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Jean-Pierre Sutter hört nach 20 Jahren bei der Pro Senectute Wil-Toggenburg auf

Jean-Pierre Sutter ist nach zwei Jahrzehnten als Präsident des Regionalkomitees der Pro Senectute Wil-Toggenburg zurückgetreten.
Gianni Amstutz
Nach 20 Jahren als Präsident des Regionalkomitees verlässt Jean Pierre Sutter die Pro Senectute Wil-Toggenburg. Bild: Gianni Amstutz

Nach 20 Jahren als Präsident des Regionalkomitees verlässt Jean Pierre Sutter die Pro Senectute Wil-Toggenburg. Bild: Gianni Amstutz

Nach 20 Jahren ist für Jean-Pierre Sutter Schluss. So lange war er Präsident des Regionalkomitees der Pro Senectute. Eine Zeit, in der sich einiges verändert hat. Nicht nur Sutter selbst wurde vor siebeneinhalb Jahren pensioniert, der Anteil Rentner ist in der Schweiz generell stark gestiegen. Im Einzugsgebiet der Pro Senectute Wil-Toggenburg liegt er bei rund 20 Prozent, in manchen Gemeinden wie Ebnat-Kappel oder Wildhaus ist sogar mehr als jeder Vierte im Pensionsalter.

Für die Pro Senectute, die als Partnerin der Gemeinden und gemeinsam mit privaten Dienstleistern die Grundversorgung von alten Menschen sicherstellt, sei dies eine Herausforderung, sagt Sutter. Diese Zunahme an Pensionären sei denn auch einer der Hauptunterschiede zu seiner Anfangszeit vor 20 Jahren. Gleichzeitig seien Rentnerinnen und Rentner heute aber auch aktiver und viele sehnten sich nach einer sinnvollen Beschäftigung, stellt Jean-Pierre Sutter fest.

Pensionäre einbinden als Win-win-Situation

Diesen Umstand macht sich die Pro Senectute zunutze. In sogenannten Sozialzeitengagements übernehmen Freiwillige – für eine kleine finanzielle Entschädigung – Aufgaben in der Betreuung und Begleitung älterer Menschen. Mehr als die Hälfte dieser Personen sind selbst schon im Pensionsalter. Indem die Rentner selbst einbezogen würden, erhielten sie das Gefühl gebraucht zu werden und würden gleichzeitig anderen Alten helfen. Das sei etwas vom Wertvollsten, was es gebe, sagt Sutter. «Denn das Alter ist keine Krankheit», betont er mehrfach.

Heute seien die Leute länger gesund und fit. Nur zu verreisen und sich zurückzulehnen, erfülle daher viele Pensionäre nicht. Das Bedürfnis, sich gesellschaftlich zu engagieren, sei deshalb in den vergangenen 20 Jahren stark gestiegen.

Zusammenschluss mit Wil keine Wunschlösung

Nebst dem gestiegenen Anteil älterer Personen hat Jean-Pierre Sutter weitere Herausforderungen der Regionalstelle Wil-Toggenburg begleitet. Dazu gehörte beispielsweise die Zusammenführung der Standorte Wil und Toggenburg in eine Einheit im Jahr 2004. Eine Fusion, der Sutter skeptisch gegenüberstand, wie er unverhohlen zugibt. Nötig wurde der Zusammenschluss, weil die Stelle in Wattwil damals die Spitexdienste aufgeben musste und dadurch massiv schrumpfte. «Finanziell rentierte der Standort Toggenburg danach zu wenig», sagt Sutter. Eine Änderung in der Organisation sei folglich unumgänglich gewesen.

Als Partnerin hätte sich der damalige Präsident des Regionalkomitees Toggenburg aber die Stelle der Pro Senectute in Uznach gewünscht. «Wil und das Toggenburg haben ganz andere Kulturen», sagt Sutter. Das sei bis heute so. Im ländlich geprägten Toggenburg sei die Nachbarschaftshilfe bzw. die Unterstützung älterer Personen durch die Familie ausgeprägter als im urbanen Wil. Diese Unterschiede seien bis heute geblieben. Ungeachtet dessen funktioniere die Regionalstelle Wil-Toggenburg heute gut als Einheit – auch weil die drei Standorte Wil, Uzwil und Wattwil weiter bestehen. Dafür hat sich Sutter stets stark gemacht, auch wenn sie finanziell verhältnismässig schwer zu Buche schlagen. Denn die Pro Senectute ist nicht auf Rosen gebettet.

Die Defizite aus seinen Anfangsjahren als Präsident des Regionalkomitees gehören zwar der Vergangenheit an, das finanzielle Polster ist indes knapp. So schreibt die Regionalstelle bei einem Aufwand von etwas über 2,5 Millionen Franken wiederholt eine schwarze Null. Im Grundsatz reiche das auch aus, sagt Sutter. Schliesslich gehe es der Pro Senectute nicht darum, ein grosses Geschäft zu machen, sondern die Grundversorgung sicherzustellen. Trotzdem werden manchmal grössere Investitionen nötig, sei dies für die Einmietung in neue Standorte, Ausbau des Personals oder Umbauten an bestehenden Standorten.

Um solche Projekte finanzieren zu können, könne die Pro Senectute auf Legate zurückgreifen, sagt Sutter. Dies federt das Risiko bei Investitionen etwas ab, trotzdem muss sich jeder Ausbau mittelfristig bezahlt machen, um wiederkehrende Defizite in den Rechnungsabschlüssen zu verhindern.

Angesprochen auf Meilensteine in seiner 20-jährigen Amtszeit, spricht Jean-Pierre Sutter neben der Fusion denn auch vom Wechsel an den grösseren derzeitigen Standort an der Zürcherstrasse in Wil oder dem Ausbau von Kurslokalen in Wattwil und Uzwil. Auch die Jubiläumsfeiern zum 40-jährigen Bestehen der Regionalstelle Wil und dem 100-jährigen Bestehen von Pro Senectute Schweiz sind ihm in Erinnerung geblieben. Daneben – und das wird beim Gespräch mit Jean-Pierre Sutter deutlich – lag ihm der Kontakt zu den Menschen stets am Herzen. Sei das mit dem Team, in dem die Zusammenarbeit sehr gut funktioniere oder mit den Kunden. «Dass bei der Pro Senectute das Persönliche stets Platz hat, darauf bin ich stolz», sagt er. Neben dem Erbringen von Dienstleistungen etwas mehr Zeit und Engagement für ältere Menschen aufzuwenden, das zeichne die Pro Senectute aus.

Martha Storchenegger ist die Nachfolgerin

Nun hat Jean-Pierre Sutter sein Amt per 1. Oktober niedergelegt. Nach 20 Jahren sei es Zeit für eine Veränderung und eine Person, die eine neue Dynamik reinbringen könne. Mit Martha Storchenegger, Betriebsleiterin des Sonnegrund, Haus für Betagte, in Kirchberg, konnte diese Nachfolgerin bereits gefunden werden.

Jean-Pierre Sutter gönnt sich nun – siebeneinhalb Jahre nach seiner Pensionierung – etwas mehr Zeit für seine Familie. «Seit ich das Amt vor 20 Jahren antrat, ist die Anzahl Enkelkinder von null auf elf angewachsen», sagt er lachend. Für sie wird er nun mehr Zeit haben. Auch etwas häufiger zu verreisen, steht auf seinen Plänen.

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