Jetzt macht Meyer den Haushalt

Nach zwölf Amtsjahren tritt Eschlikons Gemeindeammann Robert Meyer zurück. In seiner langjährigen Tätigkeit als Gemeindeoberhaupt beschäftigte er sich unter anderem mit der Energieversorgung und deren Wert.

Lisa Epper
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Als Gemeindeammann wird Robert Meyer pensioniert. Kantonsrat der Grünliberalen bleibt er vorerst. (Bild: Nana do Carmo)

Als Gemeindeammann wird Robert Meyer pensioniert. Kantonsrat der Grünliberalen bleibt er vorerst. (Bild: Nana do Carmo)

Welche Aspekte am Amt des Gemeindeammanns finden Sie besonders interessant?

Robert Meyer: Kein Tag ist wie der Andere. Die Arbeit als Gemeindeammann ist spannend, abwechslungsreich und breit gefächert. Man hat Kontakt mit einer Vielzahl von Menschen. Ich finde es interessant, die Entwicklung der Gemeinde mitzugestalten. Vieles ist allerdings durch Bund und Kanton vorgegeben. Deshalb ist der Einfluss eines Gemeindeammanns geringer, wie man annehmen könnte.

Wie kam es dazu, dass Sie sich 2003 als Eschliker Gemeindeammann zur Wahl stellten?

Meyer: Bevor ich kandidierte, war ich schon zweieinhalb Jahre Eschliker Gemeinderat. Dort habe ich Gefallen an den anstehenden Aufgaben gefunden. Als mein Vorgänger dann altershalber zurücktrat, stellte ich mich zur Wahl.

Welche Ziele haben Sie sich beim Amtsantritt gesetzt?

Meyer: Zur Zeit meines Amtsantritts war die Gemeinde Eschlikon noch relativ jung: Sie existiert – in der Form wie wir sie heute kennen – erst seit 1997. Daher galt das Augenmerk vorerst dem Erhalt und Ausbau der Infrastruktur und Ortsplanung. Mit der Unterstützung unseres motivierten und verlässlichen Gemeinderats konnte eine solide Basis für die Zukunft geschaffen werden. Ideale Bedingungen haben die Entwicklung der Gemeinde vereinfacht: Wir haben gute Anschlüsse an den öffentlichen Verkehr, unsere Schulen sind beispielhaft, die Ladengeschäfte und das Gewerbe bieten alles, was man braucht, und die Landschaft in und um Eschlikon ist intakt, weshalb wir einen hohen Lebensstandard haben.

Auf welche Weise hat sich die Gemeinde in den letzten zwölf Jahren verändert?

Meyer: Eschlikon ist fast von alleine in jeder Hinsicht überdurchschnittlich schnell gewachsen. Vielleicht sogar zu schnell. Heute wohnen in der Gemeinde gut eintausend Personen mehr als noch vor zwölf Jahren! Die Gemeinde ist attraktiv, weil sie im Einzugsgebiet von Zürich liegt. Die Leute ziehen wegen der guten Lebensbedingungen zu uns aufs Land und nicht nur, weil die Eschliker so freundlich sind. (lacht) Auch unsere aktiven und erfolgreichen Vereine tragen massgeblich zur hohen Lebensqualität bei. In Eschlikon wohnt man nicht nur, man lebt hier.

Welche Projekte der Gemeinde Eschlikon lagen Ihnen persönlich besonders am Herzen?

Meyer: Sehr positiv waren für mich die Zustimmung zum gemeindeeigenen Glasfasernetz sowie der Bau des Kreisels, der eine spürbare Verbesserung gebracht hat. Was mir persönlich gefallen hat, war die Zukunftskonferenz 2009. Dabei wurden die Bürger zum Mitreden, Mitgestalten und Mitträumen eingeladen. Daraus sind dann Arbeitsgruppen für verschiedene Projekte etwa zu den Themen Spielplätze oder Eschlikons Energiezukunft entstanden.

Wie sieht es heute mit der Energieversorgung in der Gemeinde aus?

Meyer: Die Entwicklung im Bezug auf erneuerbare Energien ist erfreulich. Strassen und öffentliche Gebäude werden seit längerem mit Ökostrom beleuchtet und es werden viele Solar- und Photovoltaikanlagen erstellt. Auch das Projekt Fernwärme ist auf gutem Weg. Aber es gibt noch viel zu tun.

Was planen Sie nach ihrer Pension?

Meyer: Nach meinem Rücktritt verbleibe ich als Kantonsrat der Grünliberalen. Ob ich kommendes Jahr erneut kandidiere, weiss ich heute noch nicht. Vor allem aber werde ich es schätzen, wenn meine Abende nicht mehr regelmässig mit Sitzungen gefüllt sind. Nun habe ich mehr Zeit für mich und meine Frau. Da sie noch berufstätig ist, hat sie mich bereits in die Haushaltsführung eingeweiht. Bis jetzt konnte ich mich erfolgreich davor drücken.