Jetzt auch Flügel aus dem Automaten

Die Wahl des neuen Papstes hat direkte Auswirkungen auf Flawil. Der Vatikan erteilte der Friedhofsverwaltung Wiesental die Bewilligung zur Vergrösserung des Grabpflege-Sortiments.

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FLAWIL. Im Friedhof Wiesental steht für Artikel der Grabpflege ein Automat bereit. So können etwa verschiedene Kerzen im Glas, geschützt mit einem Deckel, direkt vor Ort gekauft werden. Zusätzlich können am Automaten neu auch Flügel in der Einwegdose bezogen werden (siehe Bild).

Recherchen der Wiler Zeitung zeigen: Die Umsetzung dieser innovativen Idee wurde nur dank des neugewählten Papstes möglich. Unkompliziert erteilte der Vatikan vergangene Woche der Friedhofsverwaltung Wiesental die Bewilligung zur Vergrösserung des Sortiments beim Verkauf von Zusatzartikeln (Merchandising) für die Grabpflege.

Seelsorgerische Gründe

Dass nebst den traditionellen Grablichtern jetzt auch eine Flughilfe am Automaten angeboten wird, hat gemäss der Kirchenverwaltung nicht nur finanzielle Gründe. Der wichtigste sei seelsorgerischer Art: Nach einer gewissen Zeit des Abschiednehmens bei besinnlichem Kerzenlicht entscheide sich die Seele einer verstorbenen Person, in welche Richtung die Reise gehen soll. Das neue Produkt im Merchandising-Automaten soll bekanntlich den Flügelwuchs fördern. Durch Benetzen des Grabes mit dem flüssigen Treibstoff können Verstorbene unterstützt werden, die angenehmere Richtung in ihr nächstes Dasein anzutreten.

Subventionen noch offen

Auf Kritik stösst die Sortimentserweiterung bei Vertretern alternativer Bestattungsorte wie Waldfriedhöfen oder Anbietern von Seebestattungen. Die Massnahme sei Teil einer «neoinquisitorischen Werbestrategie», die gegen sie gerichtet sei.

Das neu angebotene Produkt verleiht bekanntlich auch lebenden Menschen Fluggefühle. Es enthält aber keinen Alkohol. Da der Automat in der Nähe des Jugendtreffs im Enzenbühl steht und auch abends nach 22 Uhr zugänglich ist, hat das Pastoralteam bereits beim Bundesamt für Prävention angefragt, ob im Sinne der Abstinenzbemühungen mit Subventionen für die Büchsenentsorgung gerechnet werden könne. Der Entscheid wird am Montag, 1. April, erwartet. (dm./mf.)

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