Junge Kreative sind untervertreten

Sechs regionalen Kunstschaffenden, deren Werke noch nie öffentlich gezeigt worden sind, bietet die Galerie zur alten Bank im November mit einer Ausstellung eine Plattform. 30 Interessierte haben sich um die Teilnahme beworben.

Andrea Häusler
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30 regionale Kunstschaffende wollen im November in der Galerie zur alten Bank ausstellen – nur 6 davon werden aber eingeladen. (Bild: Andrea Häusler)

30 regionale Kunstschaffende wollen im November in der Galerie zur alten Bank ausstellen – nur 6 davon werden aber eingeladen. (Bild: Andrea Häusler)

NIEDERUZWIL. Simone Egloff, Kommissionsmitglied der Galerie zur alten Bank in Niederuzwil, ist von der Resonanz auf die Ausschreibung überwältigt: 30 lokale und regionale Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichsten Kunstbereichen haben ihr Interesse an der von 28. November bis 20. Dezember datierten Gemeinschaftsausstellung angemeldet. Beweis genug dafür, dass eine derartige Plattform einem wirklichen Bedürfnis entspricht.

Vom Alpaufzug zum Gemälde

Inzwischen haben Simone Egloff und Anja Nützi die Bewerbungen gesichtet und sich einen Überblick verschafft. Vom Hobbykünstler, der sich sämtliche Fähigkeiten autodidaktisch angeeignet hat, über Talente, deren Begabungen in Kursen oder an Klubschulen gefördert worden sind, bis hinzu kreativen Geistern mit fachspezifischen Grundausbildungen sei fast alles vertreten, sagt Simone Egloff.

Als Beispiele nennt sie den Schreiner, der das Drechseln über das Hobby hinaus weiterentwickelt habe, oder die Frau, die aus Gips, Zeitungen und Draht lebensgrosse, leicht transparente Figuren schafft. Alpaufzüge aus Pappmaché befänden sich ebenso in der Auswahl wie Figuren, Töpfe und Schalen aus Ton beziehungsweise Modelliermasse. Breit sei das Spektrum erwartungsgemäss im Bereich der Malerei.

Das Altersspektrum bei den Bewerberinnen und Bewerbern bewegt sich, laut Simone Egloff, bei den Frauen über zwei Generationen hinweg: «Von 20- bis 65jährig sind Künstlerinnen verschiedenster Jahrgänge dabei.» Anders bei den Männern. «Jüngere, unter 45jährige Kunstschaffende sind deutlich untervertreten.»

Aus 30 werden 6

In den nächsten Wochen werden die eingereichten Bewerbungen nun von Simone Egloff und Anja Nützi beurteilt und qualifiziert. Denn nur sechs der dreissig Interessierten werden ihre Werke im November/Dezember in Niederuzwil zeigen können. «Aus Platzgründen», wie Simone Egloff begründet. Denn den einzelnen Exponaten soll genügend Raum gegeben werden. Selektioniert wird aufgrund verschiedener Kriterien. Einerseits werde ein «gewisses künstlerisches Niveau» vorausgesetzt, sagt Simone Egloff. Ein prioritäres Kriterium sei auch, dass die Kunstschaffenden ihre Werke noch nie öffentlich ausgestellt haben. Denn darin bestehe die Grundidee der Gemeinschaftsausstellung: «In der unmittelbaren Umgebung schlummert so viel künstlerisches Talent, das aber oft verborgen bleibt.» Aus verschiedenen Gründen.

Manchmal, sagt Simone Egloff aus Erfahrung, ist es mangelndes Selbstbewusstsein, Zweifel an der Qualität der kreierten Stücke, an deren Eignung für eine Ausstellung. Diese verborgenen Trouvaillen ins Licht der Öffentlichkeit zu holen, die Vielfalt des lokalen und regionalen Kunstschaffens abzubilden, ist das primäre Ziel der initiierten Ausstellung. Ein letztes Beurteilungskriterium ist schliesslich der Kunstbereich, in dem die eingereichten Werke anzusiedeln sind. «Wir suchen einen Mix aus verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen und Techniken.»

Simone Egloff Mitglied der Galeriekommission zur alten Bank, Niederuzwil (Bild: pd)

Simone Egloff Mitglied der Galeriekommission zur alten Bank, Niederuzwil (Bild: pd)