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Jugendwahn als Alterskrankheit

«Lifting» heisst der vielsagende Titel der jüngsten Theaterpremiere des Theaterensembles der Klinik Wil. Doch eine «Generalüberholung» hat das Kliwi-Theater auch nach einem Vierteljahrhundert nicht nötig, wie es auch am Samstagabend eindrücklich bewies.
Christof Lampart
Das Kliwi-Theaterensemble liefert mit «Lifting» dem Publikum einen vergnüglichen Abend. (Bild: Christof Lampart)

Das Kliwi-Theaterensemble liefert mit «Lifting» dem Publikum einen vergnüglichen Abend. (Bild: Christof Lampart)

WIL. 25 Produktionen in 25 Jahren sind eine eindrückliche Zahl. Auf genauso viele kommt das Kliwi-Theater nun mit seiner neuesten Produktion «Lifting», einer Komödie des französischen Erfolgsautors Pierre Chesnot. Unter der Regie von Sigi Blarer bot das Ensemble am Samstagabend vor praktisch vollem Haus eine vorzügliche Premierenleistung. Allerlei Situationskomik, garniert mit der einen oder anderen süffisanten Lebensweisheit machten das Stück von der ersten Minute an zum ebenso rasanten wie abendfüllenden Vergnügen.

Mehr Schein als Sein

Das Stück zeigt die Verlogenheit einer gutbürgerlichen Welt auf, in welcher der Schein wichtiger ist als das Sein. Man lebt ein Dasein, in der ein Lifting viele oberflächliche Probleme verdrängt, nicht aber das wirkliche Alter. Und so hangelt sich der soeben pensionierte und geschiedene Maxime (Walter Rombach), getragen von dem frischen Lifting des Dr. Ferenbachs (Dominic Scheuring) und der frischen Liebe zur einiges jüngeren Nachbarin Alexandra Bertoux (Ilona Scheuring) zuerst von einer sportlichen Höchstleistung zur anderen, nur um schon bald festzustellen, dass man(n) doch nicht mehr so kann, wie man eigentlich möchte. Das wäre eigentlich noch gar nicht so schlimm – meinte er nicht, sein biologisches Alter verheimlichen zu müssen.

Und als der greise Papa von Alexandra, der Industrielle Georges Bertoux (Heiner Kick), Maximes ausgepumptes Luftholen als eine Zusage für einen Direktorenjob wertet, ist das Chaos praktisch vorprogrammiert. Dass seine (noch nicht operierte) Ex-Frau Juliette (Daniela Bissegger) ständig wegen irgendwelchen Bagatellen aufkreuzt, gefährdet sein Versteckspiel zusätzlich. Und schliesslich scheint auch mit Marion Bertoux (Milica Radulovic), der unvermittelt auftauchenden älteren Schwester der Angebeteten auch nicht alles so zu sein, wie es sein sollte.

Und noch schlimmer

Da ist es nur gut, dass der Don Juan auf Freiersfüssen mit der Haushälterin Madame Robert (Ingeborg Nienhuis) eine gute Seele hat, die ihm durch alle Wirren treu zur Seite steht. Doch dann kommt auf einmal alles anders – nämlich noch viel schlimmer, was das Premierenpublikum begeisterte und zu einem langanhaltenden Applaus animierte.

Die Vorstellungen werden am 8. März, um 19 Uhr, sowie am 11. März, 12. März, 18. März, 19. März jeweils um 20 Uhr in der Psychiatrischen Klinik Wil wiederholt.

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