Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

JONSCHWIL: «Medien müssen Lernen dienen»

Spätestens, seitdem der Lehrplan 21 eingeführt wurde, sind digitale Lernumfelder ein fester Bestandteil des Unterrichts. Die Schulen der Gemeinde Jonschwil zeigten diese Woche, wie das umgesetzt wird.
Tim Frei
Drei Primarschüler beobachten, wie ihr programmierter, hellblau blinkender Roboter den schwarzen Linien auf dem Papier folgt. (Bild: Tim Frei)

Drei Primarschüler beobachten, wie ihr programmierter, hellblau blinkender Roboter den schwarzen Linien auf dem Papier folgt. (Bild: Tim Frei)

Tim Frei

tim.frei@wilerzeitung.ch

Primarschüler machen grosse Augen: Ihre selbst programmierten Kleinroboter, sogenannte «Ozobots» blinken nicht nur hellblau, sondern folgen auch schwarzen Linien, welche die Schüler zuvor mit schwarzen Filzstiften auf Papier gezeichnet haben. Ihre Freude ist den Schülern der 5./6. Klasse der Primarschule Schwarzenbach ins Gesicht geschrieben. «Ich bin sehr stolz, dass mein Ozobot wieder zurückgekehrt ist und meine Linien genug dick waren», sagt die Fünftklässlerin Neela Studer. Und auch die Sechstklässlerin Jael Eberhard war begeistert: «Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass dies funktionieren würde.»

Was die Klasse des Lehrerduos Natalie/Christian Gubler am Mittwochmorgen erlebte, war nicht etwa ein normaler Schultag. Der Tag stand ganz im Zeichen digitaler Lernumfelder an den Primar- und Oberstufen der Gemeinde Jonschwil. An diesem Tag der offenen Tür gewährten mehrere Schulklassen Einblicke, wie dies im täglichen Unterricht umgesetzt wird. Begleitet wurden sie dabei vom St. Galler Bildungsdirektor und Regierungsrat Stefan Kölliker sowie den Partnern Samsung Schweiz und Pädagogische Hochschule (PH) St. Gallen.

«Medien und Informatik» wird in Fächer integriert

Bei den Primarschülern aus Schwarzenbach scheinen die digitalen Lernumfelder gut anzukommen. «Das Lernen mit digitalen Medien wie Tablets und Notebooks ist extrem hilfreich», sagt Jael Eberhard. Sie fügt an: «Das Programm Lernlupe weist auf uns zugeschnittene Aufgaben zu, sodass sie weder zu leicht noch zu schwierig sind.» Neela Studer pflichtet ihrer Kollegin bei: «Die Lernlupe ist optimal. Besteht man eine Aufgabe, steigt man in der Schwierigkeitsstufe automatisch hoch.»

Der Tag der offenen Tür ist auch vor dem Hintergrund des Lehrplans 21 zu sehen, beziehungsweise dem, damit eingeführten Modul «Medien und Informatik». Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse hat sich im Februar dafür starkgemacht. Für ihn ist das Modul ein zentraler Baustein, um die Schüler für die Digitalisierung fit zu machen. In diesem Modul werden verschiedene Kompetenzen aufgeführt, die Schülern bis zur 3. Oberstufe mitgegeben werden müssen. In der Unterrichtsgestaltung sind die Schulen allerdings frei. Ein eigenes Unterrichtsgefäss für «Medien und Informatik» gibt es jedenfalls an vielen Schulen nicht. So auch nicht in jener der Gemeinde Jonschwil. «Wir integrieren die fächerübergreifende Disziplin in die verschiedenen Fächer», sagt Schulratspräsident Köbi Zimmermann.

Welche Ziele und Kompetenzen die Schüler auf den einzelnen Stufen erreichen beziehungsweise erwerben müssen, wird zurzeit im Rahmen eines Projektes definiert und erarbeitet. Geleitet wird es von Bruno Mock, Dozent an der PH Thurgau. «Ziel ist es, eine stufengerechte Vermittlung von Informatik und Medien zu gewährleisten», sagt Köbi Zimmermann. Bisher sind die Ziele auf der Kindergartenstufe definiert worden, spätere Stufen sollen folgen. «In Sachen Medienumgang geht es auf dieser Stufe um ganz einfache Dinge wie ein Foto oder einen Film zu machen – natürlich noch ohne Bearbeitung», sagt Bruno Mock und fügt an: «Die Herausforderung ist, dass moderne Medien nur dann eingesetzt werden sollten, wenn sie wirklich dem Lernerfolg dienen.»

«Sozialkompetenzen sind entscheidend»

Die Klassen der Schulen Jonschwil-Schwarzenbach verfügen über Notebooks und Tablets, um den Schülern eine ideale Lernumgebung zu bieten. Wichtig in diesem Zusammenhang ist der Schule der Erwerb von sozialen Kompetenzen. «Wir setzen vermehrt auf das eigenständige Arbeiten», sagt Köbi Zimmermann. Schüler sollten beispielsweise lernen, wie sie Informationen im Internet beschaffen können. Gleichzeitig müssten sie den kritischen Umgang damit lernen, also wie sie den Wahrheitsgehalt der Informationen überprüfen könnten. Die Sozialkompetenzen sind für Köbi Zimmermann entscheidend für die Zukunft von Schülern: «Sie sind ebenso wichtig wie die Fachkompetenzen, wenn nicht noch wichtiger.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.