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Jedem Wiler Schüler sein Tablet – Schulleiter betont: «Das Problem mit der vielen Bildschirmzeit besteht auch ohne iPads»

Künftig sollen alle Oberstufenschüler ein persönliches Tablet erhalten. Mit einem Pilotprojekt an der Oberstufe Sonnenhof will die Stadt prüfen, wie gut das funktioniert. Der Schule stellen sich dadurch neue Herausforderungen.
Lara Wüest
Wenn alles nach Plan verläuft, sollen künftig alle Wiler Oberstufenschüler ein persönliches iPad erhalten. (Bild: Gaetan Bally/key)

Wenn alles nach Plan verläuft, sollen künftig alle Wiler Oberstufenschüler ein persönliches iPad erhalten. (Bild: Gaetan Bally/key)

Alle Oberstufenschülerinnen und -schüler in Wil sollen künftig ein persönliches Tablet erhalten. Dies teilte die Stadt kürzlich mit. Vorab wird das Vorhaben in einem Pilotprojekt an der Oberstufe Sonnenhof geprüft. Dieses startet nach den Herbstferien und wird zwei Jahre dauern. In drei verschiedenen Klassen erhalten alle Schüler ein eigenes iPad. Vorgesehen ist, dass die Kosten dafür von der Stadt im Rahmen der bereits geplanten IT-Ausgaben bezahlt werden.

Die Stadt Wil will also digital aufrüsten und Schülerinnen und Schüler «optimal auf die Berufswelt und weiterführende Schulen vorbereiten», wie es in der Mitteilung heisst. Doch das Vorhaben, jedem Oberstufenschüler ein eigenes Tablet auszuhändigen, wirft Fragen auf. Mit dem Pilotprojekt kommen auf die Schule Sonnenhof einige Herausforderungen zu.

Mehr Bildschirmzeit bringt Nachteile

Der Unterricht am Bildschirm birgt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken. Denn zu viel Zeit an elektronischen Geräten kann der Gesundheit schaden. Das zeigen wissenschaftliche Studien. Das Bildschirmlicht hemmt zum Beispiel die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Wer zu spät am Abend am Tablet ist, schläft womöglich schlecht. Und ein übermässiger Smartphone- oder Tabletgebrauch steht in Verdacht, die Konzentrationsfähigkeit zu mindern.

Viele Jugendliche verbringen bereits privat einen beachtlichen Teil ihrer Zeit an elektronischen Geräten. Mit einem persönlichen iPad für die Schule wird sich die Bildschirmzeit weiter erhöhen. Und wenn alle Schüler einer Klasse über ihr eigenes Tablet verfügen und dieses mit nach Hause nehmen können, stellt sich die Frage, wofür sie das Gerät verwenden. Schüler der Kantonsschule Burggraben in St. Gallen sagten zum Beispiel kürzlich, dass das iPad vor allem zum Gamen genutzt werde. Auch während der Schulstunden.

Solche Themen diskutieren derzeit auch die Projektmitwirkenden an der Oberstufe Sonnenhof. Noch ist das Pilotprojekt in der Aufbauphase und nicht alles abschliessend geklärt. Schulleiter Cäsar Camenzind sagt:

«Geplant ist, dass wir eine Lernplattform aufbauen, die für verschiedene Fächer genutzt werden kann. So etwa für Sprachen, Technik oder Natur.»

Grammatik und Wortschatz beispielsweise könnten die Schüler gut individuell am Tablet erarbeiten.

Schüler sollen richtigen Umgang lernen

Klar ist, dass die Schule versuchen möchte, die Zeit der Schüler an Tablets und Smartphones zu beschränken. Camenzind sagt:

«Das Problem der vielen Bildschirmzeit von Jugendlichen bestehet auch ohne diese iPads. Aber mit ihnen sind wir als Schule natürlich mehr in der Verantwortung.»

Diese Verantwortung will die Schule wahrnehmen, indem sie die Jugendlichen und die Eltern mit ins Boot holt. Die Schüler sollen über die negativen Folgen von zu viel Zeit am Bildschirm aufgeklärt werden. «Die Jugendlichen müssen verstehen, dass sie für die Zeit, die sie an den elektronischen Geräten verbringen, selber verantwortlich sind. Und wir möchten ihnen vermitteln, dass es noch anderes im Leben gibt als Smartphones und Tablets», so Camenzind. Zudem empfiehlt die Schule den Eltern, die Bildschirmzeit ihrer Kinder klar zu regeln. Sicher ist zudem: Gamen werden die Schüler auf den Tablets nicht können.

«Diese sind so konfiguriert, dass man sie mehr oder weniger nur für den Lerneinsatz brauchen kann.»

Insgesamt sieht der Schulleiter in den persönlichen Tablets mehr Nutzen als Risiken: «Mit ihnen können die Schüler individuell auf ihrem Niveau arbeiten. Damit werden wir den Jugendlichen viel gerechter.»

Klare Grenzen gefordert

Die Elternvereinigung Wiler Schulen steht dem Vorhaben der Stadt, jedem Oberstufenschüler ein eigenes iPad zur Verfügung zu stellen, grundsätzlich positiv gegenüber. «Die Abgabe und Nutzung persönlicher iPads erachten wir bei einer verantwortungsvollen Nutzung nicht als problematisch», sagt Jann Döbelin, Präsident der Elternvereinigung.

Er betont jedoch, dass die Schüler lernen müssten, die Geräte sinnvoll zu nutzen und sich deren Risiken bewusst werden müssten. Und er fordert die Schulen auf, «klare Grenzen zu ziehen». Etwa beim Aufrufen von verbotenen Websites oder Verbreiten von deren Inhalten.

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