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KÄLTEEINBRUCH: Frost mit viel Frustpotenzial

Schnee und Minusgrade in der zweiten Aprilhälfte sorgen in der Landwirtschaft für bange Momente. Ein Blick zum höchstgelegenen Thurgauer Rebberg zeigt: Im schlimmsten Fall droht ein Totalausfall.
Simon Dudle
Lilian Gantenbein zeigt am Wuppenauer Rebberg, wie stark die Rebstöcke schon ausgeschlagen haben. (Bild: Marlies Scarpino)

Lilian Gantenbein zeigt am Wuppenauer Rebberg, wie stark die Rebstöcke schon ausgeschlagen haben. (Bild: Marlies Scarpino)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Christoph Frauenfelder, Inhaber der Wetterstation Meteotop in Niederuzwil, sagt es klar und deutlich: «Diese Kälte ist für die Kulturen, welche derzeit drei Wochen im Vorsprung sind, kritisch. Kirsch-, Obst-, Nussbäume und auch Reben werden empfindlich getroffen.» Die Kälteperiode dürfte von heute Mittwoch bis am Freitagvormittag dauern. «Zum Glück jeweils nur einige Stunden», sagt Frauenfelder.

Trotzdem laufen in der Landwirtschaft die Vorbereitungen auf Hochtouren. Auch bei den Verantwortlichen des höchstgelegenen Thurgauer Rebbergs, dem Rebenstein am Nollen, sind es bange Momente. Sie hoffen auf einen mild gestimmten Petrus. Die Vereinsmitglieder trafen sich gestern Abend, um die letzten Vorkehrungen zu treffen.

2016 lag Ende April noch Schnee

Schon zuvor war entschieden worden, wie man der Kälteperiode begegnet. Zur Debatte standen drei Varianten. Erstens: Frostkerzen aufstellen und bei Bedarf anzünden. Darauf wurde aus Kostengründen verzichtet. Zweitens: der Einsatz eines Helikopters, der über dem Rebberg kreist. Damit sollen die höheren, wärmeren Luftschichten aktiviert und Richtung Boden geführt werden. Darauf wurde verzichtet, weil im Verein niemand einen Helikopter besitzt.

«Wir haben uns für die einfachste, praktische, aber auch zeitaufwendige Variante entschieden», sagt Lilian Gantenbein, verantwortlich für den Rebberg am Nollen. Eine zusätzliche Frostrute oder eine grössere Anzahl Reservezapfen werden stehen gelassen und erst nach den Eisheiligen zurückgeschnitten. Konkret sieht das so aus: In Hosenruck gibt es den Stickelanbau. Neben einem Trieb mit fünf Augen gibt es immer auch einen Reservezapfen mit ein bis zwei Augen. Sollte der erste Trieb der Kälte zum Opfer fallen, bleibt die Hoffnung auf die Reservezapfen. Trotzdem: Im schlimmsten Fall steht diese Woche die gesamte Jahresernte auf dem Spiel. Lilian Gantenbein bleib aber optimistisch. Da der Rebberg auf dem Nollen von seiner Lage her vor den tiefsten Temperaturen geschützt sei, gefriere meistens nicht alles.

Dass es im späten April noch einmal kalt und weiss wird, ist zwar nicht Standard, kommt aber gelegentlich vor. Bei der Wetterstation Meteotop registriert Frauenfelder im langjährigen Durchschnitt zwischen dem 11. und dem 20. April einen Frosttag. Im Jahr 2014 hatte es in Niederuzwil am 18. April noch Schnee, vergangenes Jahr gar am 27. April.

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