JUBILÄUM: Eine Versammlung übersprungen

Die Feier zum 100-jährigen Bestehen der Sektion wurde an der Hauptversammlung des Hauseigentümerverbands Wil und Umgebung oft angesprochen, inklusive eines Kuriosums.

Thomas Riesen
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Marcel Mosimann führt durch die 99. HEV-Hauptversammlung. (Bild: Marlies Scarpino)

Marcel Mosimann führt durch die 99. HEV-Hauptversammlung. (Bild: Marlies Scarpino)

Thomas Riesen

redaktion@wilerzeitung.ch

Am 10. November wird der runde Geburtstag der Wiler Sektion des Hauseigentümerverbands (HEV) begangen, an gleicher Stelle, wo die Hauptversammlung mit rund 250 Mitgliedern über die Bühne ging – im Stadtsaal Wil. Das Ereignis war am Abend mehrere Male Thema. Denn grosse Taten werfen ihre Schatten voraus. Erstaunlicherweise begrüsste Marcel Mosimann, Präsident des HEV Wil und Umgebung, die Mitglieder zur 99. Hauptversammlung. Des Rätsels Lösung: Eine Hauptversammlung wurde übersprungen, irgendwann zwischen dem 24. März 1917 und heute. Gefeiert wird trotzdem. Erwartet werden bis zu 450 Gäste. Das Budget für die Veranstaltung beläuft sich auf 65000 Franken.

2050 Mitglieder per Ende 2016

Im Jahresbericht erinnerte der Sektionspräsident an die positive Entwicklung bei der Mitgliederzahl. Ende 2016 waren es über 2050. Damit ist Wil und Umgebung eine der grösseren Sektionen im Kanton St. Gallen. Doch auch Unerfreuliches sprach Marcel Mosimann an: «Hauseigentümer denken nachhaltiger und handeln verantwortlicher.» Doch immer neue Vorschriften würden ihnen das erschweren. Er Kritisierte, dass der Unterschied zwischen Hauseigentümer und Mieter immer geringer werde. An einen weiteren Geburtstag erinnerte Karl Güntzel im Grusswort des St. Galler Kantonalverbandes. Dieser wurde ebenfalls 1917 gegründet. Doch lange hielt sich der ehemalige Kandidat für das Richteramt am St. Galler Verwaltungsgericht nicht mit Geschichte auf. Er blickte zurück auf den gescheiterten Versuch, den Eigenmietwert neu zu regeln. Gross seien die Hoffnungen gewesen, nachdem der Nationalrat der Motion Egloff zugestimmt hatte. Doch im Ständerat war das Anliegen chancenlos. Er kritisierte die St. Galler in der kleinen Kammer – die Wilerin Karin Keller-Sutter und Paul Rechsteiner hätten beide falsch gestimmt. Letzterer war in den 1980er-Jahren lange Präsident des St. Galler Mieterverbandes (Stadt St. Gallen). Neben dem Eigenmietwert befasste sich der kantonale Vertreter auch mit dem Planungs- und Baugesetz des Kantons St. Gallen, bei dessen Umsetzung der Übergangslösungen nicht sauber gearbeitet worden sei, was zu Überraschungen geführt habe, sowie der wenig zufriedenstellenden Entwicklung im Schätzungswesen.

Nur laut sein bei eigener Betroffenheit

Gastreferent war Stefan Huber, Leiter Telekommunikation bei den Technischen Betriebe Wil. Sein Thema: «Voip und IPTV – Telefonie und Fernsehen der Zukunft». Kein Thema am Abend war das Energiegesetz, über das am 21. Mai abgestimmt wird. Dazu Marcel Mosimann: «Das ist eine nationale Vorlage. Wir als HEV Wil und Umgebung können nur laut sein, wo wir direkt betroffen sind.»