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Jede Erklärung muss scheitern: Ausstellung von Ursulla Palla in der Kunsthalle Wil hinterlässt einige Fragen

Ursula Palla zeigt mit «The moon in my pocket» seit Samstag eine Video-Projektion in der Kunsthalle, welche die Betrachter ständig zu Perspektivenwechseln nötigt. Den Erdtrabanten bekommen sie jedoch nicht zu Gesicht.
Christof Lampart
Fahles Szenario, faszinierende Perspektivenwechsel. Ursula Pallas «The moon in my pocket» bietet den Betrachtern viele kryptische Facetten, jedoch keine schlüssige Erklärung an. (Bild: Christof Lampart)

Fahles Szenario, faszinierende Perspektivenwechsel. Ursula Pallas «The moon in my pocket» bietet den Betrachtern viele kryptische Facetten, jedoch keine schlüssige Erklärung an. (Bild: Christof Lampart)

Die Ausstellung mutet surreal an. Und böte auch die Grundlage für ein mehr oder weniger perfides visuelles Horrorerlebnis. Doch das bleibt den Besuchern Gott sei Dank erspart. Zum Setting: Während sich im vorderen Teil der Kunsthalle die Betrachter tummeln, sind im hinteren einige dürre Äste, eine Handvoll grössere sowie ein Dutzend kleinere, anscheinend wahllos im Raum stehend verteilt. Dazu ein paar Schutthäufchen. So ganz genau sieht man es nicht, denn das fahle Licht, das durch die Videoprojektion den Raum erhellt, lässt ein genaues Erkennen nicht zu, höchstens ein ziemlich genaues Abschätzen. Die Welt scheint öd und leblos; eine lebensfeindliche Umgebung und bei weitem kein Paradies auf Erden.

Und doch: Allein für sich wirkt das Gezeigte eher unbeholfen, denn verstörend, mehr gewollt, denn gekonnt. Wäre da nicht die Videoprojektion, in der allerlei Alltagsgegenstände – zum Beispiel Geschirr, Löffel oder Einkaufstaschen – mal weisslich, gelblich oder bläulich leuchtend aus dem Nichts auftauchen und meistens genauso schnell wieder verschwinden. Wie grössere oder kleinere Weltraumkörper wirken sie, deren Auftauchen man auch nach Minuten des Zuschauens nicht vorhersagen kann. Für die Betrachtenden entsteht das, was im Ausstellungsflyer als «Tanz von ausser Kontrolle geratenen Dingen» beschrieben wird.

Jetzt bekommt auch der Ausstellungstitel einen Sinn: Er steht für das Bestreben des Individuums, sich alles aneignen zu wollen. Auch das, was er sich gar nicht aneignen kann: vom Löffel bis zum «Mond». Dass es dann doch irgendwie «geht», hat damit zu tun, dass der «Mond», der wiederholt so auftaucht, dass er sich scheinbar in einem Astgerippe verfängt, in Wahrheit eine Plastikeinkaufstasche ist, die für einige Momente im Wind flattert, bevor sie weiter ihre vorbestimmte «Bahn» zieht. Palla gibt den Besuchern viele Anregungen zum Nachdenken, gibt ihnen jedoch mitnichten Erläuterungen an die Hand. Wohl wissend, dass jeder Erklärungsversuch im Grunde zum Scheitern verurteilt wäre.

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