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Jonschwil steht bei erneuerbaren Energien national hinten an

In einem jüngst veröffentlichten Energiebericht kam die Gemeinde nicht gut weg. Auch wenn die Zahlen insgesamt unerfreulich sind: Ganz so schlimm ist die Lage nicht.
Marco Enzler
Die Solaranlage auf dem Dach der Holenstein AG ist eine der grössten im Kanton St. Gallen. (Bild: Andrea Häusler)

Die Solaranlage auf dem Dach der Holenstein AG ist eine der grössten im Kanton St. Gallen. (Bild: Andrea Häusler)

Es herrscht Unzufriedenheit bei der Gemeinde Jonschwil. Der Anlass: Ein unlängst herausgegebener Bericht der Energieagentur des Kantons St. Gallen. In diesem Bericht wurde die Energiesituation der St. Galler Gemeinden untersucht – dabei schnitt Jonschwil in vielen Punkten unterdurchschnittlich ab. Als Referenz zu den erhobenen Zahlen sind nationale Werte aufgeführt.

So wurden bei der Datenerhebung beispielsweise 675 Personenwagen auf 1000 Bewohner gezählt; deutlich tiefer liegt der nationale Schnitt mit 543 Personenwagen auf 1000 Personen. Stefan Frei, Gemeindepräsident von Jonschwil, kritisiert jedoch: «Im Bericht wurde gefolgert, dass dies über dem nationalen Schnitt liege und somit schlecht sei. Es werden dabei aber weder die Antriebsart noch die tatsächlich gefahrenen Kilometer mit einbezogen. Diese Kennzahl ist kein genügend feiner Indikator.»

Gute Werte bei der Sonnenenergie

Bei den erneuerbaren Energien kommt die Gemeinde allgemein nicht gut weg: Während schweizweit 4263 Kilowattstunden pro Person und Jahr produziert werden, kommt Jonschwil gerade mal auf einen knappen Viertel. Doch auch hier relativiert Stefan Frei: «Was erneuerbare Energie angeht, haben alle Gemeinden Aufholbedarf.»

Wenn man nur die Produktion aus Sonnenenergie betrachtet, steht Jonschwil mit 992 Kilowattstunden pro Person und Jahr sogar sehr gut da. Denn gesamtschweizerisch sind es gerade einmal 198 Kilowattstunden, die jährlich pro Person produziert werden. Frei sagt: «Im Bereich Fotovoltaik sind wir top. Wir haben auf dem Dach der Holenstein AG eine der grössten Solaranlagen im Kanton mit einer Leistung von 2,7 Megawatt.»

Bei Gebäuden besteht noch Potenzial

Den grössten Handlungsbedarf sieht Frei im Bereich der Gebäude insbesondere bei der Wärmedämmung und dem Umstieg auf Heizungen mit erneuerbarer Energie: «Der sukzessive Ersatz von Öl- und Gasheizungen sollte forciert werden.» Denkbar sei auch der vermehrte Einsatz von Wärmepumpen, die aber mit erneuerbarer Energie betrieben werden sollten. Tatsächlich zeigt sich beim viel diskutierten Thema Heizen noch kein besonders gutes Bild: Sowohl in Jonschwil als auch national liegt der Anteil der erneuerbaren Energien für Heizung und Warmwasser bei nur rund 20 Prozent.

Die Aussagekraft des Berichts dürfte sich auf interne Zwecke beschränken, da ein Vergleich mit anderen Gemeinden schwierig ist. Stefan Frei erklärt exemplarisch: «Die Stadt St. Gallen beispielsweise ist viel dichter gebaut und hat somit eine komplett andere Energiestruktur als ländliche Gemeinden. Ein Vergleich aufgrund dieses Berichts kann somit nur sehr schwierig vorgenommen werden.» Bei der Energieagentur selbst hiess es, die Zahlen seien aufgrund der suboptimalen Datenlage allgemein mit Vorsicht zu geniessen.

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