Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Jugendförderung lohnt sich

Seit gut zehn Monaten unterstützen Fredi Wiedmer und Patrik Mahler Schulabgänger, die den Einstieg ins Berufsleben bisher nicht geschafft haben. Mittels zweiter Chance sollen sie integriert, gefordert und gefördert werden.
Christine Gregorin
Zweite Chance: Ganzheitliche Unterstützung sorgt für einen optimalen Start in die Berufswelt. (Bild: cg.)

Zweite Chance: Ganzheitliche Unterstützung sorgt für einen optimalen Start in die Berufswelt. (Bild: cg.)

RIGGENSCHWIL. «Wir wollen stellensuchenden Jugendlichen Kompetenzen aufzeigen, diese gezielt fördern und dadurch Wertschätzung und Anerkennung vermitteln», heisst es in der Broschüre der Sozialfirma LohnensWert GmbH. Dahinter stehen der gelernte Elektromonteur sowie Automatiker mit Industrie-Meisterprüfung Fredi Wiedmer und sein Partner Patrik Mahler. Letzterer ist ausgebildeter Schreiner und absolviert derzeit eine berufsbegleitende Ausbildung zum Sozialmanager. Wiedmer selbst hat vor einigen Jahren die theologische Leiterschaftsausbildung (ISTL) durchlaufen -– notabene mit dem Ziel, dereinst im Ausland auf christlicher Basis Entwicklungshilfe leisten zu können.

Aber aus dieser Aufbau- und Pionierarbeit in fremden Ländern ist dann schliesslich doch nichts geworden. Mit der langjährigen Leitung von Jugendtreff sowie «Teenieworld» der Freien Evangelischen Kirche (FEG) in Uzwil und seiner Tätigkeit als Lehrlingsbetreuer bei der Firma Bühler AG konnte er das Gelernte trotzdem anwenden.

Vorgelebte Werte

«Nach zwei bis drei Jahren Arbeitslosigkeit wird es erfahrungsgemäss enorm schwierig», konstatiert der 38-Jährige. Aus diesem Grund gelte es, die Jugendlichen bereits frühzeitig «aufzufangen». Das Angebot von «LohnensWert» ist für Schulabgänger ohne Anschlusslösung oder Lernende gedacht, die ihre Lehre ein oder mehrere Male abgebrochen haben. Für gewöhnlich erscheint Wiedmer diese Starthilfe ins Berufsleben allerdings lediglich bis zu einem Alter von bis zu etwa 20 Jahren sinnvoll.

Neben der zusätzlichen Unterstützung in organisatorischen Dingen wie Administration, Wohnungssuche oder Freizeitgestaltung werden Fredi Wiedmer und Patrik Mahler für eine gewisse Zeitspanne zu begleitenden Bezugspersonen. Dabei bringen sie ihren Schützlingen in der Gesellschaft geschätzte Werte näher und geben den ihnen Anvertrauten ihrer christlichen Überzeugung folgend Nächstenliebe, eine positive Arbeitsmoral, gelebte Offenheit sowie Ehrlichkeit, eine bessere Marktfähigkeit, grössere Lernbereitschaft und nicht zuletzt die Ermunterung, dem eigenen Körper Sorge zu tragen, mit auf ihren zukünftigen Weg.

Zwischenjahr mit Wirkung

«Unsere Firma hat zum Ziel, sich durch den aus dem Dienstleistungsangebot generierten Erlös selbst zu finanzieren. Dabei arbeiten wir zu marktüblichen Konditionen. Der zusätzliche soziale Betreuungsaufwand kann zum Teil durch die öffentliche Hand oder Spenden abgedeckt werden», erklärt der Geschäftsleiter das Konzept. Im Zentrum stehen dabei das praktische Arbeiten und somit Sammeln von entsprechender Erfahrung in der Berufswelt. Damit soll das Hauptanliegen, die berufliche und soziale Integration in Arbeitswelt und Gesellschaft, erreicht werden.

Unter Anleitung der beiden Chefs sowie eines temporären Mitarbeiters lernen die Jugendlichen die Sparten Neubau, Renovation, Abbruch oder wahlweise auch Hausräumungen und Umzugsarbeiten kennen. Überdies gehören Gartenpflege sowie -gestaltung, Schneeräumungen oder Hauswartdienste im Aussenbereich zum Pflichtenheft. Auf diese Weise erhalten die jungen Erwachsenen einen Überblick und können in Ruhe ihre Präferenzen herausfinden. Einmal pro Woche besuchen sie ferner das gewerbliche Berufs- und Weiterbildungszentrum in St. Gallen, absolvieren dort eine Vorlehre und bleiben entsprechend auch schulisch am Ball.

Erst am Anfang

«Der während maximal zwölf Monaten erarbeitete, praktische Vorsprung erhöht die Chance, eine Lehrstelle zu finden», zeigt sich Wiedmer von den Vorteilen seiner Starthilfe überzeugt. Das Ganze steckt aber noch in den Kinderschuhen und ist ausbaufähig. Abgesehen von neuen Kunden und vorurteilsfreien Lehrmeistern, die bereit wären, einem seiner Schützlinge eine Chance zu geben, gilt es in Zukunft auch einen konstruktiven Dialog mit den gemeinnützigen Institutionen zu finden und zu pflegen. Erste Kontakte mit Sozialamt, regionalen Arbeitsvermittlungszentren und Invalidenversicherung wurden freilich bereits geknüpft. «Eine solche Investition in die Jugend lohnt sich allemal, denn sie zeigt Wirkung für ein ganzes Leben», nennt Fredi Wiedmer seine persönliche Motivation.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.