Jugendliche dürfen sich freuen: Jugendtreff in Wilen kann weitergeführt werden

Der Souverän von Rickenbach und Wilen hiess die Weiterführung des Jugendtreffs deutlich gut. Mehr Kritik gab es in der Gemeinde Wilen an der Einlage der Vorfinanzierung für den Hochwasserschutz.

Christof Lampart
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Ob gestalterisches Schaffen oder Monopoly spielen: Der Jugendtreff bietet zahlreiche Möglichkeiten.

Ob gestalterisches Schaffen oder Monopoly spielen: Der Jugendtreff bietet zahlreiche Möglichkeiten.

Gianni Amstutz

In Rickenbach legten für die Weiterführung des Jugendtreffs 181 Frauen und Männer ein «Ja» in die Urne, 71 sagten «Nein». In Wilen sprachen sich 347 Stimmberechtigte für das Vorhaben, 74 dagegen aus. Doch das klare Verdikt war keine Selbstverständlichkeit.

Denn in Zeiten der Coronakrise lässt sich vor einem Urnengang nie genau abschätzen, wie des Volkes Stimmung gegenüber Sachvorlagen gerade so ist. Zumal zuletzt fast alles ausfiel, was zum Meinungsbildungsprozess der Bevölkerung hätte beitragen können: Gemeindeversammlungen, Infoabende, Podiumsdiskussionen.

Freude über hohe Stimmbeteiligung

Was blieb, waren die Informationen durch die Zeitungen. Unter diesen Voraussetzungen durfte man zwar in beiden Gemeinden auf ein «Ja» zum Definitivum des im November 2017 eröffneten Jugendtreffs hoffen – selbstverständlich war dies jedoch nicht.

Der Gemeindepräsident von Rickenbach, Ivan Knobel, freute sich aber nicht nur über die Fortführung des beliebten Jugendtreffpunktes, sondern auch über die hohe Stimmbeteiligung, welche, je nach Geschäft, am Abstimmungssonntag zwischen 18,2 und 18,6 Prozent schwankte.

«Dass so viele abstimmen gingen, freut mich ausserordentlich. Normalerweise entscheiden an einer Rickenbacher Gemeindeversammlung nur sieben Prozent der Bevölkerung über die Jahresrechnung; ich wäre schon mit einem Stimmanteil von 10 bis 15 Prozent sehr zufrieden gewesen.»
Ivan Knobel, Gemeindepräsident Rickenbach

Ivan Knobel, Gemeindepräsident Rickenbach

PD

Unbestrittene Geschäfte

Die weiteren Geschäfte, die zur Abstimmung standen, waren in beiden Gemeinden weitestgehend unbestritten. In Rickenbach betraf dies die Genehmigung der Jahresrechnung 2019 (244 Ja / 10 Nein), des Budgets 2020 mit einem Steuerfuss von 51 Prozent (243 Ja / 19 Nein), der Kreditantrag für den Fussverbindungsweg Mühle zum Dorfzentrum (191 Ja / 67 Nein) sowie die Genehmigungen für das revidierte Betriebs- und Benützungsreglements für den Mehrzwecksaal (222 Ja / 34 Nein) und der revidierten Gemeindeordnung (203 Ja / 40 Nein).

Ein Drittel gegen Vorfinanzierung

Auch Wilens Gemeindepräsident Kurt Enderli zeigte sich mit dem Abstimmungsausgang «sehr zufrieden, denn wir haben als Behörde alles erreicht, was wir zum Wohle des Dorfes erreichen wollten». Dass die Einlage der Vorfinanzierung für den Hochwasserschutz in der Höhe von 400000 Franken von mehr als einem Drittel der Abstimmenden (142 Nein-Stimmen entsprechen 34,54 Prozent) abgelehnt wurde, nahm Enderli gelassen:

«Dass doch einige gegen die Vorfinanzierung des Hochwasserschutzes waren, obwohl wir viel informierten, überrascht mich nicht.»
Kurt Enderli, Gemeindepräsident Wilen

