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Käsegenuss nach der Kulturarbeit: Gabriela Frei widmet sich der nächsten Herausforderung

Die Villa Sutter ist als Kulturstätte etabliert. Nach ihrem Rücktritt als Präsidentin des Trägervereins engagiert sich Gabriela Frei nun für die Käsekultur.
Adrian Zeller
Innert sechs Jahren hat Gabriela Frei die Villa Sutter in Münchwilen zu einem regional bekannten Kulturzentrum entwickelt. Jetzt hat sie sich neu orientiert.

Innert sechs Jahren hat Gabriela Frei die Villa Sutter in Münchwilen zu einem regional bekannten Kulturzentrum entwickelt. Jetzt hat sie sich neu orientiert.

Wenn das Gespräch auf Käse kommt, gerät Gabriela Frei ins Schwärmen: «Mich fasziniert die erstaunliche Vielfalt an Sorten. Es gibt immer wieder Menschen, die bei diesem uralten Nahrungsmittel mit neuen Ideen für Innovationen sorgen.»

Es war die Liebe, die in der damals 18-Jährigen gleichzeitig auch die Liebe zum Käse entflammte. Ihr damaliger Partner und heutiger Mann lernte den Beruf des Käsers. Durch ihn und seine Zusatzausbildungen wuchs sie immer mehr in das Thema und in die Schweizer Käseszene hinein. «Man kennt sich untereinander in dieser Branche», schmunzelt die 54-jährige Mutter zweier erwachsener Kinder.

Eigenen Lehrgang entwickelt

2007 übernahmen Gabriela Frei und ihr Mann die Aktienmehrheit eines mittelgrossen Produktionsbetriebes in der Innerschweiz. Dessen Raclettekäse wurde bisher siebenmal mit dem Swiss Cheese Award ausgezeichnet. Über ihre Kontakte erhielt sie Einblick in unterschiedliche Produktionsbetriebe, sie besucht auch immer wieder Fachmessen im In- und Ausland. Nach den vielen Eindrücken hatte sie das Bedürfnis nach mehr Basiswissen. Sie eignete es sich in einem Käsesommelier-Lehrgang an.

Mittlerweile hat die initiative Frau aus St. Margarethen bei Münchwilen mit einer Partnerin und einem Partner aus dem Kulinarikbereich einen eigenen Sommelierlehrgang entwickelt.

«Im Käseland Schweiz braucht es so eine Ausbildung.»

Davon ist sie überzeugt. Die bereits bestehenden Kurse hält sie thematisch für ausbaufähig, daher reifte in ihr die Idee aus der hohen Schule des Käsegenusses eine noch höhere Schule zu machen. Kursorte sind etwa eine Alpkäserei. Dank ihres dichten Beziehungsnetzes in der Branche konnte sie namhafte Unternehmen und Organisationen als Partner gewinnen. Im September 2019 startet der erste Lehrgang, der in Modulen sowie in Blockkursen besucht werden kann.

2000 ehrenamtliche Stunden

Etwas von Grund auf aufzubauen gefällt der ausgebildeten Handarbeits- und Sportlehrerin. Vor kurzem hat sie ein Pionier-Kapitel in ihrer Laufbahn beendet: Sie hat als Präsidentin des Trägervereins die ehemalige Fabrikantenvilla Sutter Münchwilen innert sechs Jahren zu einem bekannten Kulturzentrum entwickelt. «Wir wollen ein Begegnungsort und eine kulturelle Stätte für jedermann sein, sie soll nicht elitär wirken», betont Frei. Rund 2000 ehrenamtliche Stunden hat sie in die Ausarbeitung von Trägerschafts- und Nutzungskonzepten, in Sitzungen sowie in praktische Arbeit vor Ort investiert: «Ich habe Mulden gefüllt und gekocht», erzählt sie schmunzelnd. Darüber hinaus hat sie für eine stabile finanzielle Basis für die Villa Sutter gesorgt.

Ein Glücksfall für Münchwilen

Im Haus finden heute regelmässig Kunstausstellungen, Kleinkunstaufführungen sowie verschiedene Kurse etwa von Pro Senectute statt. Ein Café sowie die Gemeindebibliothek gehören zum weiteren Angebot. Die Liegenschaft ist von einer grosszügigen Parkanlage, die viel Platz für wechselnde Skulpturenausstellungen und für Mussestunden bietet, umgeben. Leicht lässt die grüne Idylle vergessen machen, dass unmittelbar vor ihrer Hecke eine viel befahrene Durchgangsstrasse vorbeiführt. «Die Villa Sutter ist ein Glücksfall für Münchwilen, sie ist ein wichtiger Pluspunkt im Standortmarketing», ist Frei überzeugt.

Abschied nach der Aufbauphase

An der letzten Hauptversammlung des Trägervereins Ende April hat sie das Präsidium ihrem Nachfolger «mit einem guten Gewissen und einer stabilen Basis» übergeben. Die Aufbauphase ist für sie abgeschlossen. Nun beginnt für sie und auch für die Besucher und Mitarbeitenden der Villa Sutter ein neuer Entwicklungsabschnitt.

«Ich habe überhaupt keine Mühe loszulassen. Und ich finde auch nicht, mein Nachfolger müsse alles in meinem Sinn weiterführen. Es freut mich, wenn neue Ideen eingebracht werden.»

Die ehemalige Schulpräsidentin von Münchwilen ist es gewohnt immer wieder etwas Neues anzupacken. Nach ihrer Begeisterung für die Villa Sutter wird sie künftig zweifellos auch die Begeisterung für die Käsekultur auf die Menschen übertragen.

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