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Japanisch und zerbrechlich: Künstlerin aus Bronschhofen kreiert Porzellan-Figuren

Ursprünglich arbeitete die Künstlerin Linda Ludolini mit Blech, dann drückte sie sich in Beton aus. Mittlerweile ist sie bei Porzellan angelangt. Die Materialien haben gewechselt, das Heitere in ihren Objekten ist geblieben.
Adrian Zeller
Die Technik, die Ludolini anwendet, nennt sich «Nerikomi» und stammt aus Japan. (Bilder: PD)

Die Technik, die Ludolini anwendet, nennt sich «Nerikomi» und stammt aus Japan. (Bilder: PD)

Es begann vor rund zwanzig Jahren mit Eisenblech. «Damals war eine Zeit, in der allgemein Objekte aus Eisen sehr in Mode waren», erinnert sich die in Bronschhofen wohnhafte Kunstschaffende Linda Ludolini. Sie fertigte damals unter anderem Silhouetten von Kamelen, Elefanten und Kakteen bis zu zwei Meter Höhe an. Vor Jahren bevorzugte sie das Beton giessen. «Dabei gestaltet man die eigentliche Figur zuerst aus Ton und erarbeitet anschliessend daraus eine Gipsform. Mit der Zeit dachte ich, dass es doch eigentlich schade um die Tonfiguren ist.» So kam sie zum Töpfern.

Kreative Themen sind von Zufällen inspiriert

Heute entsteht weniger Robustes in ihren Händen. Derzeit beschäftigt sie sich vor allem mit einer aus Japan stammenden Technik namens «Nerikomi». Dabei wird eingefärbtes Porzellan zu interessanten Musterkombinationen verarbeitet. Auch wenn sie heute sehr fragiles Material bevorzugt, liebt sie noch immer das Zupacken beim Schaffen von dreidimensionalen Figuren; Bilder malen entspricht ihr nicht, wie sie klipp und klar sagt.

Zurzeit arbeitet Ludolini an dreidimensionalen Porzellanfiguren.

Zurzeit arbeitet Ludolini an dreidimensionalen Porzellanfiguren.

Die Mutter zwei erwachsener Kinder kann derzeit ihrer Kreativität viel freien Lauf lassen. Bei einer innerbetrieblichen Umstrukturierung wurde ihre langjährige Arbeitsstelle bei einem KMU in der Region wegrationalisiert. Nun befindet sie sich auf Stellensuche.

«Mit bald 60 ist das nicht mehr ganz einfach.»

Linda Ludolini, Künstlerin aus Bronschhofen

Linda Ludolini, Künstlerin aus Bronschhofen

Zuvor war sie während vieler Jahre in gehobener Stellung tätig, Events, Marketing und Werbung gehörten unter anderem in ihren Zuständigkeitsbereich. Sie verbringt die Übergangszeit bis zur nächsten Arbeitsstelle hauptsächlich in ihrem Atelier. Dies ist für sie weit mehr als Zeitvertreib: «Es macht mir richtig Spass.» Immer wieder sind die Themen ihrer kreativen Arbeiten das Ergebnis von Zufällen. Eine mutige Farbzusammenstellung im Outfit eines Passanten kann sie ihrerseits zu einer ungewohnten Farbkombination inspirieren. Eine zufällige Personengruppe, die auf einen Bus wartete, veranlasste sie zu einer entsprechenden Skulptur, wie sie schmunzelnd erzählt.

Generell scheint der Humor ein bewährter Begleiter in ihrem Leben. Während des Gesprächs fällt die eine oder andere ironische Bemerkung. Die heitere Grundnote sorgt gemäss Linda Ludolini auch dafür, dass ihre kreativen Arbeiten beim Publikum stets auf positive Resonanz stossen. «Sie wirken nicht düster und schwer.»

Geduld und Fehler gehören dazu

Doch was auf den ersten Blick bisweilen luftig und filigran wirkt, will zum Teil mit viel Geduld erarbeitet werden. Wenn sie die Türe ihres Brennofens öffnet, freut sie sich auf jedes gelungene Stück. «Natürlich muss ich gelegentlich auch ein paar Scherben in Kauf nehmen. Aus Fehlern lernt man», kommentiert sie mit einer Portion Galgenhumor.

So weiss sie mittlerweile, dass eine Porzellanarbeit vor dem Brennen während rund zwei Wochen unter Plastiksäcken trocknen muss, wenn sie den Brand heil überstehen soll. Und auch das stundenlange Schleifen des Objekts vor und nach dem Brand ist unerlässlich, damit sich die Betrachter schliesslich an einem verspielt und geschmeidig wirkenden Objekt erfreuen können.

Hinweis

Vom 24. Februar bis 31. März 2019 präsentiert Linda Ludolini ihre Arbeiten gemeinsam mit der bildenden Künstlerin Tanja Strausak aus Eschlikon in der Villa Sutter in Münchwilen. Die Vernissage ist am Sonntag, 24. Februar, um 10.30 Uhr. Weitere Informationen sind unter www.bton-37.ch und www.villa-sutter.ch zu finden.

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