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KABARETT: Die pessimistischen Optimisten

Zwischen sieben Uhr abends und sechs Uhr morgens: Das ist die Zeit, welche die Pessimopten zum Sinnieren, Provozieren und Kritisieren anregte. Helga S. Giger und Cornelia Buder sind mit «Zeitsplitter» zurück.
Zita Meienhofer
Zahlreiche Texte des neuen Programms «Zeitsplitter» hat Helga S. Giger geschrieben. (Bild: Zita Meienhofer)

Zahlreiche Texte des neuen Programms «Zeitsplitter» hat Helga S. Giger geschrieben. (Bild: Zita Meienhofer)

Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

Im September 2015 setzte sie sich zur Ruhe. Oder doch nicht. Die Unruhige im Unruhestand – so wie sie ihren Zustand selber beschreibt – konnte nicht ruhig bleiben. Ein halbes Jahr später ging es deshalb in die zweite Runde. Die Rede ist nicht von Fussball, die Rede ist vom Kabarett, die Rede ist von Helga S. Giger und auch Cornelia Buder. Während zehn Jahren, sieben verschiedenen Programmen und mit drei weiteren Kabarettisten standen die beiden Flawilerinnen mit dem Cabaret Spätlese auf der Bühne. Dann sollte Schluss sein. Für Cornelia Buder, die inzwischen in St. Gallen wohnt, und Helga S. Giger stand schnell einmal fest: «Irgendetwas wollen wir nochmals machen.» Der Zufall brachte sie mit Tilly Neuweiler aus Heiden und Joe Joehl aus Neukirch zusammen. Und damit war ein neues Kabarett-Quartett geboren.

Neues Ensemble, neue Ideen, neues Programm

Seit Februar 2016 trafen sich die Kabarettisten regelmässig – um sich als Gruppe zu finden, um ihr Programm zu kreieren, um sich einen Namen zu geben. Pessimopten haben sie letztlich als Name gewählt. «Weil wir pessimistisch und doch optimistisch sind», erklärt Helga S. Giger. «Zeitraffer» ist ihr Programm. «Zeitraffer» forderte den vieren etliche Stunden an Diskussionen zum Thema ab. Und noch mehr Zeit für das Schreiben von Texten das Komponieren von Liedern, das Einstudieren von Gesten und Mimik und das Besorgen von Requisiten und Kostümen. Ganz zu schweigen vom Auswendiglernen. «Wir haben alles selber gemacht», sagt Helga S. Giger. Noch feilen sie am letzten Schliff. Doch bis am 6. Mai, bis zur Premiere, sind auch die letzten Unsicherheiten vom Tisch.

Das neue Programm mit den neuen Ensemblemitgliedern soll etwas anderes sein als das Cabaret Spätlese. «Politischer, provokativer und kritischer», ergänzt Helga S. Giger. Damals widmeten sich die Kabarettisten dem Alter. Die Pessimopten haben ihren Fokus auf die Zeit ausgerichtet – während sieben Uhr abends und sechs Uhr morgens. «Wir beschäftigt uns mit zeitbezogenen Erfahrungen im ganz normalen Alltag», erklärt Helga S. Giger. Alltagskomik, Lebensphilosophie, Kritik und Ermunterung, das soll Platz haben im neuen Programm. «Wir pendeln zwischen Pessimismus und Optimismus beim Versuch, das Leben und seine Hintergründe in kleinen Szenen, Texten und Liedern zu erforschen», beschreiben die Pessimopten ihr neues Programm. Da werden Beratungstelefonate auf die Schippe genommen, da werden Fake-News abgehandelt, da sinniert ein Besoffener über das Thema Zeit – immer mit einer Prise Ironie und der Narrenfreiheit, die Kabarett zulässt. «Es macht mir Spass, Dinge zu benennen, die man in einem anderen Kontext nicht aussprechen würde», so Helga S. Giger.

Im Stundenrhythmus durch die Nacht

Den Spass am neuen Programm, die Freude darüber, dass nach Ende des Cabarets Spätlese nochmals die Möglichkeit bestand, ein neues Kabarett zu formieren, das ist bei Helga S. Giger spürbar. Da scheinen sich vier Menschen gefunden zu haben, die zueinander passen. Da ist einerseits Cornelia Buder, die als Theaterpädagogin schon viele Projekte organisiert, begleitet und initiiert hat, und die Helga S. Giger schon seit Jahrzehnten kennt. Da ist aber auch Tilly Neuweiler, die Künstlerin, die sich den Skulpturen und der Malerei verschrieben hat. Sie sagt von sich: «Kabarett – das ist spannend für mich, das ist eine Kommunikation mit dem Publikum auf höherer Ebene.» Und da ist schliesslich Joe Joehl, der Lehrer im Ruhestand. Es ist ein Quartett, dass sich auf der Bühne nun im Stundenrhythmus durch die Nacht manövriert.

Hinweis

Premiere von «Zeitsplitter» ist am Samstag, 6. Mai, um 20 Uhr im Haus Neukirch (Hinterdorf 15), Neukirch an der Thur. Tickets sind erhältlich bei Helga S. Giger 071 393 68 58 oder hsgiger@bluewin.ch. Die Vorstellungen in Flawil sind bereits ausverkauft.

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