JONSCHWIL: Auf Sankt Martins Spuren

Der St.-Martins-Umzug ist mehr als ein Lichteranlass. Er erinnert an den Heiligen der Spätantike und Patron der Pfarrkirche.

Drucken
Teilen
Der berittene «Sankt Martin» schenkte dem frierenden Bettler die Hälfte seines Umhangs. (Bild: Ernst Inauen)

Der berittene «Sankt Martin» schenkte dem frierenden Bettler die Hälfte seines Umhangs. (Bild: Ernst Inauen)

Räbeliechtli-Umzüge gibt es im November in vielen Gemeinden. In der Jonschwiler Form wurde der Brauch vor etwa fünfzehn Jahren eingeführt. Dazu Martin Betschard, pensionierter Mesmer und einer der Initianten: «Sankt Martin ist im Gemeindewappen dargestellt und wird auch als Patron unserer Kirche verehrt. Da machte es Sinn, dass wir in guter Zusammenarbeit von Kirche und Schule diesen Brauch bei uns pflegen.» Passend zum legendären Geschehen im Leben von Sankt Martin präsentierte sich beim Lichterumzug vom Dienstag das nasskalte Wetter. Eine Feuerschale wärmte die Kinder des Kindergartens und der Unterstufe sowie die zahlreichen Zuschauenden auf dem Kirchplatz.

Die Szene mit dem halben Umhang

Besinnliche Worte von Diakon Peter Schwager und zwei Strophen des St. Martinsliedes, begleitet von Gitarrenklängen stimmten auf den Abend ein. Hinter dem mit rotem Mantel und Helm ausgerüsteten berittenen St. Martin begaben sich die Kinder mit ihren selber gefertigten Lampionen oder den geschnitzten Räbeliechtli auf die Umzugsroute. Später wurde auf dem Kirchplatz der Brauch mit dem St. Martinslied und der Szene mit dem halben Umhang an den Bettler dargestelt.

Erstmalige Erwähnung im Jahr 814

Aus der Chronik von Paul Gämperli geht hervor, dass die Pfarrei Jonschwil schon vor zwölf Jahrhunderten im Jahre 814 erstmals erwähnt wurde. In der entsprechenden Urkunde heisst es: «Adalgoz in der March Algetshausen überträgt seinen Besitz an die Kirche des Heiligen St. Martin in Jonschwil». Das heutige Gotteshaus wurde ab 1867 neu erbaut. 2015 erfolgte die Eingliederung der St. Martins-Pfarrei Jonschwil in die Seelsorgeeinheit Uzwil.

Ernst Inauen

redaktion@wilerzeitung.ch