«Jingle Bells» – in Flawil für einmal hart und verzerrt

Zum letzten Konzert bei Monday Night Music in diesem Jahr war der Kulturkeller am Montagabend beinahe voll. Wer das Publikum anzog, war Malcolm Green und seine «Green Experience» aus St. Gallen.

Michael Hug
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Hatte sein Publikum beim dritten Song im Sack: Sänger Malcolm Green an der Monday Music Night. (Bild: Michael Hug)

Hatte sein Publikum beim dritten Song im Sack: Sänger Malcolm Green an der Monday Music Night. (Bild: Michael Hug)

Das Jahr neigt sich seinem Ende zu, und noch stehen da und dort Konzerte und Veranstaltungen auf dem Programm. Auch bei Monday Night Music stand am Montag noch ein Konzert an. So kamen der bei MNM bestens bekannte und beliebte Malcolm Green und seine vier Bandmusiker also am vergangenen Montagabend nach Flawil – und sie füllten den Kulturkeller des Restaurant Park bis fast auf den letzten Platz. Zwar kamen sie etwas spät an, womit der Soundcheck unter den Bühnenteppich fiel. Schliesslich aber konnte der Abend eine halbe Stunde später als vorgesehen beginnen.

Seit 40 Jahren Wahl-St. Galler

Malcolm Green – Sänger, Saxophonist, Percussionist, Querflötist und noch einiges mehr – hat mit seiner Band «Green Experience» ein Programm zusammengestellt, in dem er viel Bekanntes aus vergangenen Zeiten wiederbelebte. Zusätzlich hatte der Wahl-St. Galler ein paar Weihnachtslieder ins Set eingebaut. Er hat damit auf leichte, aber gute Unterhaltung gesetzt, auf Songs und Refrains zum Mitsingen, auf herzerweichende Lieder aus seinem Heimatland, den USA. «Stand by me» (Leiber/Stoller 1961), bekannt geworden durch Ben E. King, ist so ein Ohrwurm, «Why did You do it?» («Stretch» 1975), ein anderer, oder «Down by the Riverside», ein Gospel-Standard aus dem Jahr 1882 ebenso.

Gospel ist die Domäne Malcolm Greens. Doch der Sänger, der, wie er einmal ganz nebenbei erwähnte, nächstes Jahr seit 40 Jahren in der Schweiz beziehungsweise in der Stadt St. Gallen lebt, kann auch anders, härter und verzerrter.

«Ups, das ist aber recht laut»

Darauf liess schon die Besetzung seiner Band mit dem Gitarristen Georgios Kotsaridis alias Gee-K schliessen. Gee-K ist ein Funk-Rocker, der ziemlich viel Drive in die «Green Experience» bringt. Der Auftakt – nach etwelchen technischen Schwierigkeiten – liess dann aufhorchen. «Ups, das ist aber recht laut!», so der Tenor bei einigen Zuschauenden.
Doch die Aufregung legte sich bald, denn mit dem satten Druck von der Bühne kam schnell Stimmung auf. Schon beim dritten Song hatte Bandleader und Sänger Malcolm Green das Publikum im Sack – es sang die Refrains auf Geheiss und mit viel Inbrunst und Leidenschaft mit. «Jingle Bells» (James Lord Pierpont 1959) – Weihnachten kann kommen.

Vorläufig geht es im «Park» weiter

Das laufende Programm, noch vom wegen einer Krankheit zurückgetretenen Programmchef Walter Baumann zusammengestellt, sieht noch Konzerte bis Mitte Mai vor. Ende Januar wechselt der Wirt des «Park» und Gastgeber der Monday Night Music, Qashif Ismaili, ins Flawiler Restaurant Steinbock. Monday Night Music wird sein Programm in der ersten Hälfte des Jahres gemäss Präsident Urs Rechsteiner ohne Abstriche am angestammten Ort durchziehen, auch wenn bis anhin noch kein neuer Wirt gefunden werden konnte. Ins Restaurant Steinbock wird sicher nicht gewechselt, weil dort die räumlichen Verhältnisse keine Konzerte dieser Art zulassen. Im weiteren suche man Freiwillige für die Mitarbeit im Vorstand und einen Programmverantwortlichen. (mhu)