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Jetzt redet die Wiler Jugend mit:
14-jährige Mara Stolz reicht ersten Partizipationsvorstoss ein

Der Partizipationsvorstoss bietet Jugendlichen die Möglichkeit, politische Vorstösse zu lancieren. Mit der Forderung einer Sackgeldjobbörse hat die 14-jährige Mara Stolz gestern einen solchen eingereicht.
Gianni Amstutz
Mara Stolz überreicht Stadtschreiber Hansjörg Baumberger ihren Partizipationsvorstoss. Bild: Gianni Amstutz

Mara Stolz überreicht Stadtschreiber Hansjörg Baumberger ihren Partizipationsvorstoss. Bild: Gianni Amstutz

Vor etwas mehr als einem Jahr ist es in Kraft getreten. Nun gelangt das Reglement über den Partizipationsvorstoss zur Anwendung. Mit dem Reglement erhalten Minderjährige ab 13 Jahren sowie erwachsene Ausländer ein Mitspracherecht in der Stadt Wil. Die 14-jährige Mara Stolz macht nun als Erste von diesem Recht Gebrauch. Gestern überreichte sie Stadtschreiber Hansjörg Baumberger im Sitzungszimmer des Rathauses ihren Vorstoss.

In diesem fordert sie von der Stadt, die Schaffung einer Sackgeldjob-Plattform zu prüfen. Zwar gebe es im Berufsinformationszentrum bereits eine Liste mit Ferienjobs, wer jedoch als Jugendliche unter 16 Jahren einen Job neben der Schule suche, finde kaum eine geeignete Stelle, sagt Mara Stolz. Und dabei spricht sie aus Erfahrung. «Ich wollte mir einen kleinen Job suchen, um mir zu meinem Sackgeld etwas hinzuzuverdienen. Aber ohne persönliche Beziehungen ist das fast unmöglich.»

150 anstatt der geforderten zehn Unterschriften

Der Grund, wieso Mara Stolz ihr Sackgeld aufbessern will, ist das internationale Pfadilager Jamboree in den USA. Ihr sehnlichster Wunsch ist es, im nächsten Sommer daran teilzunehmen. Doch das hat eben seinen Preis. Einen Preis, den ihre Eltern nicht alleine zu bezahlen bereit sind: «Ich denke es ist wichtig, dass Jugendliche früh den Umgang mit Geld lernen», sagt Maras Mutter Valeska Stolz. Nur wenn man für sein Geld arbeite, könne man dessen Wert auch einordnen.

Da Maras Jobsuche jedoch erfolglos blieb, hatte ihre Mutter eine Idee: Mara sollte das Heft selbst in die Hand nehmen und mittels Partizipationsvorstoss dafür sorgen, dass solche Sackgeldjobs für Jugendliche angeboten und vor allem besser gefunden werden können. Andere Gemeinden wie Eschlikon kennen bereits solche Sackgeldjobbörsen.

Die 14-jährige Kathi-Schülerin fand die Idee gut und machte sich an die Arbeit. Das Reglement über den Partizipationsvorstoss schreibt vor, dass ein Antrag und eine Begründung einzureichen seien. Zudem braucht es mindestens zehn Unterschriften von Personen mit Wohnsitz in Wil. Diese sammelte Mara Stolz einerseits im Kollegenkreis anderseits kontaktierte sie Schulsozialarbeiten, die ihren Vorstoss in den Wiler Schulen vorstellten. So kamen über 150 anstatt der geforderten zehn Unterschriften für den Vorstoss zusammen. Zwar sei es einiges an Arbeit gewesen und nicht ganz einfach, das richtige Vorgehen für das Verfassen und Einreichen eines Partizipationsvorstosses herauszufinden. Doch Mara Stolz schätzt die Möglichkeit, dass in der Stadt Wil auch Jugendliche mitreden dürfen.

Überzeugt, dass Vorstoss ein Erfolg wird

Nachdem der Vorstoss von der Stadtkanzlei geprüft worden ist, wird er an das Präsidium des Stadtparlaments weitergeleitet. Wird auf die Vorlage eingetreten, wird es einer Kommission zugewiesen. In diesem Fall entscheidet die Kommission, ob die Vorlage übernommen wird und ein parlamentarischer Vorstoss dazu eingereicht wird. Eine andere Möglichkeit ist, dass der Stadtrat selbst das Anliegen des Vorstosses aufnimmt und dieses prüft oder verwirklicht.

Mara Stolz ist jedenfalls überzeugt, dass ihr Vorstoss ein Erfolg wird. «Sonst hätte ich mir ja nicht die Mühe gemacht, Unterschriften zu sammeln», sagt sie. Zudem hätten viele andere Jugendlichen, mit denen sie gesprochen habe, es eine gute Idee gefunden, da sie ähnliche Erfahrungen bei der Jobsuche gemacht haben.

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