Juli und August retten die Saison

Die öffentlichen Freibäder der Region Wil–Uzwil–Flawil sind trotz Wetterkapriolen im Mai und überdurchschnittlichem Niederschlag im Juni mit den diesjährigen Besucherzahlen zufrieden.

Christoph Hunziker
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Zum Schutz vor allzu viel Sonne wurde in Wil das Planschbecken mit einem Sonnensegel überspannt. (Bild: Hans Suter)

Zum Schutz vor allzu viel Sonne wurde in Wil das Planschbecken mit einem Sonnensegel überspannt. (Bild: Hans Suter)

REGION. Extreme Temperaturschwankungen im Mai und regnerische Junitage führten zu anfänglichen Startschwierigkeiten. Zu Kassandrarufen kam es aufgrund der starken Julisonne erfreulicherweise nicht. Im Vergleich zum Vorjahr besuchten in den Monaten Juli und August nämlich deutlich mehr Badegäste die Schwimmbäder der Region Wil–Uzwil–Flawil.

Mehr Badegäste

Vor allem die Wiler Badeanstalt Weierwise, die von der Totalsanierung der folglich geschlossenen Sportanlage Bergholz (ab Dezember 2013 Sportpark Bergholz) profitieren konnte, zog wegen der hitzigen Sommertemperaturen im Juli und August viele schwimmfreudige Wasserliebhaber an. Stellt man die Anzahl verkaufter Saisonkarten der Jahre 2012 und 2013 einander gegenüber, lässt sich für das Wiler Schwimmbad Weierwise ein leichtes Defizit von 7,06 Prozent ausmachen. Anders sieht es bei den Einzeleintritten im Juli aus. So verzeichnet die Besucherstatistik für den Juli 2013 (Monatstotal: 20 585) 12 929 mehr verkaufte Einzeleintritte als noch im Vorjahr (Monatstotal: 7656).

Umsatz leicht höher

Auch die Besucherzahlen des Freibads Uzwil stiegen um circa fünf Prozent an. Einzig in Degersheim scheint man mit der diesjährigen Badesaison nicht ganz zufrieden zu sein. Im Allgemeinen seien die Besucherzahlen zwar «besser als auch schon» gewesen, das Kinderfest vom 11. August habe aber, obschon die Sonne kräftig schien, nicht für den erhofften Ansturm gesorgt. Im Vergleich zur letztjährigen Badesaison verhalten sich die Besucherzahlen für die Region Wil und Umgebung in toto durchschnittlich bis leicht erhöht. Die Betreiber der Gastronomiebetriebe und Verkaufshäuschen gehen bis jetzt davon aus, dass die Umsatzzahlen durch das wetterbedingt gesteigerte Konsumverhalten leicht höher ausfallen werden als in der letzten Badesaison.

Diebereien und Einbrüche

Die Badi Böden in Flawil wurde gleich vier Mal Opfer von Plünderungsversuchen. Obwohl die Geldkassette stets sperrangelweit offen stand und leer war, hielt dies die Wiederholungstäter nicht davon ab, mehrfach in den Kiosk einzubrechen. Roli Bott, Betriebsverantwortlicher der Flawiler Badi, stört sich insbesondere am entstandenen Sachschaden, «denn schliesslich liegt das Geld nicht einfach herum», wie Bott bereits in der Ausgabe vom 19. Juli betonte. Über die sicherheitstechnischen Vorteile einer videoüberwachten Zone habe er schon nachgedacht, aber Roli Bott hegt Zweifel daran, ob die Bevölkerung mit diesem weiteren Schritt einverstanden wäre und inwiefern sich Sachschäden dadurch wirklich vermeiden liessen. In den anderen untersuchten Freibädern kam es zu keinen ähnlichen Kriminaldelikten. Auch gravierend schlimme Verletzungen blieben aus. Die Bademeister merkten lediglich an, dass ab und zu kleinere Wunden ärztlich behandelt werden mussten.

Grosse kulturelle Eventvielfalt

Neben Spezialveranstaltungen wie Kinderfest im August (Freibad Mühlefeld, Degersheim), Nationalfeiertag auf der Liegewiese (Schwimmbad Böden, Flawil), Wiler Fisch mit Show und Familienübernachtung, Nachtschwimmen zu Fackelschein, Nachtschwimmen mit Filmabend oder «Musig i de Badi» mit irischer Musik (Schwimmbad Weierwise, Wil), fand im Parkbad an der Murg (Münchwilen) ein Drehtag statt, «an dem alles ein bisschen anders war». Der Schweizer Soulsänger Jan Dettwyler, bekannt als Seven, nahm Ende Juli mit dem Sirnacher Schwinger Daniel Bösch einen Videoclip zum Song «Oh oh oh oh Yeah» auf. Ungewöhnlich war nicht nur das ausgewählte Terrain, sondern auch der Entschluss, einen 1,80 Meter grossen Soulsänger neben einem 134 Kilogramm schweren und 1,92 Meter hohen Schwinger auftreten zulassen.