Jodelgesang und Beatboxing

Als Publikumsmagnet erwies sich der Hitziger Appenzeller Chor, der auf Einladung der Oberuzwiler Donnerstagsgesellschaft in der evangelischen Kirche auftrat und mit Ungewohntem überzeugte.

Kathrin Meier-Gross
Drucken
Teilen
Der Hitziger Appenzeller Chor ruft die Kühe mit Flamenco-Musik und Beatboxing. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Der Hitziger Appenzeller Chor ruft die Kühe mit Flamenco-Musik und Beatboxing. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

OBERUZWIL. Mit einem Jodellied, raumfüllend und rein, eröffnete der Hitziger Chor das Konzert. Ein Genuss für Ohr und Auge, präsentierten sich die vier jungen Damen und ihre fünf Begleiter doch in den schönsten Appenzeller Trachten. Bald schon wandelten sich die Naturtöne in Katzengejammer und liessen nach kurzem, disharmonischen Intermezzo das Rugguseli wieder tadellos melodiös ausklingen.

Spass am Experimentieren

Experimentierfreude ist ein Markenzeichen des Chors. Initiiert von Noldi Alder, war ursprünglich nur ein Auftritt an der Olma 2006 geplant gewesen. Weil das Singprojekt den jungen Leuten derart viel Spass bereitet hatte, wurde es verlängert. Mittlerweile hat der Chor über die Landesgrenzen Bekanntheit erlangt und einen Förderpreis der internationalen Bodenseekonferenz eingeheimst. Der Idee, Traditionelles mit Neuartigem zu verknüpfen, sind die Sängerinnen und Sänger aus den beiden Appenzeller Kantonen treu geblieben. Bekannte Volkslieder werden von Beatboxing – dabei werden Schlagzeug oder Perkussionsinstrumente mit dem Mund, Rachen oder der Nase imitiert – begleitet oder kurzerhand zum Rap umfunktioniert.

Ob freche Ratzliedli oder englische Gospel, der Hitziger Chor überraschte mit unerwarteten Tönen und Bewegungen.

Jazzig und traditionell

Die Sängerinnen und Sänger stampften, tanzten, summten, liessen die Hüften schwingen und gaben jazzig-extrovertierte Töne von sich. Dann wieder ertönte es andächtig, als sie das Sennenlied «Gang rüef dä Brunä» vortrugen. Beach Boys oder Elvis, Flamenco oder Volkslied: Der Hitziger Chor überwältigte das Publikum mit seinen mitreissenden Interpretationen. Der tosende Applaus vermochte die «Meedle» und «Buebe» zu zwei Zugaben zu motivieren. Auch hier: naturreiner und fröhlich-witziger Gesang, vorgetragen ohne technische Hilfsmittel.

Aktuelle Nachrichten