Junior schiesst Leader ab

Verkehrte Welt auf dem Ifang. Abstiegskandidat Henau schlägt den Spitzenreiter mit 3:0 und darf sich weiter Hoffnungen auf den Ligaerhalt machen. Bazenheid büsst die Tabellenführung ein.

Beat Lanzendorfer
Drucken
Teilen
Andrin Holenstein (rechts) duelliert sich mit seinem ehemaligen Mitspieler Palmieri. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Andrin Holenstein (rechts) duelliert sich mit seinem ehemaligen Mitspieler Palmieri. (Bild: Beat Lanzendorfer)

FUSSBALL. Vorbehaltlos glücklich war nach Spielschluss keiner, auch die Sieger nicht. Das Henauer Trainerduo Bekim Marku/Safet Uzunovic hatte auch mitbekommen, dass sich Goldach in Uzwil einen wichtigen Punkt holte, und was noch schlimmer wog, Calcio Kreuzlingen fand nach sieben Niederlagen in Folge gegen Abtwil (4:0) zum Siegen zurück. Bekim Marku: «Mit der Leistung meiner Jungs bin ich sehr zufrieden. Der Sieg wird allerdings etwas getrübt, weil die Konkurrenz auch gepunktet hat.» Heris Stefanachi, Trainer der Bazenheider, suchte nicht nach Ausflüchten: «Ich gratuliere Henau zum Sieg, er geht in Ordnung. Wir glauben aber weiterhin fest an den Aufstieg in die 2. Liga inter.»

Schnelle Führung

Die Begegnung war auch ein Bruderduell. Robin Holenstein spielte auf Seiten der Gäste, Bruder Andrin hatte im Winter auf den Ifang gewechselt und ist in kurzer Zeit zu einer wichtigen Teamstütze avanciert. Am Samstag konnte er sich allerdings selten in Szene setzen. Seine ehemaligen Kollegen liessen ihn nicht zur Entfaltung kommen. Nicht so Robin, der nach 14 Minuten mit seinem direkt verwandelten Freistoss ein erstes Zeichen setzte. Bazenheid konnte in der Folge nicht den erwarteten Druck erzeugen, im Gegenteil. Henau war die bessere Mannschaft und hätte das Skore schon vor der Halbzeit erhöhen können.

Gämperli trifft doppelt

Nach dem Wechsel schlug die Zeit des erst 17jährigen Juniors Philipp Gämperli, der noch kein Training mit der ersten Mannschaft absolvierte, aufgrund der langen Henauer Verletztenliste aber eine Nomination erhielt. Er bedankte sich für das Vertrauen mit zwei Toren. Nach 56 Minuten markierte er das 0:2, was einer Vorentscheidung gleichkam. Bazenheid versuchte es in der Folge mit der Brechstange, fand aber ohne Ausnahme seinen Meister im gut aufgelegten Schlussmann Manuel Eberle. Zum definitiven Todesstoss setzte zehn Minuten vor dem Abpfiff erneut Gämperli an. Sein zweites persönliches Erfolgserlebnis war gleichbedeutend mit dem 3:0. Heris Stefanachi abschliessend: «Es war nicht so, dass meine Spieler nicht gewollt hätten, und unterschätzt haben sie den Gegner schon gar nicht. Nach einer schlechten ersten Halbzeit fehlte einfach die Kraft, um nach dem Wechsel reagieren zu können. Ich führe dies auch auf den vergangenen Mittwoch zurück, als wir gegen Abtwil in der letzten halben Stunde zu zehnt spielen mussten, was viel Substanz gekostet hat.»

FC Bazenheid – FC Henau 0:3 (0:1) Ifang – 260 Zuschauer – SR Oliva. Tore: 14. R. Holenstein 0:1, 54. Gämperli 0:2, 80. Gämperli 0:3. FC Bazenheid: Bernet; Marjakaj, De Martin (75. Schefer), Baumann, Beluli (60. Musliji); Gregorin, Schrepfer, Stadler; Luis (60. Mlinaric), Maksuti, A. Holenstein. FC Henau: Eberle; Palmieri, Egle, Maager, Meier; R. Holenstein, Nagel, Löhrer (52. Gämperli), Fräfel; D. Regazzoni (91. S. Regazzoni), Huser (73. Vasic). Verwarnungen: 25. Palmieri, 45. R. Holenstein, 59. Gämperli, 94. Mlinaric (alle Foul), 85. Maksuti (Reklamieren). Bemerkungen: Bazenheid ohne Cakir (gesperrt), Dölger, Gebert, Düring, Imhof und Cristiani (alle verletzt). Henau ohne Betz (gesperrt), Caccialupi, Zerres, Kocher, M. Holenstein, Da Re, Brühwiler und Treichler (alle verletzt).