steuerzahler» (Wiler Zeitung vom 10. Januar 2011)

Vor einem Jahr habe ich in der Zeitung gelesen: «Auch der Kamin inmitten des Areals, so etwas wie ein Wahrzeichen Oberuzwils, soll der Nachwelt als Reminiszenz an die Vergangenheit erhalten bleiben …» Und nun, am 10. Januar, also ein Jahr später, heisst es in derselben Zeitung unter dem Titel «Dank Bautätigkeit mehr Steuerzahler»: «Die alten Gebäude sowie der Kamin im Areal der ehemaligen Färberei Heer sollen entfernt werden.» Was stimmt nun? Ich mache mir meine Gedanken: Mehr Steuerzahler, mehr Geld in der Kasse und darum ein tieferer Steuerfuss, bald so tief wie in Wil oder Goldach, ja bald am tiefsten im Kanton. Aber ein Dorf mit einem so markanten Kamin, einem Wahrzeichen aus der Blütezeit der Textilindustrie des 19. und 20. Jahrhunderts, wo gibt es das noch? – Ich könnte mir zwei Quizfragen in 50 Jahren vorstellen: Erste Frage: Wie heisst das Dorf mit dem tiefsten Steuerfuss im Kanton St. Gallen? Antwort: ? keine Ahnung! Zweite Frage: Wie heisst das Dorf mit dem einzigen noch erhaltenen Fabrikkamin in der Ostschweiz? Antwort: Ja klar, Oberuzwil! Das wäre doch auch etwas für ein Dorf mit so einem interessanten, leider allzu engen Ortsmuseum, wo momentan die industrielle Entwicklung der Firma Heer an drei Sonntagen anschaulich präsentiert wird. – Besuch wird empfohlen. Und wer gibt die richtige Antwort zu: Kamin bleibt bestehen?

Franz Deiss

Bichwilerstrasse 13, 9248 Bichwil