Jonschwils Finanzen sind im Lot

JONSCHWIL. Ohne Gegenstimme befürworteten die Bürgerinnen und Bürger Rechnung 2014 und Budget 2015. Die Rechnung schliesst mit einem Überschuss von 1 Million Franken. Der Voranschlag erwartet ein Defizit von 320 000 Franken.

Philipp Stutz
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Gemeindepräsident Stefan Frei bei seinen Ausführungen. Sämtliche Anträge des Gemeinderates fanden Zustimmung. (Bild: Philipp Stutz)

Gemeindepräsident Stefan Frei bei seinen Ausführungen. Sämtliche Anträge des Gemeinderates fanden Zustimmung. (Bild: Philipp Stutz)

JONSCHWIL. Gemeindepräsident Stefan Frei konnte mit erfreulichen Zahlen aufwarten. Schliesst doch die Rechnung 2014 mit einer Besserstellung gegenüber dem Budget von 1,25 Millionen Franken, was 20,5 Steuerprozenten entspricht. Ohne Gegenstimme befürworteten die Stimmberechtigten Rechnung 2014 und Budget 2015, das mit einem Fehlbetrag von 320 000 Franken rechnet. Im laufenden Jahr sind Investitionen von 2,67 Millionen Franken geplant. Der Steuerfuss bleibt bei 145 Prozentpunkten.

«Das Fass ist am Überlaufen»

Trotz dieser positiven Kennzahlen zeigte sich Jakob Trümpy mit der Arbeit des Gemeinderates und insbesondere jener des Gemeindepräsidenten unzufrieden. «Das Fass ist am Überlaufen», kritisierte er und nahm die Schulbauten zum wiederholten Mal ins Fadenkreuz: «Für die Planung in Schwarzenbach ist viel Geld zum Fenster hinausgeworfen worden, und auch beim Kindergarten Jonschwil ist nicht alles sauber gelaufen.» Trümpy legte deshalb Gemeindepräsident Stefan Frei den Rücktritt nahe. Letzterer verwies auf die Gesamterneuerungswahlen vom kommenden Jahr.

Peter Haag, Präsident der SVP, stärkte dem FDP-Gemeindepräsidenten und der Exekutive den Rücken. Noch selten habe er eine derart speditiv verlaufene und kompetent vorbereitete Bürgerversammlung wie dieses Jahr erlebt, betonte Haag. Der Applaus des Auditoriums begleitete dessen Votum, was durchaus als Vertrauensbeweis der Bürgerschaft zum Gemeindepräsidenten gewertet werden darf. Von 2520 Stimmberechtigten waren 143 Personen erschienen, was einer Stimmbeteiligung von 5,7 Prozent entspricht.

Ein bewegtes Jahr

«Wir haben ein bewegtes Jahr hinter uns», sagte Stefan Frei in seinem Rückblick. Er verwies auf Schulbauten und -planung, die Talentschule Musik und auf den demographischen Wandel mit seinen Folgen. Den guten Rechnungsabschluss begründete Frei mit deutlich höherem Steuerertrag, einem Minderaufwand bei den Schulen und Rückerstattungen bei den Sozialkosten. Weniger Geld musste für den baulichen Unterhalt der Strassen aufgewendet werden. Eine markante Verschlechterung ergab sich hingegen bei der Pflegefinanzierung. Statt der budgetierten 260 000 Franken mussten 322 000 Franken ausgegeben werden. Eine Folge von mehr Hochbetagten in Pflegeheimen, wie Frei erklärte. Auch bei der Spitex mussten mehr Einsatzstunden verzeichnet werden. Ein Trend, der sich auch im laufenden Jahr fortsetzen wird.

Unsichere Finanzaussichten

Im Budget rechnet der Gemeinderat mit einem Steuerzuwachs von 3 Prozent bei den natürlichen und von 4 Prozent bei den juristischen Personen. «Ab 2016 ergeben sich grosse Unsicherheiten», betonte der Gemeindepräsident. So werde die Aufhebung des Euro-Mindestkurses weniger Gewinne bei den Unternehmen verursachen, mutmasste Frei. Zudem sei mit leicht steigender Arbeitslosigkeit zu rechnen.

Eine Votantin fragte an, weshalb eine Blutbuche, die das Innere des Jonschwiler Kreisels zierte, entfernt wurde. Stefan Frei entgegnete, die Pflanze sei von einem Gärtner wahrscheinlich im Übereifer zu kurz geschnitten worden und habe ersetzt werden müssen.

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