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Jungkletterer Fabrice Rohner vor seiner WM-Premiere: «Im Lead will ich es in den Final schaffen»

Der 15-jährige Sirnacher gibt heute in Moskau sein Début an einer Nachwuchs-WM. Dieses Jahr startete der Hinterthurgauer mit mehreren Finalteilnahmen an Europacups international so richtig durch.
Tim Frei
Fabrice Rohner kletterte am Jugend-Europacup im italienischen Bruneck auf Platz zwei. (Bild: PD)

Fabrice Rohner kletterte am Jugend-Europacup im italienischen Bruneck auf Platz zwei. (Bild: PD)

«Das war eine grosse Herausforderung», sagt Fabrice Rohner mit Blick auf das vergangene Jahr. Das Sirnacher Klettertalent musste damals wegen Wachstumsfugenproblemen in den Mittelfingern für rund fünf Monate pausieren. Sein Durchhaltewillen wurde auf die Probe gestellt: «Ich konnte nicht an die Kletterwand und durfte keinen Griff anfassen, das war sehr hart», so der heute 15-Jährige. Ihm blieb nichts anderes übrig, als Ausdauer und Kraft zu trainieren – und dies alleine. Das fiel gemäss seiner Mutter Isabel stark ins Gewicht:

«Fabrice braucht Menschen um sich, er trainiert nicht gerne alleine.»

Rohner scheint aus dieser schwierigen Phase trotzdem viel Positives mitgenommen zu haben. Anders ist nicht zu erklären, dass er dieses Jahr international so richtig durchstartete: Nebst seiner erstmaligen Teilnahme an der Nachwuchs-EM in der Disziplin Bouldern schaffte er an drei Europacups den Sprung in den Final – im italienischen Bruneck reichte es gar zum zweiten Platz. Auch national verbuchte er mit dem Meistertitel im Bouldern in seiner Altersklasse U16 einen Erfolg. Dieser kam jedoch nicht überraschend: In allen drei Kletterdisziplinen Speed, Lead und Bouldern wurde er auf den Stufen U12 und U14 bereits zum Schweizer Meister gekürt.

Start in allen drei Disziplinen

Mit diesen starken Leistungen an internationalen Wettbewerben hat sich Rohner, seit 2017 Teil der U16-Nationalmannschaft, für die Jugend-WM in Moskau qualifiziert. Er wird in allen drei Kletterdisziplinen starten – heute Freitag steht er bereits in der Lead-Qualifikationsrunde im Einsatz. Im Lead, seiner Lieblingsdisziplin, rechnet er sich seine besten Chancen aus. Er sagt: «In dieser Disziplin möchte ich es in den Final schaffen.»

Seine Eltern sind gar der Meinung, dass er sich in allen Disziplinen einiges ausrechnen kann. «Ich bin sehr stolz auf meine Leistungen im 2018 und meine erstmalige WM-Teilnahme, die ich mir zum Ziel gesetzt hatte», sagt Rohner, der am Mittwoch mit der Nationalmannschaft in die russische Metropole geflogen ist.

Erster Wettkampf mit acht Jahren

Bereits im Alter von sieben Jahren begann der Hinterthurgauer mit dem Klettern. Nachdem er in der Kletterhalle St. Gallen einen Ferienplausch-Kurs im Klettern besucht hatte, war seine Freude am Sport so gross, dass er nicht mehr darauf verzichten wollte. «Das Adrenalin dabei und in der Höhe zu sein, reizte mich sehr», so Fabrice Rohner. Für seine Mutter war ein weiterer Faktor ausschlaggebend: «Er verfügt über eine ausgeprägte Feinmotorik.»

Ein Jahr später, mit acht Jahren, folgte bereits der erste Wettkampf. Wie kam es dazu? «Ich wollte mich schon immer mit Anderen messen», so Rohner. «Diesen Ehrgeiz habe ich wohl von meinem Vater.» Auch sonst bewegt er sich auf den Spuren des Vaters, welcher der Junioren-Nati im Schwimmen angehörte.

Sechs bis sieben Trainings pro Woche

Um es aber auf internationalem Niveau bis in diese Klasse zu schaffen, musste und muss Fabrice Rohner viele Opfer bringen. So trainiert er seit einigen Jahren sechs bis sieben Mal in der Woche. Dreimal unter der Woche in der Fördergruppe in der Kletterhalle St. Gallen, einmal in Uster mit der Nationalmannschaft, ein- bis zweimal in der Schule und einmal am Wochenende. In seinen ersten Jahren kletterte er oft noch am Morgen vor Schulbeginn in einem zu Hause eingerichteten Boulder-Raum. Jetzt hat er aber kaum mehr Zeit dafür.

Klar ist: Bei diesem Trainingspensum kommt die Freizeit mit Kollegen zu kurz. «Das vermisse ich – insbesondere im Sommer, wenn meine Freunde in der Badi sind.» Doch sobald er am Klettern sei, würde er dies vergessen. «Dann gehe ich voll in meiner Leidenschaft auf.»

Im Wettkampf verkrampft er noch zu oft

Was seine Leistungen im Klettersport betrifft, sieht der Hinterthurgauer vor allem im Mentalen Verbesserungspotenzial. Er hat noch Mühe mit dem Druck, am Tag X seine Leistung abzuliefern. «Einerseits setze ich mich selber unter Druck. Andererseits geschieht das auch von aussen – wenn andere Athleten an Wettkämpfen herausposaunen, dass der erste Platz sowieso für mich reserviert sei.»

Im Training zeigt er seine Leistung «schon fast wie im Schlaf» und klettert wie aus einem Guss. Am Wettkampf dann aber mag ihm das nicht mehr gelingen: «Ich verkrampfe mich dann oft. Wahrscheinlich, weil ich es einfach nicht vermasseln möchte.» Schon heute hat er die Chance, es besser zu machen. Und wenn nicht: Es werden weitere Gelegenheiten folgen.

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