Kurt Enderli, Gemeindepräsident Wilen

Folgende weitere Geschäfte wurden in Wilen gutgeheissen: Jahresrechnung 2019 (376 Ja / 32 Nein), Gewinnverwendung Jahresrechnung (383 Ja / 25 Nein), Genehmigung Reglement Energieförderung (334 Ja / 66 Nein), Genehmigung Reglement Nutzungsabgabe (311 Ja / 79 Nein), Budget 2020 (382 Ja / 25 Nein), Festsetzung des Steuerfusses auf 42 Prozent (378 Ja / 26 Nein) sowie eine Einbürgerung (359 Ja / 36 Nein).

«Jetzt können wir die Arbeiten vergeben»

Leo Haas, der Präsident der Primarschulgemeinde Rickenbach, zeigte sich am Sonntag nach der Abstimmung ebenfalls zufrieden. Er sei erleichtert, dass der Kredit in der Höhe von 290000 Franken für die Sanierung der Fassade des Schulhauses 1911 (217 Ja/31 Nein) nun durch sei.

«Jetzt können wir am Montag die Arbeiten vergeben. Die Firmen wussten schon Bescheid, dass sie den Zuschlag bekommen würden, aber wir konnten einfach noch nicht das ‹Go› geben.»

Auch war er erleichtert, dass Geschäfte wie der Kredit für den neuen Spielplatz von 170000 Franken (166 Ja/77 Nein) bewilligt wurden. Die relativ vielen Nein-Stimmen schockten Haas nicht. «Ich denke, dass an einer Gemeindeversammlung viele weniger negativ oder gar nicht abgestimmt hätten, da man sich in der Regel nicht so gerne exponiert. Kommt hinzu, dass an einer brieflichen Abstimmung sicher auch viele teilnehmen, die sonst nicht an die Gemeindeversammlung gekommen wären, weil sie sich nicht so stark für die Schule interessieren.»

Keine Umteilung des Gebiets Vogelherdweg

Auch hiess der Souverän die Erfolgs- und Investitionsrechnung 2019 gut (235 Ja/11 Nein), überwies den Ertragsüberschuss von 285400 Franken dem Eigenkapital (224 Ja/18 Nein), beliess den Steuerfuss auf 54 Prozent (232 Ja/16 Nein) und genehmigte das Budget 2020 (224 Ja/22 Nein).

«Nein» sagte er zur Petition, welche die Zuteilung des Gebiets Vogelherdweg von der Primarschulgemeinde Rickenbach zur Primarschulgemeinde Wilen vorsah. Die Stimmberechtigten sprachen sich mit 187 zu 60 Stimmen für den Status quo aus.

Grünes Licht für Projektwettbewerb

In der Primarschulgemeinde Wilen sagte das Volk klar «Ja» zum Kredit von 190000 Franken für die Durchführung eines Projektwettbewerbes für die Sanierung des Hauptgebäudes sowie die Umnutzung der Turnhalle (323 Ja/78 Nein). Noch deutlicher wurden die Jahresrechnung (403 Ja/6 Nein), die Gewinnverwendung (395 Ja/12 Nein), das Budget 2020 (386 Ja/17 Nein) und die Festsetzung des Steuerfusses auf 60 Prozent (370 Ja/35 Nein) angenommen.

Keinerlei «Njet» gab es auch bei der Sekundarschulgemeinde Rickenbach Wilen, wurden doch die Jahresrechnung (624 Ja/14 Nein), die Gewinnverwendung (617 Ja/18 Nein), das Budget 2020 (635 Ja/11 Nein), der Steuerfuss von 30 Prozent (639 Ja/10 Nein), der Nachtrag zur Gemeindeordnung (553 Ja/42 Nein) und das Reglement über die Benützungsgebühren (548 Ja/49 Nein) gutgeheissen.

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